Aus dem Bistum

Donnerstag, 23. Februar 2017

Katholikenrat tritt „Netzwerk Diakonat der Frau“ bei

Katholikenrat tagte bei Frühjahrsversammlung in Maria Rosenberg – Vielfältige Themen

Bei der Frühjahrsversammlung stellten auch die Sachausschüsse des Katholikenrates ihre Arbeit vor – hier der Ausschuss Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Foto: rn

Der Katholikenrat im Bistum Speyer ist jetzt Mitglied im „Netzwerk Diakonat der Frau“. Das beschloss mit großer Mehrheit am Wochenende (17. und 18. Februar) die Vollversammlung des höchsten diözesanen Laiengremius bei ihrer Frühjahrsversammlung in Maria Rosenberg.

Der Speyerer Katholikenrat habe sich in den zurückliegenden Jahren schon mehrfach mit dem Thema „Diakonat der Frau“ beschäftigt, sagte Luisa Fischer im Gespräch mit dem „pilger“. Ausdrücklich begrüßt sie die Entscheidung von Papst Franziskus, die Zulassung von Frauen zum Diakonat durch eine Studienkommission prüfen zu lassen. Das sei für den Katholikenrat nochmals eine Bestärkung, sich in Richtung Frauendiakonat stark zu machen, so Luisa Fischer, die seit knapp einem Jahr an der Spitze des Speyerer Katholikenrates steht.

Das „Netzwerk Diakonat der Frau“ setzt sich – so deren Leitlinien –  ein „für eine Erneuerung der Kirche im Sinne einer dienenden Kirche; für eine diakonische Kirche, in der Männer und Frauen gemeinsam den Dienst Jesu Christi leben und Diakonie vor Ort wahrnehmen, initiieren, begleiten, organisieren; für die Einführung des sakramentalen Ständigen Diakonats für Frauen in der römisch-katholischen Kirche“.

Vor allem die großen katholischen Frauenverbände – Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)  und Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB) – treten für ein Diakonat der Frau ein, mit Unterstützung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). „Es gibt viele Felder, auf denen sich in unserer Kirche dringend etwas tun muss – ein wichtiges ist der Frauendiakonat“, erklärte ZdK-Präsident Thomas Sternberg beim letztjährigen bundesweiten „Tag der Diakonin“ in Münster. „Der Auftrag zur Diakonie bildet sich im sakramentalen Diakonat ab. Ohne das Engagement der Frauen würde die diakonische Arbeit in der Kirche und den Kirchengemeinden zusammenbrechen“, so Sternberg.

Auch in diesem Jahr werden am 29. April – dem Gedenktag der heiligen Katharina von Siena – kfd,  KDFB und das „Netzwerk Diakonat der Frau“ im Bistum Speyer den „Tag der Diakonin“ begehen – mit Veranstaltungen und gottesdienstlichen Feiern an zahlreichen Orten. (rn)


Den synodalen Gedanken stärken

Lange beschäftigten sich in Maria Rosenberg die Mitglieder des Katholikenrates mit dem Stand der Diskussion in den Arbeitsgruppen auf Bistumsebene, die im Nachgang zu den Foren im Zusammenhang mit Gemeindepastoral 2015 noch zu klärende Fragestellungen beackern. In den drei Arbeitsgruppen arbeiten auch jeweis zwei Mitglieder des Katholikenrates mit. Die „AG Schnittstellen“ beschäftigt sich mit den Überschneidungen in den Arbeitsfeldern von pfarrlicher und kategorialer Seelsorge, wobei der Blick „auf die Menschen an den Rändern“ von besonderer Bedeutung ist. Mit einer Vielzahl von pastoralen, kirchenrechtlichen und ganz praktischen Fragen beschäftigt sich die „AG Gemeindebildung“, wenn es um territorial verfasste Gemeinden in einer Pfarrei geht, oder um personal verfasste Gemeinden mit oder ohne Anbindung an eine Pfarrei oder auch um virtuelle Gemeinden (zum Beispiel Netzgemeinde). Bis Sommer 2018 soll ein Leitfaden für die Pfarreiräte erstellt werden.

Den breitesten Raum nahm bei der Vollversammlung die Beschäftigung mit der „Arbeitsgruppe Beratungskultur“ ein. Hinter dem Begriff stehen Überlegungen, die Struktur der Räte in der Diözese Speyer neu auszurichten und den veränderten Herausforderungen anzupassen. Theo Wieder und Alfred Lenz, die für den Katholikenrat in der „AG Beratungskultur“ mitarbeiten, gaben eine Zwischenbilanz der gegenwärtigen Diskussion. Danach sollen Priesterrat, Katholikenrat und Diözesan-Steuerrat als eigenständige Gremien erhalten bleiben, der Diözesan-Pastoralrat könnte – unter dem Aspekt einer Stärkung des synodalen Gedankens – zu einer Diözesanversammlung werden, in der unter anderem Mitglieder aus den Räten, Priester sowie haupt- und ehrenamtliche Laien zusammenarbeiten. Die guten Erfahrungen der erfolgreichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit in den diözesanen Foren während des Prozesses Gemeindepastoral 2015 sollen hier fruchtbar gemacht werden. Die Katholikenratsmitglieder erhofften sich dadurch eine verstärkt partizipative Kirche im Bistum Speyer und mehr Mitbestimmung durch Laien, so Katholikenratsvorsitzende Luisa Fischer.

In einem Votum unterstützte die Vollversammlung den angedachten Weg und beauftragte den Vorstand sowie die Katholikenratsmitglieder in der „AG Beratungskultur“, diesen weiter zu begleiten und mitzugestalten. Der Katholikenratsvorstand hatte bei den zurückliegenden Beratungen bereits Vorschläge eingebracht, die eine effektive und zukunftsorientierte Arbeit des neuen Gremiums ermöglichen sollen. Die Katholikenratsvertreter machten jedoch deutlich, dass noch viele Frage geklärt werden müssen, bevor im Herbst ein erster Satzungsentwurf vorliegt, der dann diskutiert werden kann. (rn)

Fünfzig Jahre Katholikenrat im Bistum Speyer


Der Katholikenrat im Bistum Speyer besteht in diesem Jahr 50 Jahre. Am Samstag, 1. Juli, wird das Jubiläum in Kaiserslautern gefeiert. In Kaiserslautern hatte am 1. Juli 1967 auch die konstituierende Sitzung des ersten Katholikenrates stattgefunden, der damals Diözesanrat hieß. Zum ersten Vorsitzenden wurde Landrat Dr. Richard Kling (Zweibrücken) gewählt.

Bei ihrer Frühjahrsversammlung des Jahres 1967 hatten die deutschen Bischöfe beschlossen, „in allen Diözesen Räte des Laienapostolats zu bilden gemäß den Bestimmungen des Dekrets über das Apostolat der Laien des Zweiten Vatikanischen Konzils“, wie der „pilger“ in seinem Beitrag über die konstituierende Sitzung schrieb. Der erste „Geistliche Assistent“, Domkapitular Wokart, nannte die Konstituierung des Diözesanrates „einen Schritt der Erneuerung nach vorne“.

 

 

 

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