Kirche und Welt

Mittwoch, 16. Dezember 2020

Zeit für steile Ziele

Der Papst verspricht, dass der Vatikan bis 2050 klimaneutral wird

Franziskus wischt den Smog weg: ein Wandgemälde des Graffitikünstlers

Die Voraussetzungen, dass der klimafreundliche Plan gelingt, sind gut. Aber noch ist viel zu tun. Beim digitalen UN-Klimagipfel hat Papst Franziskus ein steiles Versprechen abgegeben: Bis 2050 will der Vatikan seine Netto-Emissionen auf Null senken. „Die Zeit für einen Kurswechsel ist da. Rauben wir den jungen Generationen nicht die Hoffnung auf eine bessere Zukunft“, sagte der 83-Jährige. Die Voraussetzungen für ein päpstliches Klimaparadies auf Erden sind nicht schlecht. Der größte Vorteil ist die Kleinheit: Mit nicht einmal einem halben Quadratkilometer belegt der Vatikanstaat den letzten Platz in der Länderliste; die größten Flächenanteile entfallen auf Parkgelände, eine Kirche mit Vorplatz und ein Museum. Energieintensive Industrie, Gütertransit und Warenfernverkehr gibt es nicht. Zur Stromerzeugung schaffte Pius XII. 1951 zwei Dieselgeneratoren mit 1050 Kilowatt an. Inzwischen hängt der Vatikan am italienischen Netz. An Gewerben des Zwergstaats nennt das CIA-Factbook Druckerei und Produktion von Münzen, Medaillen und Briefmarken, ferner die Fertigung von Dienstkleidung, sodann Bank- und Finanzaktivitäten. Die vatikanische Wirtschaft beruht auf Dienstleistung. Der Großteil der Beschäftigten wohnt, isst, konsumiert und heizt außerhalb der päpstlichen Mauern. All das schont die Ökobilanz. Effiziente Beleuchtung Nichtsdestoweniger unternimmt der Vatikan beachtliche Anstrengungen im Umweltmanagement. Papst Franziskus verwies auf seit Jahren laufende Maßnahmen für eine „rationelle Nutzung der natürlichen Ressourcen wie Wasser und Energie, Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität, Wiederauff -orstung und Kreislaufwirtschaft auch in der Abfallentsorgung“. Um Klimaneutralität zu erreichen, baut der Vatikan laut dem Staatssekretariat auf einen Mix von Reduktion der Treibhausgasemissionen und Kompensation, etwa durch Aufforstung. Solche Projekte reichen in die Amtszeit Benedikts XVI. zurück. 2008 bekam die Audienzhalle eine fußballfeldgroße Photovoltaik- Anlage aufs Dach; sie sollte ein Fünftel des Strombedarfs decken. Die Beleuchtung der Sixtinischen Kapelle, des Petersplatzes und des Petersdoms wurde seit 2015 auf LED-Elemente umgerüstet. Weitere Potenziale sieht der Vatikanstaat in solarer Kühlung statt konventioneller Klimaanlagen sowie in einer erneuerten Heizungstechnik und -regulierung. Auch mit der Ressource Wasser geht die päpstliche Verwaltung schonender um, setzt auf effizientere Bewässerung in den Vatikanischen Gärten und Kreislaufsysteme in Brunnen. Seine Dienstwagenflotte will der Vatikan komplett auf Elektrofahrzeuge umstellen.

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