Kultur

Mittwoch, 22. November 2017

Wie lange dauert der Advent?

Leseprobe aus dem neuen Pilger-Kalender

Der neue Pilger-Kalender 2018 ist da. Montage: Wolff

Der neue Pilger-Kalender für 2018 bietet eine bunte Mischung aus Wissenswertem, historischen und theologisch-kulturellen Beiträgen sowie Unterhaltung. So schreibt etwa Joachim Specht über einen kirchlichen Konflikt aus dem Mittelalter.

Die Limburg, majestätisch auf einem Bergsporn über Bad Dürkheim gelegen, ist seit ihrer Zerstörung im Jahre 1504 ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Hauptsächlich im Sommer kommen die Besucher, über Winter wird die abgelegene Klosterruine nur wenig frequentiert. Kaum jemand weiß, dass einst gerade hier eine für die kalte Jahreszeit bedeutsame Synode abgehalten wurde. Sie löste den so genannten „Straßburger Adventsstreit“. (...)

Damit sah sich Salierkaiser Konrad II. 1038, anlässlich eines Aufenthaltes in Straßburg, konfrontiert. Am 26. November des Jahres befand sich Konrad, auf der Rückreise aus Burgund, dort bei seinem Onkel, Bischof Wilhelm. Der Herrscher staunte nicht schlecht, als der Oberhirte an jenem Sonntag den ersten Advent feierte, was der Monarch für verfrüht (...) ansah. Er beabsichtigte nämlich den Advent eine Woche später, zusammen mit seiner Frau Gisela, in seinem Hauskloster Limburg zu beginnen und wollte keine Wiederholung des Ereignisses. Deshalb beschwerte er sich bei seinem Onkel, der jedoch den eigenen Termin als richtig erachtete.

Grund der Unstimmigkeiten war die Tatsache, dass es damals keine einheitliche Regelung für den Fall gab, wenn Weihnachten auf einen Montag fiel, wie 1038 geschehen. Sollte dann der Sonntag vor dem Weihnachtsfest der vierte Adventssonntag und zugleich Heiliger Abend sein, wodurch die Adventsszeit quasi auf drei Wochen reduziert wäre, oder nicht? Bischof Wilhelm von Straßburg verneinte das und begann deshalb den Advent im Jahr 1038 eine Woche früher. Hierdurch ergab sich zwar eine vierwöchige Adventszeit, aber damit auch fünf Adventssonntage.

Kaiser Konrad weigerte sich, den ersten Advent in Straßburg zu feiern und tat dies eine Woche später auf der Limburg. Doch damit nicht genug. Er wollte den Fall schnellstmöglich für das ganze Reich geklärt wissen, zumal man es in Rom ebenso handhabte wie er selbst. Daher ersuchte er die Bischöfe des Landes, sich in jenem Advent im Kloster Limburg einzufinden und die Streitfrage zu beraten.

So kam es zu der denkwürdigen Synode vom 3. Dezember 1038, im Kloster Limburg,  (...).  (red)

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