Silbermöwe

Donnerstag, 27. September 2018

Globale Umweltkatastrophe droht

Entwicklungsminister fordert stärkeren Kampf gegen Plastikmüll

Viele Strände – wie hier in Indien – sind bereits mit Plastikmüll stark verschmutzt. Auch die örtlichen Fischer leiden darunter. Foto: actionpress

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert einen stärkeren Kampf gegen Plastikmüll und warnt vor einer globalen Umweltkatastrophe. „Plastikmüll verschmutzt unsere Umwelt in einem unglaublichen Ausmaß“, sagte der CSU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ (22. September).

Müller nannte es eine „Hiobsbotschaft“, dass die Vereinten Nationen eine Verzehnfachung des Plastikmülls in den Meeren bis 2050 erwarteten. „Entlang der Küsten leben 800 Millionen Menschen nicht nur mit dem Meer, sondern auch vom Meer“, sagte der Minister. „Gerade die Menschen in den ärmsten Ländern sind auf den Fischfang angewiesen.“ Deshalb sei der zunehmende Plastikmüll nicht nur ökologisch, sondern auch sozial ein großes Problem.

„Die Antwort kann nur lauten: weniger Plastik“, forderte Müller. „Zweitens muss der Ausstieg aus klassischem Plastik hin zu wiederverwendbaren Verpackungsstoffen kommen“, fügte er hinzu. „Genauso überflüssig ist das Mikroplastik, das in den letzten Jahren in Duschgel oder Haarshampoo beigemischt wurde“, kritisierte der Minister. „Dafür gibt es längst Ersatz aus biologisch abbaubarer Zellulose, trotzdem verschmutzen wir weiterhin das Wasser mit Kleinstpartikeln, ohne dass wir es bemerken“.

Der CSU-Politiker kritisierte zugleich eine Ausbeutung armer Länder: „Die Industrieländer machen nur 20 Prozent der Weltbevölkerung aus, verbrauchen aber 80 Prozent der Ressourcen und hinterlassen zwei Drittel der Umweltverschmutzung“, sagte Müller. „Wir holen uns die Ressourcen und Rohstoffe möglichst billig aus den Entwicklungsländern, bauen darauf unseren Wohlstand auf und liefern unsere gebrauchten Geräte zurück, viele davon als Schrott.“ (red)

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