Aus dem Bistum

Donnerstag, 23. Juni 2016

Von inneren Überzeugungen geleitet

Speyer: Weihbischof Otto Georgens sendet am 10. Juli vier Kandidaten zum Dienst als Pastoralreferenten aus

Die neuen angehenden Pastoralreferenten im Bistum Speyer (von links): Katja Kirsch, Katrin Ziebarth, Melanie Müller und Christoph Raupach. Foto: Landry

„Wir sind alle Mainzer Studiengewächse.“ Katja Kirsch drückt mit wenigen Worten und einem Schmunzeln auf den Lippen aus, was sie mit ihren drei Kollegen schon mal gemein hat: das Studium der Katholischen Theologie an der Mainzer Johannes Gutenberg Universität. Insgesamt sind die Werdegänge der drei Frauen und des Mannes jedoch in weiten Teilen recht unterschiedlich. Am 10. Juli werden sie durch Weihbischof Otto Georgens im Speyerer Dom mit dem Dienst als Pastoralreferentinnen und als Pastoralreferent in der Diözese Speyer beauftragt. Danach folgt zunächst eine zweijährige Tätigkeit als Pastoralassistent, bevor ihnen nach der zweiten Dienstprüfung der Titel Pastoralreferent verliehen wird.  


Katja Kirsch aus Hochspeyer
Katja Kirsch aus Hochspeyer ist die Jüngste im Bunde. Seit ihrer Kindheit und Jugend hat die Kirche sie geprägt.  Sie engagierte sich in der Pfarrei St. Maria in Kaiserslautern unter anderem als Ministrantin, Lektorin und Kommunionhelferin. „Als Messdienerin hatten mich die Gottesdienste sehr beeindruckt, und der Religionsunterricht verstärkte in mir das Interesse für Glaubensfragen.“ Schließlich reifte in ihr der Wunsch, nach dem Abitur Theologie zu studieren. Doch zuvor wollte die 28-Jährige in ihrer ehrenamtlichen Wirkungsstätte, in der Kaiserslauterer Pfarrei St. Maria, ein vierwöchiges Praktium absolvieren. Aus den vier Wochen wurden schließlich vier Monate. Danach stand für die junge Frau fest, dass sie diesen Beruf ergreifen möchte.

„Es ist die Vielfalt, die mich an dieser Tätigkeit interessiert. Ich habe mit Menschen von der Geburt bis zur Beerdigung zu tun“, bekräftigt Katja Kirsch. Ihre Praktikumszeit während des zweijährigen Pastoralkurses absolvierte sie in der Pfarrei Heiliger Bruder Konrad in Martinshöhe. Dort hielt sie Andachten und Wort-Gottes-Feiern, kümmerte sich um Firmlinge, Kommunionkinder und Messdiener. Gerade der liturgische Bereich und die Kinder- und Jugendarbeit liegen ihr besonders am Herzen.

Katja Kirsch ist bewusst, dass im Zuge von „Gemeindepastoral 2015“, den damit verbundenen größeren Pfarreien bei gleichzeitig zurückgehendem hauptamtlichem Personal den Ehrenamtlichen eine immer größere Bedeutung zukommt. Sie zu unterstützen und ihre Talente zu fördern, dazu möchte sie einen Beitrag leisten. Ab dem 1. August ist ihr Einsatzort als Pastoralassistentin die Pfarrei Heiliger Remigius in Kusel. Die junge Frau freut sich auf ihre neue Wirkungsstätte.

Christoph Raupach aus Rohrbach
Noch bis zum Jahr 2009 verdiente Christoph Raupach seine Brötchen als Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei. Nun tauscht der verheiratete Vater zweier erwachsener Töchter das Gesetzbuch gegen die Bibel ein. Es waren persönliche Gründe, die Christoph Raupach zum Berufswechsel bewogen. „In der Juris­terei geht es zuerst um einseitige Interessen und formalkorrekte Dinge“, erläutert Raupach, der mit seiner Familie in Rohrbach bei Landau wohnt. „Meine vom Glauben geprägten Haltungen und Lebenseinstellungen hatten da keinen Platz.“ Deshalb reifte in ihm mehr und mehr der Entschluss für einen beruflichen Neuanfang in der Kirche.

Ehrenamtlich hatte sich Christoph Raupach zu diesem Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren in seiner Heimatpfarrei engagiert – sei es etwa im Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat oder in der Firmvorbereitung. Seine Praktikumszeit während des zweijährigen Pastoralkurses verbrachte der Jurist in der Pfarrei Heiliger Christophorus in Wörth. Ab dem 1. August ist seine Wirkungsstätte die Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini in Pirmasens. Wie er dort seine Talente einbringen wird, lässt Christoph Raupach auf sich zukommen.

