Silbermöwe

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Schlimmste Hungersnot seit 100 Jahren

Publizist Todenhöfer und Ärzte ohne Grenzen mit erschreckenden Berichten aus dem Jemen

Ohne Hoffnung. Die Kinder können in weiten Teilen des Landes keine Schule mehr besuchen. Foto: actionpress

Nach Ansicht des Publizisten Jürgen Todenhöfer erlebt der Jemen „die schlimmste Hungersnot der letzten hundert Jahre“. Das Land brauche dringend Frieden, ansonsten werde sich die humanitäre Lage noch weiter verschärfen, berichtete Todenhöfer am Samstag im Deutschlandfunk aus der Hauptstadt Sanaa. Das Stadtbild sei geprägt von Kindern und alten Menschen, die bettelten, weil sie sonst verhungern würden. „Es sterben eben sehr, sehr viele Menschen durch Hunger.“ Durch die Blockade sei das ohnehin arme Land völlig ausgehungert.

Für mehr Frieden im Land müsse der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran gelöst werden, so der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete weiter. Saudi-Arabien führt eine Allianz, die den jemenitischen Präsidenten Hadi unterstützt. Der Iran gilt als Schutzmacht der aufständischen Huthi-Bewegung.

Die andauernden Kämpfe in Jemens Hauptstadt Sanaa und die Blockade auf Importe von Hilfsgütern verschlimmern nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen die Lage der Menschen im Land. Während schwerer Straßenkämpfe und Luftangriffe saßen die Menschen in Sanaa immer wieder in ihren Häusern fest, wie die Hilfsorganisation in Berlin mitteilte. Verwundete könnten medizinische Einrichtungen nicht erreichen. „Medizinische Einrichtungen wurden in diesem Konflikt immer wieder angegriffen“, erklärte der Koordinator von Ärzte ohne Grenzen, Steve Purbrick. Trotzdem unternähmen die Kriegsparteien nichts, um medizinische Einrichtungen zu schützen, und gefährdeten so das Leben von Patienten und medizinischen Mitarbeitern. Er forderte, dass Menschen die Möglichkeit haben müssten, zu fliehen und medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen. Krankenwagen müssten Verwundete bergen können, medizinische Einrichtungen geschützt werden. Seit Beginn der Blockade hätten sich die Lebensbedingungen der Menschen weiter dramatisch verschlechtert. (red)

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