Kirche und Welt

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Heilige Stadt für drei Religionen

Erzbischof Pizzaballa und Patriarch Rai äußern sich zu Konflikt um Jerusalem

Jerusalem – heilige Stadt für Juden, Muslime und Christen. Foto: actionpress

Der umstrittenen Entscheidung von US-Präsident Trump, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, kann der Leiter des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem auch etwas Gutes abgewinnen. „Immerhin reden wir wieder über Jerusalem und seine zentrale Bedeutung“, sagte Erzbischof Pierbattista Pizzaballa in einem am 17. Dezember veröffentlichten Interview mit dem italienischen Onlinedienst „Vatican Insider“.

Allerdings hätten die Art und Weise, wie Trump seine Pläne bekanntgab, nicht zu „der notwendigen Ernsthaftigkeit und dem Vertrauen, die der Friedensprozess braucht“, beigetragen. Jetzt sei es erst einmal viel schwieriger, das notwendige Vertrauen für Begegnungen wiederherzustellen.

Natürlich brauche der Nahost-Friedensprozess neue Impulse und einen neuen Geist. Ob die US-Initiative dazu beitrage, werde sich mit der Zeit erweisen, sagte der Erzbischof. Eine künftige Lösung werde letzten Endes wohl darin bestehen, Jerusalem sowohl als Hauptstadt Israels wie die eines palästinensischen Staates anzuerkennen.

Jerusalem sei auch eine entscheidende Stätte für Christen, fügte Pizzaballa hinzu. In gewisser Weise gehöre Jerusalem auch den Christen – „oder besser: Wir Christen gehören zu dieser Stadt und sind ein grundlegender Teil ihrer inklusiven Identität“.

Maronitenpatriarch Kardinal Bechara Rai kommentierte gegenüber der libanesischen Nachrichtenagentur NNA die Entscheidung Trumps mit den Worten, die Stadt Jerusalem sei allen drei abrahamitischen Religionen heilig. „Deswegen können wir eine Judaisierung Jerusalems nicht akzeptieren.“ Vielmehr seien Juden, Christen und Muslime aufgerufen, friedlich zusammenzuleben und Gottes Frieden in der Welt Wirklichkeit werden zu lassen. (red)

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