Kirche und Welt

Donnerstag, 24. August 2017

Staatsbegräbnis für Ruth Pfau

Pakistan: Islamischer Staat ehrt katholische Ordensfrau aus Deutschland

Staatsbegräbnis für Ruth Pfau. Hunderte von Menschen – Christen und Muslime – begleiteten sie auf ihrem letzten Weg. Foto: KNA

Mit einem Staatsakt hat Pakistan Abschied von der deutschen Medizinerin und katholischen Ordensfrau Ruth Pfau genommen. Soldaten trugen am Wochenende den mit der Flagge Pakistans bedeckten Sarg in Karachis St.-Patrick’s-Kathedrale. Die international als „Mutter Teresa von Pakistan“ bekannte Lepra-Ärztin war am 10. August im Alter von 87 Jahren gestorben. An dem von Erzbischof Joseph Coutts zelebrierten Trauergottesdienst nahmen unter anderen der Staatspräsident Pakistans, Mamnoon Hussain, mehrere Mitglieder der Regierungsspitze sowie hochrangige Vertreter von Armee, Luftwaffe und Marine teil. Das Land ehre Pfau für ihre „selbstlosen und unübertroffenen“ Dienste, sagte Premierminister Shahid Khaqan Abbasi.

Nach dem Trauergottesdienst wurde Pfau auf dem Friedhof Gora Qabaristan, der mehr als 170 Jahre alten christlichen Begräbnisstätte in Karachi, beigesetzt. Der Wagen mit dem Sarg wurde auf seinem Weg durch die Millionenmetropole von Soldaten begleitet. Pakistanische Medien erinnerten mit umfangreichen Berichten, Nachrufen und Reportagen an das Leben und Wirken Pfaus. Staatsbegräbnisse gibt es in Pakistan normalerweise nur für gefallene Soldaten und für Regierungsmitglieder.

Die 1929 in Leipzig geborene Pfau hatte es in den vergangenen 55 Jahren geschafft, die Zahl der Lepra-Erkrankungen in der Islamischen Republik Pakistan drastisch zu verringern. Seit 1960 lebte sie in der 13-Millionen-Metropole Karachi, wo sie als Ärztin in den Elendsquartieren arbeitete. 1979 wurde sie zur Ehrenbürgerin und zur nationalen Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin ernannt. Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) war einer der Hauptförderer von Pfaus Arbeit. (red)

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