Kultur

Dienstag, 09. Juni 2020

KÖBs öffnen wieder

Schutzkonzepte der ehrenamtlichen Büchereiteams sollen für Sicherheit sorgen

Zu dem Bündel aus Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Leser gehören unter anderem Wände aus Plexiglas. (Foto: Büchereifachstelle)

Seit Anfang Mai öffnen immer mehr Katholische öffentliche Büchereien (KÖB) und versuchen gerade in diesen Zeiten, ihre Leserinnen und Leser nach besten Kräften mit Lesestoff zu versorgen. Inzwischen sind es 69 ehrenamtliche Büchereiteams, die für ihre Bücherei vor Ort ein individuelles Schutzkonzept erarbeitet haben, das den behördlich vorgegebenen Sicherheitsauflagen entspricht.
Da werden etwa Fenster oder Türen geöffnet und zu kontaktlosen Übergabestellen für Bücher umfunktioniert. Andere Teams gestalten den Büchereiraum neu, konstruieren Schutzwände aus Plexi-glas, um die Mitarbeiter nicht zu gefährden, oder legen in den Pfarrheimen „Einbahnstraßen- oder Ampelsysteme“ an, damit sich die Leser nicht direkt begegnen. Kreativität und Engagement sind gefragt, um die Schutzmaßnahmen zu erfüllen, denn die Gesundheit der Ehrenamtlichen und Leser hat oberste Priorität. Neben den Hygiene- und Abstandsregeln gibt es daher auch für die Bücher eine strenge Papierquarantäne von mindesten drei Tagen.  
Fast alle Büchereien bieten Lieferdienste an, um auch Risikogruppen zu betreuen, die zuhause bleiben müssen. Außerdem können die Leser bei vielen Büchereien ihre Wunschbücher direkt über einen Online-Katalog vormerken, die dann an die Haustür geliefert oder in der Bücherei abgeholt werden. Dabei erfahren die Büchereiteams viele schöne Rückmeldungen. „Ein Sonnenstrahl in Coronazeit!“, schrieb eine begeisterte Leserin einem Team per E-Mail zurück.
Doch der direkte Büchereibesuch wurde in den harten Zeiten sehr vermisst. „Wann macht Ihr wieder auf?“, lautete eine vielgestellte Frage. Jetzt können die ersten Leser wieder kommen und sind sehr froh, dass sie entweder vorgepackte Buchtüten abholen oder auch wieder selbst nach ihrer Lieblingslektüre schauen können. Auch wenn das unbekümmerte Plaudern und Verweilen in den Büchereien noch warten muss, so können zumindest die persönlichen Kontakte und vielfältigen Beziehungen zwischen Lesern und Team belebt werden.
Bei ihren Schritten in die „Normalität“ bekommen die Büchereiteams Unterstützung von Seiten der Fachstelle für Katholische öffentliche Büchereien in Speyer. Aber auch in den Pfarreien freuen sich die Seelsorger, dass es in den Büchereien wieder los geht. „Vielen Dank, dass Sie das alles am Leben erhalten“, lautete die eine oder andere Rückmeldung.
Dass gerade in Krisenzeiten das Lesen als besondere Form der „Seelsorge“ an Bedeutung gewinnt, zeigt sich an den deutlich gestiegenen Ausleihzahlen der E-Books. An der Onleihe im Bistum Speyer beteiligen sich 61 Büchereien und bieten ihren Lesern auf digitalem Weg die Möglichkeit, mit passender Lektüre ihrer Seele etwas Gutes zu tun.

Jahresstatistik 2019
Im vergangenen Jahr haben die 970 Ehrenamtlichen in den 120 Katholischen öffentlichen Büchereien im Bistum Speyer mehr als 2 300 Veranstaltungen durchgeführt, 530 000 Entleihungen erzielt und knapp 200 000 Besucher gezählt.

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