Kirche und Welt

Dienstag, 26. September 2017

Kurienreform in der Schlussphase

Leitungszentrale im Vatikan wird neu ausgerichtet – Antwort auf Erfordernisse

Links und rechts der Via della Conciliazione, die auf Petersdom zuführt, befinden sich zahlreiche vatikanische Einrichtungen und Behörden. Foto: imagebroker.com/actionpress

Die von Papst Franziskus 2013 angestoßene Kurienreform geht in die Schlussphase. Der beratende Kardinalsrat habe nur noch „zwei oder drei“ vatikanische Behörden auf der Agenda; einige bereits gemachte Vorschläge müssten wieder revidiert werden, sagte der Sekretär des Gremiums, Bischof Marcello Semeraro, der italienischen Zeitung „Avvenire“ am Wochenende. Denkbar seien weitere Zusammenlegungen bisher selbstständiger Einrichtungen wie bei der neugestalteten Behörde für Laien, Familie und Leben oder der Behörde für ganzheitliche Entwicklung. Das letzte Wort liege beim Papst, so Semeraro.

Papst Franziskus hatte kurz nach seiner Wahl einen Kreis von Kardinälen benannt, die ihn bei einer Umgestaltung der Leitungszentrale im Vatikan beraten sollten. Dem Rat von inzwischen neun Kardinälen, in dem alle Kontinente repräsentiert sind, gehört auch der Münchner Erzbischof Reinhard Marx an. Seit Oktober 2013 kam das Gremium laut „Avvenire“ zu 21 Sitzungsperioden mit insgesamt 63 Arbeitstagen und 122 Beratungen zusammen.

Semeraro sagte, die ersten Neuerungen der Reform seien schon in der „Einlaufphase“. Jetzt müsse man „prüfen, ob alles gut funktioniert, und gegebenenfalls eingreifen“. Die römische Kurie sei „ein lebender Organismus“. Änderungen seien „keine Dogmen, sondern eine Antwort auf Erfordernisse der Zeit“.

Als ein Kennzeichen hob Semeraro hervor, dass die frühere Unterscheidung zwischen eher beratenden Räten und sogenannten Kongregationen, die weitere Befugnissen haben, aufgegeben wurde. Die neuen Behörden werden nach einem lateinischen Begriff „Dikasterium“ genannt.

Erwogen wird nach den Aussagen des Bischofs auch die Einrichtung eines Personalchefs. Dessen Titel, Position und andere Fragen seien noch offen und vom Papst zu entscheiden, sagte Semeraro. Die heutige Kurie könne „nicht mehr mit den Zeiten und Verfahren der Vergangenheit arbeiten“.

Semeraro äußerte die Einschätzung, der Kardinalsrat werde über die Kurienreform hinaus bestehen bleiben. Aufgabe des Gremiums sei, den Papst auch zukünftig bei der Leitung der Weltkirche zu beraten. (red)    

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