Kirche und Welt

Donnerstag, 14. Juni 2018

Worms feiert 1 000 Jahre Domweihe

Festakt und Festgottesdienst beenden Jubiläumswoche

Mit einem Gottesdienst im Wormser Dom ist am 10. Juni die Festwoche anlässlich der Tausendjahrfeier des Gotteshauses zu Ende gegangen. Foto: Bistum Mainz/Matschak

Mit einem Festakt und einem Festgottesdienst haben am Wochenende (9. und 10. Juni) die Feierlichkeiten zum 1 000 Jahrestag der Weihe des Wormser Doms ihren Höhepunkt erreicht. Altbundespräsident Joachim Gauck sagte in seiner Festrede im Dom am Samstagabend: „Der Wormser Dom wirkt auf mich wie ein Fels in der Brandung.“ Der Dom solle „ein offener und weiter Raum des Lebens sein, in dem die Sehnsüchte und Fragen der Menschen gedeihen und blühen können“.

Der Altbundespräsident mahnte die Politik zu einem klaren „Bekenntnis zu Europa“. Wörtlich sagte er: „Wir brauchen eine Bereitschaft, wieder etwas zu riskieren für dieses Europa.“ Als Zusammenschluss sei Europa „zukunftssichernd, ausgleichend und friedensstiftend“.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sagte am Sonntag in seiner Predigt, dass es Auftrag der Kirche bleibe, „den Menschen immer wieder den Blick auf Gott hin zu öffnen“. „Gott möchte ein wirklicher Beziehungspartner sein, der den Menschen Liebe und Zuwendung schenkt. Die Bindung an Gott soll Orientierung schenken, indem sie Maßstäbe setzt, die jeder Mensch braucht. Bindung an Gott schenkt Freiheit. Wir brauchen heute Menschen, die davon zeugen, dass der Glaube an Gott ein Leben in Beziehung und Freiheit ermöglicht“, betonte er.

Weiter sagte der Bischof: „Ich frage mich, ob dies die Menschen heute mit unserer Kirche verbinden: Orientierung und Freiheit. Ich glaube, dass wir mit unserer Botschaft Orientierung geben können, aber viele Menschen suchen die Antworten nicht mehr bei uns. Das hat sicher viele Ursachen, aber ein Grund mag auch darin liegen, dass kirchliche Antworten als etwas empfunden werden, die weit weg sind von den Themen und Fragen der Zeit.“ Es sei eine „der großen Herausforderungen unserer Zeit, dass wir einen Glauben anbieten, der Orientierung schenkt, der aber gleichzeitig Leben in Freiheit ermöglicht“.

An dem Gottesdienst nahmen auch Vertreter der Nachbarbistümer, in denen das einstige Bistum Worms aufgegangen ist, teil – darunter der Speeyrer Weihbischof Otto Georgens und Domdekan Andreas Möhrle aus dem Erzbistum Freiburg. Gekommen waren unter anderen auch die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, sowie der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel. Der Propst am Wormser Dom, Tobias Schäfer, hatte zu Beginn die Gäste im Dom begrüßt. In dem Festgottesdienst wurde die von Dan Zerfaß komponierte „Messe zu Ehren des heiligen Rupert von Worms“ aufgeführt.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigte den Wormser Dom als Kulturdenkmal und weltoffenen Ort der Begegnung. „Dem Wormser Dom wünsche ich, dass er ein weltoffener Ort der Begegnung bleibt und noch vielen Generationen einen sicheren Raum bieten kann, in dem Menschen unabhängig von ihrer Herkunft Ruhe, Kraft und Besinnung finden können“. (am)

 

 

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