Wochenkommentar

Mittwoch, 27. Mai 2020

Sind die Gottesdienste ein Risiko?

Diese Nachricht ist ein Schock: Mindestens 107 Personen haben sich bei einem Gottesdienst der Evangeliums-Christen-Baptisten in Frankfurt mit Covid-19 infiziert.

Damit ist genau das eingetreten, was man bei realistischer Sicht befürchten musste, als die gemeinsamen öffentlichen Gottesdienste in Deutschland wieder aufgenommen wurden.
Die näheren Umstände des Gottesdienstes müssen genau untersucht werden. Sollte es sich aber bestätigen, dass tatsächlich alle Abstands- und Hygieneregeln befolgt worden sind, dann wären die Konsequenzen für alle anderen Gottesdienste landauf, landab nicht abzusehen. Denn dann könnte man davon ausgehen, dass gottesdienstliche und andere Versammlungen in geschlossenen (Kirchen-)Räumen an sich eine Gefahr darstellen.  
Gottesdienste sind buchstäblich ein Überlebensmittel, und die Sehnsucht danach ist gerade in Corona-Zeiten groß. Und doch muss man sich ganz ernsthaft, offen und ehrlich in allen deutschen Bistümern die Frage stellen, ob der weitreichende Schritt zu schnell erfolgt ist.
Darüber hinaus brauchen wir dringend eine genauso offene und umfassende Debatte darüber, ob und inwiefern die neuen „Corona-Gottesdienste“ mit ihren notwendigerweise hohen Auflagen der Würde des Anlasses entsprechen. Widersprechen Zugangsbeschränkungen und Voranmeldung nicht der freien Einladung aller an den Tisch des Herrn? Lassen Mundschutz und Gesangsverbot überhaupt das Erlebnis von Gemeinschaft zum Lobe Gottes aufkommen? Ist eine würdige Kommunionausteilung in Corona-Zeiten nicht (fast) immer auch die riskantere? Diese Aspekte müssen auf den Prüfstand.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  (Gerd Felder)
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