Wochenkommentar

Donnerstag, 20. August 2015

Erst kommt der Rasen – dann die Moral

Ob Papst Franziskus jemals von Kim Kardashian gehört hat?

Ob Papst Franziskus jemals von Kim Kardashian gehört hat, wage ich zu bezweifeln. Aber seine Umwelt-Enzyklika zu Klimawandel, Konsumrausch und rücksichtslosem Lebensstil scheint ihr wie auf den Leib geschrieben. – „Kim Kardashian“?!

Rund um den Globus folgen ihr via Internet über dreißig Millionen Klatschsüchtige, die sie täglich volltwittert und mit Neuigkeiten aus ihrem Luxusleben in Kalifornien zupostet. Das funktioniert, seit sie nach einer langen Zeit des Reiche-Tochter-Seins mit knapp 27 Jahren und noch knapperen 1,57 m in einer Reality-Soap auftauchte, die sich mit ihrem stressigen Alltag und dem ihrer Schwestern beschäftigt: Rumsitzen, Selfies, Maniküre. Aber auch Pediküre, Abschminken, Aufspritzen, Wegsaugen und noch kurz was shoppen, bevor man später dann länger shoppen geht.

Die Welt der Kardashians: Kim heiratet Sportler. Kim geschieden. Kim schwanger. Von Rapper. Kim macht in Mode. Kim verkauft Duft. Kim gibt Finanztipp zum Umgang mit Geld, wörtlich: „einfach genügsam leben.“ Kim jetzt blond. Kim nicht mehr blond. Kim im vierten Monat. Kim wäre gerne wieder blond. Kim gegen Botox in der Schwangerschaft – diesmal. Und so weiter, und so wurscht, – wenn, ja, wenn Kalifornien nicht seit vier Jahren von der schlimmsten Dürre seiner Geschichte heimgesucht würde: Flüsse trocknen aus, Tiere verenden, Felder liegen brach und die Bevölkerung ist angewiesen, selbst beim Zähneputzen Wasser zu sparen.

Und Frau Kardashian? Scheint als kurze Üppige von der langen Dürre nichts mitzubekommen. Sie gehört zu den Prominenten, die auf sattbegrünten Riesenanwesen inmitten der Wüstenlandschaft Wasser vergeuden. Den frappierenden Kontrast kann jedermann bei Twitter sehen, seitdem die Durstigen die Verschwendervillen fotografieren und an den digitalen Pranger stellen. Immerhin hat Kim Kardashian damit zweierlei erreicht: Sie hat zum ersten Mal in ihrem Leben eine wirkliche Nachricht produziert. Und eine echte Botschaft noch dazu: Erst kommt der Rasen, dann die Moral. Na, schönen Dank. (Philipp)

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