Wochenkommentar

Donnerstag, 15. Dezember 2016

„Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres

GfdS kürt alljährlich Wörter oder Wendungen

„Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres 2016. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in diesen Tagen in Wiesbaden bekannt. Im vorigen Jahr hatte sich die Jury für „Flüchtlinge“ als Wort des Jahres entschieden. Seit 1977 kürt die GfdS alljährlich Wörter oder Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres in besonderer Weise bestimmt haben.

Das Kunstwort „postfaktisch" geht auf den amerikanisch-englischen Begriff „post truth“ zurück. Wie die Jury schreibt, verweist es darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. „Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen 'die da oben' bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren“, heißt es weiter in der Begründung der Wahl. Trump lässt grüßen.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache räumt ein, dass „postfaktisch“ etwas akademisch klingt und noch keinen Eingang in die Umgangssprache gefunden hat. Aber, es gehe beim Wort des Jahres nicht um die Häufigkeit des verwendeten Begriffs, sondern darum, ob es eine gesellschaftliche Entwicklung widerspiegele. Das sei bei „postfaktisch“ der Fall, weil es etwa auch bei der Wahl des amerikanischen Präsidenten oder auch deutschen Landtagswahlen vielfach nicht um Tatsachen, sondern eher um ein „Bauchgefühl“ gegangen sei. (pil/epd)

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