Kultur

Mittwoch, 22. Juli 2015

Mikwen aus ganz Europa

Sonderausstellung ab 2. August im Museum SchPIRA

Die Mikwe in Friedberg, fotografiert von Peter Seidel. Foto: Seidel/Museum SchPIRA

Von 2. bis 30. August zeigt das Jüdische Museum Speyer – Museum SchPIRA – die Fotoausstellung „Ganz rein. Jüdische Ritualbäder“. Der Frankfurter Fotograf Peter Seidel fotografierte von 1990 bis 2011 jüdische Ritualbäder, so genannte Mikwen, in Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und Deutschland. Seine Fotografien sind dokumentarisch-konzeptionell und versuchen, die „Heiligkeit“ dieser Orte zu respektieren und deren kontemplative Ruhe zu vermitteln.

Nur im Wasser einer Mikwe, die „lebendiges“, das heißt ungeschöpftes Grund-, Fluss- oder Regenwasser haben muss, können nach jüdischem Glauben Personen oder Gegenstände vom Zustand des Unreinen wieder zum Zustand der Reinheit gelangen. Die rituelle Reinigung ist zu bestimmten Zeiten im Lebenszyklus oder bei Grenzerfahrungen nötig. Der Akt der Reinigung besteht im Untertauchen des ganzen Körpers. Zuvor muss der Körper gründlich gereinigt werden, da die Mikwe ausschließlich der Tahara – der geistigen und spirituellen Reinheit – dient.

Mikwen sind oft als Teil eines Synagogenbaus, häufig aber auch freistehend und in Privathäusern errichtet worden. Der Badeschacht fü̈r das Tauchbecken wurde mancherorts bis zu über 20 Meter tief in die Erde gegraben. Baugeschichtlich entspricht die Bedeutung der Mikwen in etwa der von Synagogen. Doch aufgrund ihres intimen Charakters bleiben sie zumeist eher im Verborgenen. (red)

Das Museum SchPIRA in der Kleinen Pfaffengasse 20 in Speyer ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Nach der Präsentation in Speyer ist die Ausstellung im September in Worms und ab Mitte Oktober in Mainz zu sehen.

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