Wochenkommentar

Mittwoch, 05. Februar 2020

Synodaler Weg nimmt Fahrt auf

Ein Einwurf zum Thema "Synodaler Weg"

Sie hatten wackelige Argumente vorgebracht, als es etwa um die Aussagekraft der MHG-Studie zum Thema Missbrauch ging oder um das Verhältnis zwischen Laien und Bischöfen. Schließlich konnten sie die große Mehrheit der Synodalen nicht überzeugen. Im Gegenteil: Am Ende standen der Kölner Kardinal Woelki, der Regensburger Bischof Voderholzer und einige weitere Mitstreiter ziemlich alleine da.
Natürlich kann man jetzt sagen, nicht alle seien wirklich zu Wort gekommen. Man kann immer behaupten, dass Jesus Christus vor 2 000 Jahren vielleicht eine andere Kirche gewollt habe. Aber wenn dem so ist, muss man in aller Ernsthaftigkeit darüber streiten.
Noch ehe die erste zentrale Versammlung des Synodalen Wegs zu Ende war, hat Kardinal Woelki beim Kölner Internetportal domradio.de bereits eine Stellungnahme abgegeben. Und die war in der Beurteilung des Synodalen Weges einigermaßen vernichtend. Es sei der Eindruck erweckt worden, dass Bischöfe und Laien gleich seien, „und das hat eigentlich nichts mit dem zu tun, was katholische Kirche ist und meint“, so Woelki, der von einem quasi-protestantischen Kirchenparlament sprach. In seinen Augen war es wohl geschickt, dass er mit seinen kühnen Behauptungen vorgeprescht ist, als die anderen noch debattierten. Damit wollte er Stimmung machen.
Aber gut. Die Synode nimmt Fahrt auf – und das ist gut! In der Versammlung wurde sehr klar benannt, vor welchen Herausforderungen unsere Kirche steht: Missbrauch, Vertrauensverlust in weiten Teilen der Gesellschaft, die ungelöste Ämterfrage zwischen Männern und Frauen. Vermutlich werden die Synodalen noch öfter Knüppel zwischen die Beine bekommen. Immerhin: Man weiß inzwischen, woher sie kommen.

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