Kirche und Welt

Donnerstag, 23. Juni 2016

Papst bekennt Glaubenszweifel

„Krisen bedeuten zugleich Gefahr und Chance“

Papst Franziskus – beim Besuch eines Studienkollegs in Rom berichtete er auch von dunklen Stunden und Krisen in seinem Glaubensleben. Foto: actionpress

Papst Franziskus hatte nach eigenen Worten immer wieder Glaubenszweifel. Oft habe er religiöse Krisen erlebt, „als Jugendlicher, Seminarist, Priester, Ordensmann, Bischof und Papst“, sagte er beim Besuch eines römischen Studienkollegs. Dabei habe er auch „die Unverfrorenheit besessen, Jesus zu tadeln“ und den Glauben als Illusion oder Alibi empfunden. Solche Zweifel bezeichnete der 79-jährige Papst gleichwohl als notwendig: Einem Christen, der keine Glaubenskrisen kenne, fehle etwas, sagte er laut dem am 20. 6. vom Vatikan veröffentlichten Redeskript.

Eine Krise bedeute zugleich Gefahr und Chance, so Franziskus. „Ein Christ –  das habe ich gelernt – darf keine Angst haben, in eine Krise zu geraten: Es ist ein Zeichen, dass er vorwärtsgeht, dass er nicht am Ufer des Flusses oder des Meeres ankert“. Zum Risiko des Unterwegsseins gehöre auch, Fehler zu machen; den größeren Fehler mache aber, wer stillstehe. „Riskiere etwas für hehre Ziele, riskiere, dir die Hände schmutzig zu machen“, sagte der Papst.

Franziskus äußerte sich bei einem Besuch der Stiftung „Villa Nazareth“ in Rom. Getragen wird diese Einrichtung zur Studienförderung von der katholischen „Gemeinschaft Domenico Tardini“. Ihr Vorsitzender ist Kardinal Achille Silvestrini, emeritierter Leiter der Ostkirchenkongregation im Vatikan.

Bei der Begegnung rief der Papst unter anderem auch zu einem überlegteren Schritt in die Ehe auf. Wenn eine Hochzeit hauptsächlich als gesellschaftliches Ereignis verstanden werde, sei zu fragen, ob die Eheleute eine hinreichend freie Entscheidung träfen. Dies sei eine Voraussetzung für den Empfang des Sakraments, sagte der Papst. Wer von dem „sakramentalen Geheimnis“ der Ehe nicht überzeugt und nicht gut vorbereitet sei, für den sei es „besser, nicht zu heiraten“. (red)

 

 

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Redaktion
Keine Kommentare

Pilger-Community

Um Kommentare verfassen zu können müssen Sie in der Pilger-Community angemeldet sein.

Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich
hier kostenlos registrieren.

Die Kommentarfunktion dient dem Austausch der Pilger-Community untereinander. Alle Kommentare drücken ausschließlich die Ansichten der Autoren (Nutzer) selbst aus. Der Betreiber der Website www.pilger-speyer.de ist für den Inhalt einzelner Beiträge nicht verantwortlich. Hier finden Sie die  ausführlichen Nutzungsbedingungen und Regeln zur Kommentarfunktion.

Zurück zum Archiv

Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren