Silbermöwe

Mittwoch, 04. März 2020

Menschen wissen nicht wohin

Caritas intensiviert Syrienhilfe – Kein Ende des Krieges in Sicht

Die Lage der Flüchtlinge in Syrien – und in den benachbarten Ländern – wird immer verzweifelter. Die neuen Kämpfe verschärfen die Situation. (Foto:actionpress)

Die Caritas stellt weitere 100 000 Euro für die Menschen in Syrien bereit, um die größte Not zu lindern. Auch im zehnten Jahr des Bürgerkriegs findet das Leid in Syrien kein Ende. „Große Sorge bereitet uns vor allem die Situation im Nordwesten des Landes, wo durch anhaltende Kämpfe fast eine Million Menschen auf der Flucht sind“, sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes.

Während die Menschen in den Monaten zuvor noch in Flüchtlingscamps, Moscheen und öffentlichen Gebäuden Aufnahme finden konnten, sind diese Kapazitäten jetzt erschöpft. „Die Menschen wissen einfach nicht mehr wohin.“ Die Vertriebenen campieren in LKWs, in Straßengräben oder auf Feldern bei winterlichen Bedingungen. Die Menschen sind oft krank und benötigen außer medizinischer Versorgung auch dringend Nahrungsmittelhilfen sowie warme Kleidung und Unterkünfte. Caritas international unterstützt die Menschen durch einen lokalen Partner, der täglich etwa 12 000 Mahlzeiten an die Vertriebenen verteilt, warme Kleidung und Decken bereitstellt sowie beschädigte Gebäude für die Unterbringung besonders Bedürftiger notdürftig instand setzt. Zudem unterstützt die Caritas Waisenhäuser mit Lebensmitteln, repariert Schäden und verteilt Hygieneartikel.
Ein Ende dieser Situation ist nicht in Sicht, denn die Kampfhandlungen rund um Idlib halten weiter an. „Zu befürchten ist, dass die Zahl der Menschen, die fliehen müssen, noch weiter ansteigt“, sagt Oliver Müller. Geschätzt werde, dass weitere 300 000 Menschen in den nächsten Wochen zusätzlich ihr Zuhause verlieren.
Der Hilfebedarf in Syrien ist nach wie vor riesig. Über 13 Millionen Menschen bedürfen der humanitären Hilfe, davon sind über sechs Millionen Syrier Vertriebene im eigenen Land. Weitere 5,6 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen, insbesondere in die Türkei und in die angrenzenden Nachbarländer.

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