Kirche und Welt

Donnerstag, 27. September 2018

„Marsch für das Leben“ in Berlin

Erstmals auch ein evangelischer Bischof bei Aktion von Lebensschützern

Mehr als 5000 Menschen machten sich bei der Demonstration in Berlin für den Schutz des Lebens stark. Foto: KNA

Rund 5500 Gegner von Abtreibung und aktiver Sterbehilfe haben am Wochenende in Berlin beim „Marsch für das Leben“ demonstriert. Unter ihnen waren Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch und Weihbischof Matthias Heinrich sowie der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Erstmals seit Jahren nahm mit Hans-Jürgen Abromeit aus Greifswald ein evangelischer Bischof teil.

Im Unterschied zu den Vorjahren stimmten die Schätzungen der Teilnehmerzahl von Veranstalter und Polizei überein. Organisiert hatten den Marsch der Bundesverband Lebensrecht, ein Zusammenschluss von 14 Lebensschutzorganisationen. Nach dessen Angaben ist der jährliche Marsch die bundesweit größte Demonstration für den Schutz des Lebens. Erneut wurde er von 1000 Gegendemonstranten mit Trillerpfeifen und Sprechchören gestört.

Beim Abschlussgottesdienst rief Abromeit zur Hilfe für schwangere Frauen in Notsituationen auf. „Eine ungewollte Schwangerschaft ist eine Nagelprobe auf die Solidarität der Gesellschaft“, so der evangelisch-lutherische Bischof. Beim Engagement für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder gehe es nicht um Zwang. Das deutsche Recht setze darauf, dass die Eltern sie freiwillig annähmen.

„Wir brauchen aber noch ganz andere Unterstützungssysteme“, forderte Abromeit. Väter, Eltern, Nachbarn und Arbeitgeber müssten ihre Verantwortung noch viel intensiver annehmen, „damit die Frauen am Ende nicht alleine dastehen“. Weihbischof Heinrich sagte, der Marsch trete auch für die hungernden, kranken und flüchtenden Menschen ein, denen das Lebensrecht abgesprochen werde.

Beim Auftakt beschlossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihrem Applaus eine Reihe von Forderungen an die Politik. Sie riefen dazu auf, das gesetzliche Werbeverbot für Abtreibungen beizubehalten. Mit Blick auf die Beratungsregelung für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch wendeten sie sich „gegen Scheine, die Abtreibungen legitimieren“. Zudem warnten sie vor einer „Krankenkassenfinanzierung von Bluttests, die ungeborene Kinder selektieren“. Familien, „die sich um Kinder mit Besonderheiten kümmern“, bräuchten mehr Hilfe und Anerkennung. Auch müsse die Palliativmedizin für todkranke Menschen ausgebaut werden, statt „Tötungsmittel zuzulassen“. (red)

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