Aus dem Bistum

Donnerstag, 22. Juni 2017

Gerechte Bezahlung und mehr Stunden

Pfarrsekretärinnen fordern bessere Anerkennung ihrer beruflichen Leistungen

Die Mitglieder des Berufsverbandes mit ihrer neuen Vorsitzenden Sabine Messemer (erste Reihe, rechts) und ihrer Stellvertreterin Christine Doro (erste Reihe, zweite von rechts). Fotos: Greshake/Privat

Auf Einladung des Berufsverbandes der Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre im Bistum Speyer trafen sich vor kurzem 60 Pfarrsekretärinnen im Pfarrheim in Annweiler. Auf dem Programm standen die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen und der Austausch über die Situation in den Pfarrbüros der Diözese. Gesprächspartner waren Kanzleidirektor Wolfgang Jochim und der Leiter der Abteilung Personalentwicklung Markus Bucher.

Eine der Schwerpunkte in der Arbeit des Berufsverbandes war laut Jahresbericht der Austausch mit Berufsverbänden anderer Diözesen. Dabei ging es vor allem um die immer noch nicht gerechte Eingruppierung der Pfarrsekretärinnen. Früher als Schreibhilfe für den Pfarrer eingestellt, herrscht bundesweit Einigkeit, dass es sich heute um einen anspruchsvollen Beruf mit vielen Anforderungen handelt.  Erwartet wird unter anderem Bürokommunikation und -organisation, Pfarrverwaltung, Rechnung- und Kassenverwaltung, Wissen über kirchenrechtliche Fragen, Kommunikationsgeschick und nicht zuletzt Einfühlungsvermögen. Denn im Gegensatz zu früher, als der Pfarrer vor Ort Zeit für ungeplante Gespräche hatte, wird heute erst einmal im Pfarrbüro vorgesprochen, so der Berufsverband.

Alle diese Aufgaben würden auch von Seiten der Bistumsleitung, als sehr wichtig und unverzichtbar angesehen. Der Berufsverband sehe deshalb eine Höhergruppierung von TVÖD 5 nach TVÖD 6 als längst überfällig an. Dies sei auch im Rahmen einer unabhängigen Prüfung durch ein Institut für Personalwirtschaft bestätigt worden. Nach Angaben von Kanzleidirektor Jochim wird sich auch die sogenannte „Kommission zur Ordnung des Diözesanen Arbeitsvertragsrechtes“ – es handelt sich dabei um die kirchliche Tarifkommission des Bistums – mit diesem Thema sowie mit der Installation einer Büroleitungsstelle für die Pfarrbüros befassen.

Die Pfarrsekretärinnen forderten darüber hinaus eine Aufstockung der Stunden für die Pfarrbüros. Durch die Neustrukturierung der Pfarreien im Bistum Speyer seit Januar 2016 hat sich die Arbeit in den Pfarrbüros sehr verändert, so der Berufsverband. Neue Aufgaben sind hinzugekommen. Vor allem müssen sich die Pfarrsekretärinnen der Herausforderung von der Einzelkämpferin zur Teamplayerin stellen. Ein Büroteam, in der Regel mit Teilzeitkräften besetzt, muss miteinander vielfältige Absprachen treffen, heißt es in dem Jahresbericht. Hier sind Koordination, Strukturierung von Arbeitsabläufen, Absprachen untereinander sowie mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern gefragt. Auch durch den Wegfall der Kirchenrechner sind weitere Aufgaben auf die Pfarrsekretärinnen übertragen worden. Eine Mitgliederversammlung im Frühjahr dieses Jahres hat gezeigt, dass viele Pfarrsekretärinnen unbezahlte Stunden und Überstunden leisten, so dass das vom Bistum Speyer vorgegebene Stundenkontingent nicht ausreicht.

Bereits im Frühjahr 2016 hatte der Berufsverband eine Stundenerhöhung um zehn Prozent gefordert. Zwar war schon zu diesem Zeitpunkt von keiner Seite bestritten worden, dass die anfallenden Arbeiten so nicht bewältigt werden können, aber dennoch hat das Bistum noch abwarten wollen, ob es sich mit der Zeit entspannt, berichteten die Pfarrsekretärinnen. „Seit eineinhalb Jahren wird jedoch schon auf diese Entspannung vergeblich gewartet. Die Situation hat sich mancherorts sogar verschärft, und eine Änderung ist nicht in Sicht.“ Deshalb beschloss die Mitgliederversammlung, an ihrer Forderung der Stundenerhöhung für die Pfarrbüros um zehn Prozent festzuhalten. Einige Kolleginnen sprachen sich für eine „Anschubhilfe“ in Form von befristeten Mehrstunden aus. Kanzleidirektor Jochim nahm dieses Votum von der Versammlung mit.


Neuer Vorstand gewählt

Seit Gründung des Verbandes vor fast 25 Jahren war Pfarrer i.R. Bernhard Linvers der geistliche Leiter der Pfarrsekretärinnen. Er stellte sich bei den Neuwahlen nicht mehr zur Wahl und wurde im Rahmen eines Gottesdienstes verabschiedet. Zur Nachfolgerin bestimmten die Anwesenden Pastoralreferentin Monika Kreiner, die im Bischöflichen Ordinariat in der Frauenseelsorge tätig ist.

Die Wahlen brachte folgende weitere Ergebnisse: Sabine Messemer (Vorsitzende), Christine Doro (Stellvertreterin), Christina Gib (Kassiererin), Regina Imhof (Schriftführerin) sowie Gabriele Adams, Uschi Bilic, Giulia Garise-Richter und Karin Weber (Beisitzerinnen).

Kanzleidirektor Jochim begrüßte die neu Gewählten mit den Worten: „Mir liegen die Belange der Pfarrsekretärinnen sehr am Herzen, und ich weiß Ihren Einsatz für die Kolleginnen sehr zu schätzen. Ich hoffe weiterhin auf eine gute und fruchtbringende Arbeit mit dem neuen Vorstand des Berufsverband.“ (UR. GR)

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