Silbermöwe

Mittwoch, 25. Januar 2017

Leben im und vom Müll

Spendenübergabe: Solilauf in St. Ingbert mit 31200 Euro für Kinder in Kalkutta

Von der Arbeit erschöpft. Kinder auf den Müllbergen am Rande von Kalkutta. Der Erlös des St. Ingberter Solilaufs fließt in von Misereor unterstützte Projekte, die diesen Kindern eine Zukunft ermöglichen sollen. Den Besuch der Schule zu ermöglichen, ist dabei besonders wichtig. Foto: Rönn

Der Solilauf, der im September 2016 in St. Ingbert stattgefunden hatte, war das zentrale Ereignis beim Rückblick auf das zurückliegende Jahr beim Neujahrsempfang der Gemeinde St. Pirmin und St. Michael in St. Ingbert. Mehr als 100 Helferinnen und Helfern, die bei der Organisation der Solidaritätsaktion geholfen hatten, dankte Karl Ackermann vom Organisationsteam für einen großartigen Einsatz. Als Ergebnis der Anstrengungen konnte er Pfarrer Andreas Sturm einen Scheck über 31200 Euro zur Weiterleitung an Misereor übergeben. Das Hilfswerk unterstützt im indischen Kalkutta vielfältige Projekte seiner Partnerorganisation Tiljala Shed, die in den Slumvierteln der Metropole vor allem Familien und Kinder unterstützt, die sich notdürftig durch das Sammeln und Verkaufen von Müll über Wasser halten. Die Kinder aus den Armenvierteln erhalten die Möglichkeit, so genannte „Brückenschulen“ zu besuchen, um Anschluss an das normale Schulwesen zu finden. Minidarlehen sollen den Müllsamlern, die in der Stadt und auf den großen Müllbergen in der Nähe ihrer schmutzigen und ungesunden Beschäftigung nachgehen müssen, die Gründung von eigenen kleinen Unternehmen ermöglichen, um sie so vor gnadenloser Ausbeutung zu schützen.

Es gibt zudem eine projekteigene Nähwerkstatt sowie eine kleine Gewürzmanufaktur. Im Mittelpunkt stehen jedoch die Projekte für Kinder. Geld wird benötigt für den Betrieb und den Unterhalt der informellen Schulen, für die Gehälter der Lehrkräfte, für das Schulmaterial sowie für die Arbeit mit den Eltern. Viele Familien leben im Schatten der Müllberge oder in direkter Nachbarschaft der Bahngleise am Rande des Stadtzentrums.

Im Gottesdienst während des Solilaufs im September hatte Weihbischof Otto Georgens in seiner Predigt den Einsatz für die Kinder in Kalkutta gewürdigt und von einem Audruck der barmherzigen Liebe gesprochen. Weihbischof Georgens und Pfarrer  Sturm hatten 2011 im Rahmen der Fastenaktion des Bischöflichen Hilfswerks Misereor Kalkutta besucht und unter anderem auch die Projekte für die Müllsammlerfamilien kennengelernt. In Kalkutta, so Weihbischof Georgens in seiner Predigt, seien Christen herausgefordert, gegen das Übermaß an Elend den Einsatz für die Kinder zu setzen, um ihnen Zukunft zu schenken. Pfarrer Sturm berichtete beim Neujahrsempfang, dass sich Vertreter von Tiljala Shed in Kalkutta bereits für die Solilauf-Spende als „großartige Unterstützung“ bedankt hätten. Für das neue Jahr 2017 kündigte Karl Ackermann den Solilauf für den 9. und 10. September an.

Im Gottesdienst vor dem Neujahrsempfang hatten sich Mitglieder der KJG aus der Gemeinde St. Pirmin und St. Michael vorgestellt, die im November 2016 in der Pfarrei Heiliger Ingobertus gegründet worden war, und die Ziele des Jugendverbandes erläutert. 25 Kinder und Jugendliche gehören inzwischen der KJG an, die von sechs Pfarreileitungsmitgliedern geführt wird und den jungen Menschen Gruppenstunden anbietet. (red)

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