Im Gespräch

Donnerstag, 14. Juni 2018

Gute Wünsche und Erwartungen begleiten den neuen Bischof

Im Würzburger Kiliansdom wurde Franz Jung zum Bischof geweiht – Herzlicher Empfang durch Gläubige des fränkischen Bistums

Das Weihegebet sprachen alle Bischöfe. Diakone hielten dabei das Evangeliar über den Kopf des neuen Bischofs. Hauptkonsekrator war Erzbischof Ludwig Schick, Mitkonsekratoren der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann und der frühere Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann. Foto: Pressestelle Ordinariat Würzburg

Seit Sonntagnachmittag (10. Juni) ist der Pfälzer Franz Jung nun Bischof von Würzburg. Am 16. Februar hatte Papst Franziskus den damaligen Speyerer Generalvikar zum Nachfolger von Friedhelm Hofmann an der Spitze des fränkischen Bistums mit rund 750 000 Katholiken ernannt, gerade einmal rekordverdächtige fünf Monate, nachdem er den altersbedingten Rücktritt Hofmanns annahm. Viele Katholiken in Würzburg empfinden die schnelle Ernennung als Segen, stehen doch tiefgreifende Veränderungen bei den Gemeindestrukturen an, bei deren Bewältigung man große Erwartungen an den neuen Bischof hat.

Punkt 14 Uhr begann der Festgottesdienst, den das Bayerische Fernsehen live übertrug. „Nun lob, meine Seel, den Herren“, sang der Domchor beim Einzug. Zu den Konzelebranten zählten Kardinal Friedrich Wetter, der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eteroic, die Bischöfe Dr. Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Dr. Konrad Zdarsa (Augsburg), Dr. Stefan Oster (Passau), John C. Ndimbo (Mbinga/Tansania), Bernardo Johannes Bahlmann (Óbidos/Brasilien), Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele, Diözesanadministrator Weihbischof Ulrich Boom sowie Domvikar Dr. Burkhard Rosenzweig, Vorsitzender des Klerusvereins Würzburg. Als Metropolit der Bamberger Kirchenprovinz, zu der das Bistum Würzburg zählt, eröffnete Erzbischof Schick die Feier. Er begrüßte die Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft, unter ihnen Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Kirchenrat Andreas Werner als Vertreter der Regionalbischöfin Gisela Bornowski, eine Delegation aus Speyer sowie alle Mitfeiernden im Neumünster und auf dem Kiliansplatz.

Nach der Verlesung der päpstlichen Ernennungsurkunde und der Predigt von Erzbischof Schick folgte die feierliche Weihehandlung, die mit dem Hymnus „Veni, creator Spiritus“, der Anrufung des Heiligen Geistes begann, da Gott der Handelnde im Weihegeschehen ist. Danach stellte Erzbischof Schick neun Fragen an den Weihekandidaten. Dieser versprach mit seinen Antworten, der Nachfolge der Apostel bis in den Tod treu zu bleiben, das Evangelium treu zu verkünden, das Lehramt der Kirche auszufüllen und zu bewahren, in der Einheit mit dem Papst und den Bischöfen der Kirche zu dienen und dem Papst gegenüber gehorsam zu sein. Weiter versprach Jung, in der Einheit mit den Priestern und Diakonen dem Volk Gottes zu dienen, sich um die Armen und Notleidenden zu sorgen.

Bei der Litanei mit Anrufung der Heiligen lag Jung als Zeichen der Demut und der Verfügbarkeit ausgestreckt am Boden. Vorgetragen wurde diese von Mitgliedern der Gemeinschaft von Jerusalem, der sich Jung eng verbunden weiß.
Danach weihten ihn Erzbischof Schick, Bischof Wiesemann und Bischof em. Hofmann durch Handauflegung und Gebet zum Bischof. Als assistierende Priester standen dem Weihekandidaten der Passauer Generalvikar Dr. Klaus Metzl und Bruder Jean-Tristan de Laportalière, Prior der Gemeinschaft von Jerusalem aus Köln, zur Seite. Alle weiteren anwesenden Bischöfe legten ebenfalls in Stille die Hände auf und machten so die Einheit des Episkopats der Kirche deutlich. Das Weihegebet sprachen alle Bischöfe.

Anschließend salbte Erzbischof Schick das Haupt des Geweihten, überreichte das Evangelienbuch, steckte Bischof Jung den Ring an, überreichte das Brustkreuz und setzte ihm die Mitra auf. Ministranten brachten Ring und Mitra zur Weihe, Bischof Hofmann den Kiliansstab. Erzbischof Schick und die Bischöfe Wiesemann und Hofmann geleiteten den Geweihten anschließend in den Hochchor zur Kathedra, damit Bischof Jung offiziell sein Amt als 89. Bischof von Würzburg übernehmen konnte. Als dieser auf dem Bischofsstuhl saß, brandete lauter Applaus durch den Dom. Im Anschluss umarmte Bischof Jung zuerst Bischof em. Scheele und Kardinal Friedrich Wetter, der ihn einst firmte. Danach spendeten Jung alle rund 30 anwesenden Bischöfe den Friedensgruß.

Nach der Eucharistiefeier, persönlichen Dankesworten des neuen Bischofs, dem Schlusssegen und den Grußworten zog Bischof Jung unter den Klängen des fränkischen Marienlieds „O himmlische Frau Königin“ aus dem Kiliansdom aus. Bischöfe, Priester und Diakone sowie mehr als 30 Fahnenabordnungen standen Spalier vor dem Dom und säumten seinen Weg zur Kilianskrypta im Neumünster. Dort erklang bei einer kurzen Statio am Schrein der Frankenapostel das Kilianslied. Unter dem vollen Geläut von Dom und Neumünster zogen der Bischof und die Konzelebranten in das Burkardushaus. Dort ging die Feier der Amtseinführung des 89. Bischofs von Würzburg in ein fröhliches Fest der Begegnung über, das sich auf dem Kiliansplatz zwischen Dom und Neumünster fortsetzte.

Die Menschen im neuen Bistum haben Jung sehr herzlich aufgenommen. Rund 600 Menschen waren bereits am Samstagabend vor das Bischofshaus gekommen, um ihn in ihrer Stadt zu begrüßen. Neben Brot und Salz wurde dort auch das Franz-Lied gesungen, eine Abwandlung des Frankenlieds durch die Mitarbeiter im Speyerer Ordinariat: „Wohlauf, Franz Jung geht weg vom Rhein. Wer lange sitzt, muss rosten!“, heißt es da. Und am Ende: „In Speyer hat er gut erprobt Reformen von Pfarreien. Von vielen dafür hochgelobt gab`s doch auch Quengeleien. Ausdauer, Fleiß und Zähigkeit wird er als Bischof brauchen, wenn er in Würzburgs Herrlichkeit wird bis zum Hals eintauchen.“ (pil/kna/pow)

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Redaktion
Keine Kommentare

Pilger-Community

Um Kommentare verfassen zu können müssen Sie in der Pilger-Community angemeldet sein.

Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich
hier kostenlos registrieren.

Die Kommentarfunktion dient dem Austausch der Pilger-Community untereinander. Alle Kommentare drücken ausschließlich die Ansichten der Autoren (Nutzer) selbst aus. Der Betreiber der Website www.pilger-speyer.de ist für den Inhalt einzelner Beiträge nicht verantwortlich. Hier finden Sie die  ausführlichen Nutzungsbedingungen und Regeln zur Kommentarfunktion.

Zurück zum Archiv

Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren