Kirche und Welt

Mittwoch, 11. März 2020

Verwaiste Pilgerstätten

Das Coronavirus trifft auch die Kirche in Rom und im Heiligen Land

Der Petersplatz ist fast menschenleer. Um die Ansteckungsgefahr dort zu reduzieren,

Das Virus „Covid-19“ wirkt sich auf die Zentren der katholischen Kirche aus: Der Vatikan hat wegen der Ansteckungsgefahr unter anderem die Generalaudienzen mit dem Papst abgesagt. Israel lässt viele Pilger nicht mehr einreisen.

Normalerweise schieben sich um diese Jahreszeit Menschen in langen Schlangen durch die heiligen Stätten in Jerusalem und Betlehem. Das Coronavirus und die Gegenmaßnahmen der Behörden haben diese Normalität verändert. Gut einen Monat vor den höchsten jüdischen und christlichen Feiertagen Pessach und Ostern hinterlässt das Virus deutliche Spuren in Israel.

Wie kaum ein anderes Land fährt die Regierung dort einen restriktiven Kurs gegen die Ausbreitung des Virus. Bislang stehen 13 Länder auf der Schwarzen Liste. Ihren Bürgern ist die Einreise untersagt. Mit Deutschland und Italien sind darunter zwei Länder, die traditionell viele Pilger ins Heilige Land stellen. In Jerusalems heiligen Stätten wird es zunehmend leerer. „Eigentlich müsste es um diese Zeit hier voll von Leuten sein“, sagt Jeries Majlaton von der dortigen Ordensprovinz der Franziskaner. Er zeigt auf den beinahe verwaisten Vorplatz der Grabeskirche. Seit ein paar Tagen blieben die Leute aus, so Majlaton.

Was passiert mit den Osterfeiern?

Täglich kommen neue Einschränkungen hinzu. Planbar sei in dieser Situation nichts, sagt der Franziskanerpater Matyas Tarsoly. Was in diesen Zeiten mit den Osterfeiern passiert, die traditionell Tausende Pilger aus aller Welt nach Jerusalem ziehen? „Gute Frage“, sagt Pater Matyas. Eine Antwort hat der ungarische Franziskaner, der auf eine baldige Normalisierung hofft, nicht. Noch gilt ein Verbot von Großveranstaltungen, unter die Ostern im Heiligen Land sicher zu zählen ist.

Auch in Rom ist die Lage angespannt. Nachdem die italienische Regierung öffentliche Gottesdienstfeiern zum ersten Mal in der Geschichte ausgesetzt hat, hat auch der Vatikan eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. So bleiben die Vatikanischen Museen ab sofort und bis 3. April geschlossen. Dies betrifft auch die üblichen Museen und Ausgrabungen wie die unter dem Petersdom. Die Katakomben waren schon zuvor geschlossen worden.

Um die Ansteckungsgefahr bei Menschenansammlungen auf dem Petersplatz zu reduzieren, wird das Mittagsgebet des „Angelus“ aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes live auf Großbildschirme übertragen. Ähnlich soll mittwochs bei der Generalaudienz verfahren werden. Zudem feiert Franziskus die Frühmessen im Gästehaus Santa Marta alleine. Dafür werden diese Gottesdienste über das Internetportal Vatican News live gestreamt.

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