Wochenkommentar

Mittwoch, 22. April 2020

Wird die Sehnsucht bald erfüllt?

Seit Wochen ist die Religions- und Glaubensfreiheit in Deutschland stark eingeschränkt, was für Christen besonders an den Kar- und Ostertragen schmerzlich zu erleben war.

Deshalb zeigen die Bischöfe sich zu Recht enttäuscht darüber, dass die Kirchen bei den jüngsten Lockerungen nicht berücksichtigt wurden. Sind öffentliche gemeinsame Gottesdienste, die Trost, Hoffnung und Zuversicht spenden, etwa nicht systemrelevant, nicht im wahrsten Sinne des Wortes ein „Über-lebensmittel“?
Zu Recht pochen die Bischöfe deshalb darauf, dass die Gottesdienstverbote so bald wie möglich aufgehoben werden und Gläubige wieder in „echter“ Gemeinschaft Messen zusammen feiern können. Das sagt noch nichts gegen die  medialen Gottesdienste, die,  in dunkler Zeit zum kostbaren Gut, zur Ermutigung und zur einzigen Möglichkeit geworden sind, überhaupt noch Messe feiern und Gemeinschaft im Glauben erleben zu können.
Nach den Gesprächen, die inzwischen mit dem Bundesinnenministerium und verschiedenen Länder-Vertretern geführt worden sind, sieht es ganz danach aus, als wenn diese Sehnsucht Anfang Mai erfüllt werden würde. Doch die Auflagen für öffentliche Gottesdienste sind hoch. Überlegenswert ist die Idee, wie in früheren Zeiten möglichst viele Sonntagsgottesdienste hintereinander zu feiern, um damit mehreren kleineren Gruppen von Gläubigen den Messbesuch zu ermöglichen. Auch bieten sich – gerade im Sommerhalbjahr und an Festen wie Christi Himmelfahrt, Pfingsten oder Fronleichnam – Open-Air-Gottesdienste an. Doch Illusionen sollte man sich nicht hingeben, und zum Krampf dürfen die „Auflagen-Gottesdienste“ nicht werden. Über allem müssen die Freude am und die Ermutigung durch den Glauben.

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