Aus dem Bistum

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Ruhepunkt in einer hektischen Zeit

ACK lädt für 10. Dezember zur Feier des „Ökumenischen Gebets im Advent“ ein.

Die Gesangbücher verschiedener ACK-Kirchen liegen schon im Wohnzimmer von Susanne Laun für das nächste „Ökumenische Gebet im Advent“ am 10. Dezember bereit. Bild: Landry

Die 13 Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) – Region Südwest laden zur Feier eines „Ökumenischen Gebets im Advent ein“. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto „... mehr als verdient...“ Traditionell wird das Ökumenische Gebet am Montag nach dem Zweiten Advent begangen. In diesem Jahr fällt dieser Termin auf den 10. Dezember.

Durch die Feier an einem ganz bestimmten Tag soll laut ACK zum Ausdruck kommen, „dass wir als Christinnen und Christen gemeinsam Jesus, den Retter der Welt, erwarten“. Eine ausgearbeitete Gottesdienstvorlage gibt Anregungen für einen ökumenischen Wortgottesdienst in Kirchen, Gemeindehäusern, Schulen, Krankenhäusern, Altenzentren oder auch zu Hause.

Susanne Laun, Delegierte in der ACK Südwest und Leiterin der Abteilung „Besondere Seelsorgebereiche“ im Bischöflichen Ordinariat Speyer, liegt das „Ökumenische Gebet im Advent“ sehr am Herzen.  Seit mehr als zehn Jahren wird es in ihrem Haus in Schifferstadt mit der Familie, mit Freunden und Bekannten gefeiert, und zwar so, wie es die ACK vorsieht: ökumenisch. Denn  zu den zwölf bis 14 Gästen gehören alljährlich nicht nur Katholiken, sondern auch evangelische Gläubige, zu denen auch der Ehemann von Susanne Laun zählt, sowie mennonitische und methodistische Christen.

„Es geht mir einfach darum, meinen Freunden und Bekannten eine Möglichkeit zur Unterbrechung im Advent zu bieten und damit dem, worum es in dieser Zeit geht, auch Raum zu geben“, unterstreicht die verheiratete Mutter von zwei erwachsenen Söhnen ihr Anliegen. Deshalb ist im Hause Laun in Schifferstadt das Ökumenische Gebet auch Anlass, die Gemeinschaft, das Zusammensein in adventlicher Atmosphäre bei Kerzenschein zu pflegen und zu genießen. „Zunächst feiern wir den Wortgottesdienst, und hinterher gibt es Bratäpfel, alkohol­freier Punsch und Plätzchen“, beschreibt sie den Ablauf. Die Liturgie im heimischen Wohnzimmer wird von einem Freund am Klavier begleitet. Auch das gehört zur Tradition. Vor einigen Jahren hat er der Hausherrin und ihrem Ehemann ein Buch mit deutschen Advents- und Weihnachtsliedern geschenkt, das ebenfalls alljährlich zum Einsatz kommt.

Die Lieder ergänzen die liturgische Feier, deren Ablauf sich an der ausgearbeiteten Gottesdienstvorlage orientiert.  „Denn ich finde es schön und entlastend, dass man sich reinfallen lassen kann in etwas, was andere erarbeitet haben“, so Laun.

Was den Termin betrifft, so ist es Susanne Laun wichtig, dass er in der Regel auf den vorgeschlagenen Tag fällt. Auf diese Weise entstehe eine andere Form von Gemeinde mit Gruppen außerhalb der eigenen vier Wände, die zur gleichen Zeit beten – sozusagen eine große ökumenische Gemeinschaft. „Denn Kirche ist für mich immer größer als das, was ich in meinen konfessionellen Grenzen wahrnehme.“

Auch in der protestantischen Kirchengemeinde Schifferstadt wird die Ökumene groß geschrieben. Alljährlich gestaltet sie im Rahmen des lebendigen Adventskalenders der katholischen Gemeinde Herz Jesu möglichst an dem von der ACK vorgeschlagenen Termin einen Abend in der Gustav-Adolf-Kirche mit dem Ökumenischen Gebet. „Das ist eine recht intime Sache“, bekräftigt Pfarrer Michael Erlenwein. „Bei der liturgischen Feier lesen Lektoren die Texte der Vorlage vor, und jemand stimmt die Lieder an.“ Durch die Beleuchtung im Altarraum entstehe eine besondere Atmosphäre. Rund 20 katholische und evangelische Christen würden sich im Schnitt daran beteiligen. „Diese Liturgie ist eine einfache Methode, das ökumenische Miteinander zu leben“, nennt Erlenwein den Vorteil. Sie habe den Charakter eines Stundengebets und sei für ihn eine Art Meditation.

In der Mennonitengemeinde Enkenbach ist das „Ökumenische Gebet im Advent“ alljährlich fester Bestandteil in den Hauskreisen und Gesprächsgruppen, aber auch in manchen Familien. Allerdings unabhängig vom vorgegebenen Termin, wie Pastor Rainer Burkhart betont. Auch würden die Gruppen nicht unbedingt die komplette ausgearbeitete Gottesdienstvorlage verwenden, sondern häufig auch nur Teile daraus, etwa das Foto für eine Bildbetrachtung. Pastor Burkhart bestellt alljährlich „einen ganzen Packen“ Faltblätter, die er im Gemeindezentrum zum Mitnehmen auslegt. Die Mennonitengemeinde zählt 250 Mitglieder. Die meisten von ihnen leben im 30 bis 50 Kilometer Umkreis von Kaiserslautern.

Das erste „Ökumenische Hausgebet im Advent“, wie die liturgische Feier ursprünglich hieß, erschien 1984. Der Titel lautete: „In Erwartung“. 2006 erfolgte dann die Umbenennung in „Ökumenisches Gebet im Advent“.pede

Das Faltblatt der Gottesdienstvorlage für das „Ökumenische Gebet im Advent“ kann bei der Paulinus-Verlag GmbH, Postfach 30 40, 54220 Trier, Telefon 0651/4608-121, Telefax 0651/4608-220, E-Mail: buchversand@paulinus- verlag.de bestellt werden.

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