Silbermöwe

Mittwoch, 21. November 2018

Mit Bildung gegen die Konflikte

Helga Preißer erhielt Auszeichnung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem

Schulleiter Suhail Daibes, zu dem die Friedensflecken-Mitglieder seit Jahren einen engen Kontakt haben, überreichte Helga Preißer die Auszeichnung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem. Rechts im Bild Wilhelm Rauscher vom „Verein für eine geeinte Welt“. Foto: Petra Würth

Alles begann mit einer Pilgerreise. Daraus entstanden ist der Freundeskreis „Friedensflecken“, ein Netzwerk an Unterstützern für christliche Familien in Beit Jala, Palästina. Im September erhielt Helga Preißer,  stellvertretend für die Initiative, die goldene Verdienstauszeichnung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem.

Preißer ist mittlerweile im Ruhestand und wohnt in Freiburg. In Speyer lebte und arbeitete sie viele Jahre im Führungsteam des Bistumshauses St. Ludwig. Im Zuge ihrer Tätigkeit organisierte sie viele Reisen ins Heilige Land. Im Jahr 2006 besuchte sie mit einer Reisegruppe die Schule des Lateinischen Patriarchats in Beit Jala. Der damalige Pfarrer informierte die Pilgergruppe ausführlich über die Situation der Christen in der Gemeinde und es wurde deutlich, dass viele Eltern große Probleme haben, das Schulgeld für die Katholische Schule aufzubringen. Spontan erklärte sich Preißer bereit, für ein Kind das Schulgeld als Patin zu übernehmen. Die heute 19-jährige Vanessa hat mittlerweile die Schule abgeschlossen und studiert in Bethlehem.

Andere Reisende waren angetan von der unkomplizierten Möglichkeit, die Christen im Heiligen Land zu unterstützen. So wurden die Schulpatenschaften im Laufe der Jahre immer mehr, und heute werden jedes Jahr 33 Kinder unterstützt. Organisiert über den „Verein für eine geeinte Welt“ gehen die Spendengelder ohne Abzug direkt an die Schule beziehungsweise auf das Schulgeldkonto der betreffenden Schüler, von dem beispielsweise Kosten für Bücher, Unterrichtsmaterial und Schuluniformen beglichen werden. „Es ist wirklich ein Geschenk, dass so viele sich im Laufe der Jahre beteiligt haben und die Hilfe nicht abreißt“, sagt Preißer. Manche Paten übernehmen die Kosten von 600 Euro pro Jahr für ein Kind komplett, andere geben Einzelbeträge, man muss sich nicht festlegen, jeder gibt, was er kann.

Auch über den Verkauf von Olivenholzartikeln und Selbstgebasteltem auf Weihnachtsmärkten werden Schulgelder finanziert. Federführend organisiert das mittlerweile Monika Sander aus Ludwigshafen. Auch in diesem Jahr wird sie wieder mit einem Stand beim Weihnachtsmarkt im Klinikum Ludwigshafen mit dabei sein. Im September nun kam Schulleiter Suhail Daibes, zu dem die Friedensflecken-Mitglieder  seit Jahren ein vertrauensvolles Verhältnis pflegen, nach Deutschland, um Preißer die Auszeichnung des Patriarchats zu überreichen. Bei Begegnungsabenden in Petersbächel bei Familie Würth, in Neustadt und in Freiburg nutzten viele die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Situation der Christen vor Ort und die Schule zu informieren.

Die Schule gehört zum Verband katholischer Schulen im Heiligen Land und bietet Kindern vom Kindergarten bis zur 12. Klasse Bildung und Erziehung, die sich an christlichen Werten orientiert und zum Frieden in einer krisengeplagten Region beiträgt. Eine Begegnungsreise, bei der man auch die Schule besuchen wird, ist für den Jahreswechsel 2019/2020 in Planung. wü


Infos zur Reise:
Petra Würth
Telefon 06393/1243
E-Mail: kontakt@wuerth-petra.de



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