Kirche und Welt

Mittwoch, 26. August 2015

Islamisten zerstören Kloster in Syrien

Ursprünge reichen bis ins 6. Jahrhundert zurück

Das jahrhundertealte christliche Kloster Mar Elian war geistliches Zentrum für die gesamte Region. Foto: KNA

 Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat das jahrhundertealte christliche Kloster Mar Elian südöstlich von Homs teilweise niedergerissen. Im Internet verbreitete Bilder der Extremisten zeigen die Zerstörung der historischen Stätte in dem Ort Karjatain durch Bulldozer. Anscheinend sind die neue Kirche und das Wohnhaus des Klosters noch intakt.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker verurteilte das Zerstörungswerk. Christliche Kirchen und Klöster würden „dem Boden gleichgemacht, weil die Radikalislamisten das Gedächtnis des Volkes über ihre zweitausendjährige christliche Vergangenheit für immer vernichten wollen“, erklärte Kamal Sido, Nahostreferent der Organisation, am 21. August in Göttingen. In dem Kloster hatten in den zurückliegenden Jahren immer wieder auch Flüchtlinge Zuflucht gefunden.

Ein Mitglied der syrisch-katholischen Klostergemeinschaft sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur, offenbar sei der neue Teil des Klosters mit Kirche und Wohngebäude verschont. „Wenn sie den Rest zerstört hätten, hätten sie auch diese Bilder ins Internet gestellt“, sagte der Ordensmann, der sich außerhalb von Karjatain aufhält. Zur Zeit des Überfalls habe sich kein Mönch mehr in dem Kloster befunden. Die wenigen in Karjatain verbliebenen Christen stünden unter Hausarrest.

Den verbreiteten Aufnahmen zufolge planierten die Islamisten den ältesten Trakt der Anlage mit dem Grab des Mar Elian, eines Märtyrers aus dem 3. Jahrhundert. Das von syrischen Christen bis heute verehrte Heiligtum datiert ins 6., möglicherweise schon ins 5. Jahrhundert. Zuvor befand sich an dieser Stelle ein römischer Militärposten. Archäologen legten in den vergangenen Jahren die Fundamente einer byzantinischen Kirche frei. Mit der Zerstörung hätten die Milizen „15 Jahre Arbeit und zwölf Jahre archäologische Studien zunichte gemacht“, sagte der Ordensmann. (red)

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