Aus dem Bistum

Donnerstag, 27. September 2018

Käufer für die Kirche gesucht

Speyer: Umbau des ehemaligen Bistumshauses St. Ludwig soll schon bald beginnen

Jutta und Wilhelm Kuttler bei der Pressekonferenz zur Präsentation des aktuellen Standes des Bauvorhabens Bistumshaus. Foto: Katharina Hoffmann

 Lang war es still um das Bistumshaus St. Ludwig in Speyer. Jetzt gibt es Neuigkeiten von dem Bauvorhaben. Wilhelm Kuttler, Eigentümer des Geländes um St. Ludwig und Geschäftsführer der „Bisping“ GmbH im südpfälzischen Neuburg, verkündete bei einer Pressekonferenz am 19. September: „Die Bauvoranfrage wurde nun nach mehrfacher Änderung genehmigt, und bis Ende Oktober können wir sogar mit dem Erteilen der Baugenehmigung rechnen.“

Um die Baugenehmigung zu bekommen, muss auch ein archäologisches Gutachten erstellt werden. Aus diesem Grund untersuchen Archäologen aktuell das Baugelände. Gefunden wurden bisher nur die Fundamente der ehemaligen Klosterkirche St. Ludwig, von der heute nur noch der Chor erhalten ist. Damit steht dem Bauvorhaben von dieser Seite nichts mehr im Wege, denn man werde die neuen Gebäude einfach darüber bauen, um die Fundamente zu erhalten, betonte Kuttler.

Sobald die Genehmigung erteilt sei, wolle man auch sofort mit dem Abriss eines Gebäudeteils beginnen, schilderte er die weitere Vorgehensweise. Bis Anfang 2019 soll dieser erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Es folgen der Neubau von insgesamt zwei Baukörpern und die Sanierung der drei alten Gebäudeteile.

Auf dem 7 000 Quadratmeter großen Grundstück des ehemaligen Bistumshauses entstehen 54 Wohneinheiten, davon sind lediglich 15 Neubauten, die restlichen befinden sich in den sanierten Altbauten. „Es ist nämlich unser Ziel, so viel wie möglich von den Gebäuden zu erhalten“, erklärte der Eigentümer das Konzept.

Zusätzlich entstehen ausreichend Pkw- und Fahrradstellplätze. Die ursprüngliche Idee, im Kellergewölbe Gewerbeflächen einzurichten, wurde mangels interessierter Gewerbetreibender jedoch verworfen. Bis März 2021 sollen die Baumaßnahmen vollständig abgeschlossen sein.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegen schon über 100 Anfragen für die geplanten Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen vor, obwohl der eigentliche Vertrieb erst im November startet. „Wir wollen zuerst abwarten bis alle Genehmigungen erteilt sind. Erst dann soll der Vertrieb anlaufen“, unterstrich Jutta Kuttler, Miteigentümerin und Vertriebsverantwortliche.

Die auf dem Gelände befindliche Kirche aus dem 13. Jahrhundert soll vom Grundstück abgetrennt und verkauft werden. Allerdings läuft die Suche nach einem Käufer noch. Wichtig sei, für das Gotteshaus ein Konzept zu erstellen, welches wirtschaftlichen Erfolg verspricht, um den Unterhalt der Kirche finanzieren zu können, so Wilhelm Kuttler. Ein Hotel, ein Gastronomiebetrieb oder das von einer Bürgerinitiative vorgeschlagene Kolumbarium könne das an dieser Stelle nicht leisten. Kuttler favorisiert ein Veranstaltungs- oder Kongresszentrum. Er wolle aber weiterhin für alles offen bleiben. Bis ein geeigneter Käufer gefunden ist, bleibt die Kirche vorerst unberührt.

Das Gelände des ehemaligen Bistumshauses wurde 2010 vom Bistum an das Mannheimer Bauunternehmen Diringer und Scheidel veräußert. Auf Grund befürchteter Schwierigkeiten durch archäologische Befunde, zogen sich Diringer und Scheidel von dem Projekt zurück. Das Grundstück wurde dann an die aktuellen Eigentümer Wilhelm und Jutta Kuttler verkauft. Das Ehepaar gründete speziell für das ehemalige Bistumshaus eine Tochtergesellschaft zu ihrem Bauunternehmen Kuttler GmbH − die Bisping GmbH. Bisping steht für „Bistumshaus Speyer in neuem Gewand“. Dieser Name ist Programm, denn mit den Maßnahmen der Kuttlers soll das ehemalige Bistumshaus St. Ludwig eine Zukunft bekommen. (k.ho)

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