Aus dem Bistum

Donnerstag, 25. Juli 2019

In Klinik und Pfarrei seelsorglich tätig

Mark Baiersdörfer und Marita Seegers werden von Bischof Wiesemann beauftragt

Sie freuen sich auf ihre Beauftragung: Marita Seegers und Mark Baiersdörfer. Foto: Derst

Der 18. August ist für Mark Baiersdörfer und Marita Seegers ein besonderer Tag: Im Rahmen eines Gottesdienstes werden der Gemeindeassistent und die Diplom-Theologin von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom für ihren seelsorglichen Dienst beauftragt.

Wein und Bibel gehören bekanntlicherweise zusammen. Das weiß auch Mark Baiersdörfer. Der Wein wurde dem 31-Jährigen sozusagen in die Wiege gelegt. Baiersdörfer stammt aus einem Winzerbetrieb in Albersweiler. Die Familie war es auch, die ihn an den Glauben heranführte. „Meine Großmutter hat mich zu den Messdienern gebracht“, erinnert sich der Südpfälzer. Dabei hatte sie sich eines raffinierten Tricks bedient: Sie erzählte ihrem sechsjährigen Enkel, mit ihm den Großvater in den Weinbergen besuchen zu wollen. Tatsächlich führte der Weg zu den Ministranten. Damit war das ehrenamtliche Engagement von Mark Baiersdörfer in der Gemeinde grundgelegt.

Er wurde Obermessdiener, Sakristan, Lektor und Mitglied im Pfarrgemeinderat. „Im kirchlichen Umfeld habe ich mich wohl gefühlt.“ Der damalige Pfarrer Peter Berger wurde zu seinem Vorbild. „Seine Art der Verkündigung übte eine Faszination auf mich aus.“ Der junge Mann überlegt, ebenfalls Priester zu werden. Doch dann kommen ihm Zweifel, „denn ich konnte mir auch vorstellen, eine Familie zu gründen“. Schließlich trat er in die Fußstapfen seiner Eltern und absolvierte von 2005 bis 2008 eine Ausbildung zum Winzer. Baiersdörfer arbeitete in verschiedenen Betrieben und schien angekommen zu sein, denn seine Tätigkeit bereitete ihm Spaß.

Doch die Kirche ließ ihn während der ganzen Zeit nicht los. So kam er beim Weltjugendtag in Köln im Jahr 2005 mit dem Gemeindereferent seiner Pfarrei ins Gespräch. „Er erzählte mir von seinem Beruf. Da hat sich etwas bei mir manifestiert.“ Doch es sollte noch bis zum Jahr 2014 dauern bis sein Leben eine Wendung nimmt. Mark Baiersdörfer erleidet einen Arbeitsunfall mit längerer Genesungszeit. „Das war der Zeitpunkt, an dem mir bewusst wurde, was ich wirklich machen möchte.“

Er bewarb sich beim Bistum Speyer mit dem Ziel, Gemeindereferent zu werden. Sein Studium, das er im Juli 2017 abschloss, absolvierte Mark Baiersdörfer an der Fachakademie für Pastoral und Religionspädagogik in Freiburg. Von September 2017 bis Juni dieses Jahres verbrachte er sein Praktikum in der Pfarrei Kaiserslautern-Heilig Geist.  Mark Baiersdörfer ist davon überzeugt, dass ihn der Glaube trägt. „Vor einigen Jahren gab es in meinem engsten Familienkreis einige Todesfälle“, erzählt der Gemeindeassistent. „Gerade in dieser Zeit haben mir meine religiösen Überzeugungen geholfen, damit klar zu kommen.“ Mit Blick auf seinen Beruf findet es Baiersdörfer faszinierend, „den Menschen im Blick zu haben, ihn von der Wiege bis zur Bahre zu begleiten“.

Einen guten Tropfen Wein genießt Mark Baiersdörfer weiterhin gerne. Am 1. August wechselt er in die Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini nach Pirmasens.

Eine neue berufliche Herausforderung hatte Marita Seegers gesucht und sie im September 2017 im Klinikum in Ludwigshafen gefunden. Dort ist sie seitdem als Krankenhausseelsorgerin unter anderem Ansprechpartnerin für Patienten, deren Angehörige und das Personal. Die Stelle ist wie geschaffen für die Diplom-Theologin und ausgebildete Krankenschwester. „Es war eine Fügung, dass sie mir an meinem Wohnort angeboten wurde. Das ist sehr angenehm“, freut sich Marita Seegers. Da sie nun im pastoralen Dienst tätig sei, habe das Bistum Speyer schließlich vorgeschlagen, sie in die Berufsgruppe der Pastoralreferenten aufzunehmen. Die 59-Jährige bringt aufgrund ihrer langjährigen beruflichen Erfahrungen in verschiedenen Bereichen genügend Knowhow mit, so dass sie nicht am Pastoralkurs teilnehmen musste. Lediglich in einigen wenigen pastoralen Bereichen hat sie sich weitergebildet, etwa in der klinischen Seelsorgeausbildung. „Am 18. August werde ich offiziell für den Dienst beauftragt und habe nicht nur einen Arbeitsvertrag“, bekräftigt die vielseitige Frau.

Bereits in jungen Jahren reifte in ihr der Wunsch, Pastoralreferentin zu werden, „aber das hat sich nicht ergeben“. Marita Seegers arbeitete im Lauf ihres Lebens in ganz unterschiedlichen Feldern in den Bereichen Theologie und Pflege. Im Jahr 2000 zog die verheiratete Mutter von drei Kindern aus familiären Gründen ins Bistum Speyer. Nach einem kurzen Abstecher in die Schule, wo sie Religion unterrichtete, kam sie zur Ökumenischen Sozialstation in Ludwigshafen, um dort als Krankenschwester ihre Kenntnisse einzubringen. Es folgte der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst in Ludwigshafen.
Im Jahr 2004 ging sie zum Diözesan-Caritasverband – zunächst zur Hospizhilfe; dann übernahm sie die Aufgabengebiete Gemeindecaritas und Ehrenamt. 2017 schließlich der Wechsel ins Klinikum. Klinik und Kirche begleite sie ihr Leben lang, blickt Marita Seegers zurück. „Dabei war es mir immer wichtig, mich für ein besseres Leben von Menschen einzusetzen“, bekennt die Wahl-Ludwigshafenerin. Dies könne sie in der Fortbildung tun, bei der Caritas auf sozialpolitischer Ebene „oder jetzt, in der Klinik, unmittelbar von Mensch zu Mensch“. Die Arbeit an der Basis nicht aus dem Blick zu verlieren, sei ihr wichtig. Es tue ihr einfach gut, vor Ort zu sein und die Menschen durch ihre schwierigen Lebenssituationen zu begleiten. „Das ist für mich eine erfüllende Aufgabe.“
Einen Ausgleich zur Arbeit findet Marita Seegers unter anderem, wenn sie ihre Klarinette in ihren Händen hält. Gerne würde sie in einer Blaskapelle mitwirken. Diesen Traum möchte sie sich erfüllen. (pede)

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