Silbermöwe

Donnerstag, 14. Juni 2018

Helfer warnen vor Zuspitzung der Krise in Ostafrika

Den Menschen in den Flüchtlingscamps fehlt es jetzt schon an allem

Viele Menschen in Ostafrika wie hier in Kenia, sind von der Dürre betroffen. Foto: actionpress

Ein Ende des Flüchtlingszuzugs nach Uganda ist aus Sicht der Hilfsorganisation Care nicht absehbar. „Dabei fehlt es den Menschen in den Flüchtlingscamps schon jetzt an allem“, sagte Care-Mitarbeiterin Jennifer Bose am Dienstag in Bonn. Sie ist am Wochenende von einem mehrwöchigen Aufenthalt in dem ostafrikanischen Land zurückgekehrt.

1,5 Millionen Flüchtlinge leben derzeit in Uganda; zuletzt sind insbesondere aus dem benachbarten Kongo viele hinzugekommen. Zwar bekommt jeder Flüchtling in Uganda ein Stück Land zugeteilt, doch an Hilfsgütern fehlt es laut Bose ebenso wie an medizinischer Versorgung und Bildungsangeboten: „Die Krise ist so unterfinanziert, dass alles gebraucht wird.“ Die Nahrung, die Hilfsorganisationen verteilen, reiche kaum; in den wenigen Schulklassen säßen bis zu 200 Kinder.

Die Gewalt im Kongo drohe sich unterdessen weiter auszubreiten, so Bose. „In fast jeder Region des Landes herrscht bereits Krieg - oder kann jederzeit Krieg ausbrechen.“ Bewaffnete Gruppen kämpfen im Kongo insbesondere um Bodenschätze. Auf weiterhin hohe Flüchtlingszahlen seien weder Uganda noch die Vereinten Nationen vorbereitet, mahnt die Helferin.

Care kümmert sich nach eigenen Angaben insbesondere um Mädchen und Frauen in den Flüchtlingslagern, die in vielen Fällen Gewalt und sexuellen Missbrauch erlitten haben. Die Helfer vermitteln medizinische Versorgung, begleiten Gewaltopfer zur Polizei und klären über die Gefahren von Kinderarbeit und Kinderheirat auf. (kna)

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