Aus dem Bistum

Mittwoch, 22. April 2020

Einrichtungen zur Unterstützung bereit

Bildungs- und Tagungshäuser helfen in der Corona-Krise

Das Jugendhaus St. Christophorus in Bad Dürkheim steht in den Startlöchern, um Patienten aufzunehmen. (Foto: is)

Die katholischen Bildungs- und Tagungshäuser bieten im Zuge der Corona-Pandemie Platz für Notunterkünfte an.

Etwa das Jugendhaus St. Christophorus in Bad Dürkheim. Es steht als Behelfskrankenhaus für den Landkreis Bad Dürkheim zur Verfügung und kann bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit seinen Einsatz aufnehmen. „Wir sind froh, diesen guten Standort gefunden zu haben und hoffen dennoch, dass wir das Behelfskrankenhaus nie brauchen“, sagt Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld. Falls doch, könne es innerhalb von 24 Stunden betriebsbereit sein.  
Geplant ist es als Entlastung der umliegenden Krankenhäuser: Wenn dort vor allem Covid-19-Patienten behandelt werden müssten, könnte das Behelfskrankenhaus übrige Patienten aufnehmen. „Wir haben lange überlegt, ob unser Ausweichkrankenhaus Patienten mit dem Coronavirus behandelt oder Nicht-Infizierte. Wir denken, dass der jetzige Plan sinnvoll ist: Die Krankenhäuser, die schon jetzt Corona-Patienten aufnehmen und sowohl in der Behandlung als auch in der Isolation spezialisiert sind, können sich im Ernstfall auf diese Patienten konzentrieren, das Behelfskrankenhaus nimmt andere Fälle auf, wodurch Kapazitäten in den Krankenhäusern frei werden“, erklärt Ihlenfeld. Aufgenommen werden könnten hier leichte Nicht-Covid-19-Fälle, die Behandlung brauchen, aber nicht zwingend auf die Versorgung in einem regulären Krankenhaus angewiesen sind.
„Wir stellen das St. Christophorus-Haus angesichts der aktuellen Krise gerne zur Erweiterung der medizinischen Kapazitäten zur Verfügung. Jetzt ist Solidarität gefragt“, erklärt Generalvikar Andreas Sturm. Das Bistum Speyer ist Träger des St. Christophorus-Hauses.
Das Haus kann mit 85 Betten belegt werden. Es hat im Vergleich zu verschiedenen anderen Liegenschaften den Vorteil, in der Mehrzahl der Räume nicht mit Teppichboden ausgestattet zu sein, was eine Behandlung unter Hygienebedingungen eines Krankenhauses ermöglicht. Das Behelfskrankenhaus wird organisatorisch an das Kreiskrankenhaus Grünstadt angegliedert, das die Trägerschaft für diese Ausweicheinrichtung übernimmt.
„Es haben sich sehr viele Helferinnen und Helfer bei uns und beim Deutschen Roten Kreuez (DRK) Kreisverband gemeldet. Vielen Dank hierfür“, sagt Ihlenfeld. „Viele haben eine pflegerische oder sanitäts- bzw. rettungsdienstliche Ausbildung, arbeiten aber nicht regulär in diesen Berufen, sodass sie nicht an anderer Stelle fehlen, wenn sie in unserem Behelfskrankenhaus eingesetzt sind.“ Sie stehen schon bereit, um im Notfall den Betrieb zu gewährleisten. „Engagierte Helferinnen und Helfer können sich weiterhin beim DRK melden“, ruft der Landrat auf. Kontakt: DRK, Kreisverband Bad Dürkheim e.V., E-Mail: Helfen@kv-duew.drk.de, Telefon 06322/9446-46 (9 bis16 Uhr).
Weitere Einrichtungen
stellen Kapazitäten bereit
Auch das Geistliche Zentrum Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben hat in Zeiten von Corona seine Unterstützung angeboten. Nach Angaben von Natalie Schehr, Organisationsleiterin auf dem Rosenberg, stehe das Haus im Auftrag des Landkreises Südwestpfalz als Unterkunft für Kinder zur Verfügung, deren Eltern an Corona erkrankt sind. Das Betreuungsprogramm werde von den Johannitern in Pirmasens übernommen. „Bis zu 60 Kinder können aufgenommen werden.“ Eine Anfrage habe es bislang noch nicht gegeben. Auch existiere noch keine vertragliche Vereinbarung.
Die Maria-Ward-Schule in Landau, die sich wie der Rosenberg in Trägerschaft des Bistums Speyer befindet, hatte der Stadt Landau Räume wie etwa die Schulturnhalle als Notquartier angeboten. Eine schriftliche Übereinkunft bestehe laut Bistumssprecher Markus Herr allerdings nicht. Da die Schulen in Kürze wieder öffneten, würde das Gebäude jetzt wieder für den Schulbetrieb gebraucht und könne somit nicht mehr als Notunterkunft dienen.
Die Bildungs- und Freizeitstätte Heilsbach bei Schönau war als Schutzstation für pflegebedürftige Menschen vorgesehen. Das Ziel bestand darin, Menschen zu versorgen, die wegen fehlender Pflegekräfte oder Angehöriger nicht mehr betreut werden können. Mit dem Angebot sollten auch die ambulanten Pflegedienste entlastet werden. „Dazu sind wir nach wie vor bereit“, bekräftigt Christian Federlein. Der Geschäftsführer der Heilsbach geht aktuell aber nicht davon aus, dass es noch einen Bedarf geben wird. „Das Land hat uns mitgeteilt, dass die  Anfragen für unser Projekt zu gering gewesen sind.“ Deshalb stelle sich das Haus wieder auf einen Normalbetrieb ein.
Regens Markus Magin hat der Stadt Speyer Räumlichkeiten des Priesterseminars St. German zur Nutzung in Aussicht gestellt. „Die möblierten Zimmer sind für die Pflege ungeeignet, weil der Platz für Krankenbetten fehlt“, unterstreicht Magin. „Sie eignen sich aber etwa als Unterkünfte für Ärzte im Bereitschaftsdienst.“ Die Küche und die Tagungsräume könnten ebenfalls zur Verfügung gestellt werden. Eine Vereinbarung mit der Stadt gäbe es nicht. Diese sei auf das Angebot bislang auch nicht zurückgekommen.
Das Kloster Neustadt wurde von Seiten der Stadt angefragt, ob es eine Quarantäne-Ausweichstation beherbergen könnte, falls das Behelfskrankenhaus für Covid-19-Patienten bei den Diakonissen in Lachen-Speyerdorf an seine Kapazitätsgrenzen stößt. 97 Betten stehen dafür bereit. Auch als Corona-Krisenzentrum dient das Kloster im Bedarfsfall. „Die Bereitschaft von unserer Seite ist da, die Stadt auf diese Weise zu unterstützen“, hebt Pater Gerd Hemken, der Rektor des Klosters, hervor. „Aufgrund der aktuellen Zahlen sehe ich allerdings keine Notwendigkeit.“ So sei im Behelfskrankenhaus derzeit keines der 200 Betten belegt.
„Unser Angebot, unsere Kapazitäten bei der Bewältigung der Pandemie mit einzuplanen, steht noch“, unterstreicht der Leiter des Heinrich Pesch Hauses in Ludwigshafen, Pater Tobias Zimmermann. Bisher habe das Haus jedoch keinerlei Anfragen erreicht.

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