Wochenkommentar

Mittwoch, 21. November 2018

Glück des Friedens

Ein starkes Europa ist für eine friedliche Zukunft elementar

Nicht nur das nationalistische Brexit-Getue britischer Politiker, sondern die Erinnerungen an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren haben die friedenstiftende Bedeutung der Europäischen Union (EU) stärker ins Bewusstsein gebracht. Wer es vergessen haben sollte, wurde in diesen Tagen – vor allem in dem eindrucksvollen Gedenken in Paris und im Bundestag – daran erinnert, dass es der damals verbreitete Nationalismus war, der den Krieg (1914 bis 1918) mit seiner Unmenschlichkeit und seinen vielen Millionen Toten verursacht hat. Und als ob das Leiden noch nicht groß genug gewesen wäre, haben Hitlers Nationalisten 21 Jahre nach dem Ende des Ersten den Zweiten Weltkrieg entfacht – mit noch mehr Elend.

Dieser Nationalismus hat dazu geführt, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs junge Menschen mit dem Ruf „Nie wieder Krieg“ Schlagbäume an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich niedergerissen und die Politiker Adenauer, Schuman, De Gaulle und De Gasperi erste Schritte auf dem Weg in eine Europäische Union getan haben. Seitdem haben die Menschen in Europa Frieden – so lange wie nie zuvor. Wissen alle Zeitgenossen dieses Glück des Friedens noch zu schätzen und richtig einzuschätzen?

Es gibt sie wieder, diese dumpfen Nationalisten – in Deutschland und Frankreich, Polen und Ungarn, den Niederlanden, England und Italien. Sie begreifen nicht, dass Patriotismus etwas anderes ist als Nationalismus, und verdrängen, wie es scheint, die blutigen Früchte dieser politischen Verbohrtheit, unter denen Menschen bis heute leiden. Können sie wirklich unbeeindruckt sein von dem Elend, das der Nationalismus in zwei Weltkriegen  hinterlassen hat?

Nationalismus war nie ein anderes Wort für Frieden, sondern Nationalisten sind Eltern von Neid, Egoismus und Krieg. Frankreich und Deutschland müssen in ihrer Freundschaft vorangehen. Sie müssen – wie Angela Merkel und Emmanuel Macron sich in Paris symbolisch eindrucksvoll aneinander gelehnt haben – der Europäischen Union neue Begeisterung, Klarheit und Vertrauen geben. Ein starkes, friedenstiftendes Europa ist für eine gute Zukunft der Welt, für das Glück des Friedens von elementarer Bedeutung. (Rudolf Bauer)

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