Kultur

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Fragen und Antworten rund ums Weihnachtsfest

Von Ochsen und Eseln, Tannenbäumen und Krippen – und von einer Geburt

Die Krippe gehört in vielen Familien zum Weihnachtsfest dazu. Foto: Pixabay

Alle Jahre wieder feiern Menschen in aller Welt Weihnachten. Doch warum wird das Fest gefeiert? Was hat es mit dem Tannenbaum,  Ochs und Esel auf sich? Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) beantwortet wichtige Fragen rund um das Fest:

Was wird an Weihnachten gefeiert?
Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Nach christlichem Verständnis wird Gott Mensch, indem er seinen Sohn als neugeborenes Kind auf diese Welt schickt. Aus Liebe zu den Menschen will Gott sie durch Jesus erlösen. Daher gilt Weihnachten auch als Fest der Liebe.

Was bedeutet der Begriff?
Weihnachten kommt aus dem mittelhochdeutschen und heißt so viel wie geweihte, heilige Nächte. In anderen Sprachen erinnern Begriffe wie Christmas oder Noel an Christus.

Wie kommt der Termin des Festes zustande?
Das Datum der Geburt Jesu ist unbekannt. Aufgrund unterschiedlicher Traditionen feiern Katholiken, Protestanten und ein Teil der orthodoxen Christen am 25. Dezember nach dem Gregorianischen Kalender. Der andere Teil der Orthodoxie ist beim 25. Dezember nach dem älteren Julianischen Kalender geblieben. Das entspricht dem 7. Januar im Gregorianischen Kalender. Erstmals belegt ist die Feier am 25. Dezember im Jahr 336.

Was steht in der Bibel?
Die Vorstellungen von Weihnachten hat vor allem der Bericht des Evangelisten Lukas geprägt. Bei ihm finden sich die populären Erzählungen von der Herbergssuche, der Geburt im Stall und von den Hirten auf den Feldern, denen ein Engel verkündet: „Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“ Das Ganze soll sich bei Bethlehem zugetragen haben.

Warum stellen Menschen eine Krippe auf?
Lange wurde angenommen, der Brauch gehe vor allem auf den heiligen Franziskus von Assisi zurück, der im 13. Jahrhundert mit lebenden Tieren und Menschen die Weihnachtsgeschichte nachstellte. Er wollte den Menschen konkret vor Augen führen, was damals geschah. Wichtig war ihm dabei auch, dass Gott seinen Sohn nicht in einem Palast zur Welt kommen ließ, sondern in ärmlicher Umgebung. Erste Krippen im heutigen Sinne gab es im 16. Jahrhundert in Italien und Spanien.

Was hat es mit Ochs und Esel auf sich?
In der Bibel kommen die Tiere selbst nicht vor, nur ihr Futtertrog. Aber schon im vierten Jahrhundert gab es Darstellungen mit Ochs und Esel neben dem Jesuskind. Es gibt Deutungen, wonach sie zum einen die Juden symbolisieren und zum anderen die Heiden, also die Menschen, die nicht an Gott glauben.

Woher kommt der Weihnachtsbaum?
Erste Berichte über geschmückte Tannenbäume oder Christbäume zum Fest stammen aus dem 16. Jahrhundert. Manche Experten führen den Brauch auf die Schöpfungsgeschichte in der Bibel zurück, weil am 24. Dezember der Namenstag von Adam und Eva gefeiert wird. Aus diesem Anlass gab es mit Äpfeln geschmückte sogenannte Paradiesspiele. Lange blieben Weihnachtsbäume in Häusern den wohlhabenden Kreisen vorbehalten. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts konnte sich derTannenbaum als Symbol des Festes in Deutschland in allen Schichten durchsetzen.

Was sagt die Kirche dazu?
Anfangs gab es skeptische Stimmen gegen die „Äußerlichkeit“, die vom Kern der Botschaft der Menschwerdung Gottes ablenken könnte. Dann wurde der Christbaum zuerst zu einem vorwiegend evangelischen Brauch. Seit Ende des 19. Jahrhunderts schmückt er aber auch viele katholische Wohnzimmer.

Warum gibt es Geschenke?
Der Brauch, sich gegenseitig zu beschenken, erinnert vor allem daran, dass Gott die Menschen so sehr liebt, dass er ihnen sogar seinen eigenen Sohn schenkt. Andere Deutungen besagen, dass die Geschenke auch an die Gaben der Heiligen Drei Könige erinnern sollen.

Wie sieht es mit dem Gottesdienstbesuch aus?
Für viele Menschen gehört er zu den festen Ritualen, 2017 planten laut einer Umfrage 36 Prozent der Katholiken, 31 Prozent der evangelisch-landeskirchlichen Christen und 43 Prozent der evangelisch-freikirchlichen Christen den Kirchgang an den Weihnachtstagen. (G. Bohl, kna)

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