Eines, was er in seinem ersten Beruf als Rechtsanwalt immer wieder feststellen konnte, ist ihm allerdings ein besonderes Anliegen: Viele Menschen, die beispielsweise einen Rechtsstreit um Schadensersatz angefangen hätten, sei es meist nicht ums Geld gegangen, so die Beobachtung des Juristen. Vielmehr hätten Befindlichkeiten bzw. persönliche Fragestellungen dahinter gestanden. „Wenn ein Mensch mit sich im Reinen ist, dann steht er über diesen Dingen, nimmt sie nicht so wichtig“, ist Raupach überzeugt. „Und das hat etwas damit zu tun, dass er sich von Gott getragen weiß. Damit er dies spürt, dazu möchte ich einen Beitrag leisten.“

Melanie Müller aus Bad Dürkheim
Sie selbst spricht davon, dass sie eine „klassische ehrenamtliche Laufbahn in der Pfarrei“ eingeschlagen hat. Bereits in ihrer Kindheit und Jugend engagierte sich Melanie Müller in ihrer Heimatpfarrei St. Margaretha im Bad Dürkheimer Stadtteil Grethen zehn Jahre lang als Messdienerin sowie bei der Katholischen Jungen Gemeinde als Gruppen- und Pfarrleiterin sowie auf Diözesanebene. Auch in der Firmvorbereitung und im Pfarrgemeinderat brachte sich die heute 30-Jährige ein.

Bereits in frühester Jugend war für Melanie Müller klar, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchte. „Mein Vorbild war unser Pastoralreferent in der Pfarrei“, wird die verheiratete Mutter eines zweijährigen Sohnes und einer siebenjährigen Tochter nicht müde zu betonen. Die pastoralpraktische Ausbildung absolvierte sie in der Gemeinde Kaiserslautern-St. Maria und – unterbrochen durch ein Jahr Elternzeit – in Neustadt-St. Marien. Am 1. August fängt für die junge Mutter, die mit ihrer Familie in Landau lebt, ein neuer Lebensabschnitt an. An diesem Tag beginnt die künftige Pastoralreferentin ihre Tätigkeit in der Pfarrei Heilige Katharina von Alexandria in Hauenstein.

Melanie Müller ist völlig bewusst, dass sie ihre neue Aufgabe, die ein hohes Maß an Flexibilität erfordert, nur dann ausfüllen kann, wenn die Familie sie mitträgt. Dennoch sieht sie dies gelassen. „Man muss es eben organisieren und schauen, dass die Kinder gut untergebracht sind“, ist die junge Mutter überzeugt. Vielfach sei es aber auch kein Problem, die Familie mitzunehmen, etwa bei Kindergottesdiensten.


Katrin Ziebarth aus Weingarten
Trotz ihrer gerade mal 38 Jahre kann Katrin Ziebarth aus Weingarten bereits auf ein abwechslungsreiches Ausbildungs- und Arbeitsleben zurückblicken. Eigentlich wollte die junge Frau nach dem Abitur Theologie studieren. Da Sprachen in der Schule nicht gerade zu ihren Lieblingsfächern gehörten, entschied sie sich für ein duales Theorie-Praxis-Studium an der Berufsakademie in Mannheim. Ihr Ausbildungsbetrieb für den Praxisteil war das Christliche Jugenddorf (CJD) in Wolfstein. Es folgte eine Anstellung beim CJD in Dortmund bevor sie in die Buchhaltung des St. Marien-Krankenhauses nach Ludwigshafen und danach als Verwaltungsleiterin zur ökumenischen Sozialstation nach Landau wechselte. „Mein Herz hing jedoch mehr an dem, was ich abends und an den Wochenenden in der Kirchengemeinde machte, ob etwa als Firm- und Kommunionkatechetin oder als Lektorin. Das fand ich erfüllender als die Zahlen“, gesteht Katrin Ziebarth.

2010 vollzog sie schließlich einen radikalen Schnitt und begann den Studiengang, den sie als ganz junge Frau ins Auge gefasst hatte: Theologie. Nach den ersten beiden Studienjahren hatte sie Glück. Katrin Ziebarth erhielt ein Stipendium der Paul-und-Maria-Kremer-Stiftung der Dominikaner in Köln. Katrin Ziebarth hat den Neuanfang nicht bereut. „Ich fühle mich geführt auf diesem Weg und glaube, dass Gott mich dort haben will, wo ich jetzt bin.“

Ihre Praktikumszeit verbrachte sie in der Pfarrei Heilig Kreuz in Gersheim. Im August beginnt ihre Assistenzzeit in der ehemaligen Projektpfarrei Franz von Assisi in Queidersbach. (pede)

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