Kirche und Welt

Donnerstag, 19. Juli 2018

Hundert neue Gotteshäuser

Anglikanische Kirche fördert neue Gebäudeformen wie etwa Kirchencafés

Menschen ansprechen: Die Anglikanische Kirche experimentiert mit neuen Ausdrucksformen von Kirche – hier eine Kirche in der Kirche. Foto: Pressestelle/is

Die anglikanische Staatskirche hat die Schaffung von über einhundert neuen Gotteshäusern in englischen Küstengebieten, Vororten und Kleinstädten angekündigt. Mit dem umgerechnet mehr als 30 Millionen Euro umfassenden Förderprogramm wolle man den „Glauben wiederbeleben“, teilte die Kirche von England am 11. Juli  mit. Gefördert werden sollen dabei besonders alternative Gebäudeformen wie etwa Kirchencafés. Auch der Umbau einer alten Eisenbahnhalle zu einer Kirche für junge Menschen ist demnach vorgesehen.

Die neuen Kirchen würden dabei besonders an „Orten der größten Not in unserer Gesellschaft“ entstehen, erklärte der Primas der anglikanischen Kirche, Justin Welby. Nach Worten des Erzbischofs von Canterbury sollen die geplanten Kirchen ein „wunderbares Beispiel“ dafür sein, gleichzeitig Gott treu zu sein und ihrer Gemeinde dienen zu können.

Zuschüsse werden unter anderem neun neue Kirchen erhalten, die nach dem Vorbild von Ignite, einer Café-ähnlichen Kirche im südenglischen Margate, konzipiert sind. Ignite wurde vor zehn Jahren gegründet, um mit benachteiligten Menschen zu arbeiten.

Die Kirche von England kämpft seit Jahren mit sinkenden Besucherzahlen bei Gottesdiensten. 2016 hatte der Finanzchef der anglikanischen Kirche, John Spence, von Schätzungen gesprochen, wonach der Rückgang der Kirchenbesuche noch weitere drei Jahrzehnte anhalten dürfte. Mit Blick auf den neuen Finanzierungsplan erklärte Spence, es handle sich um eine „ambitionierte Initiative“, deren Ausmaß zeige, dass „die Kirche angesichts ihrer Zukunft zuversichtlich ist“. (red)

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