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Mittwoch, 06. Mai 2020

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Generalvikar Andreas Sturm unterstützt Forderung nach Frauendiakonat

(Foto: kfd)

„Wer den Dienst der Diakonin vollzieht, sollte auch zur Diakonin geweiht werden“, erklärte der Speyerer Generalvikar Andreas Sturm zum „Tag der Diakonin“ am 29. April.

Seit Jahrhunderten brächten Frauen ihr diakonales Engagement für die Menschen in das Leben der Kirche ein. „Mit großer Selbstverständlichkeit stellen sie ihre Energie für kranke, geflüchtete, sterbende, notleidende Menschen zur Verfügung“, hebt Generalvikar Sturm hervor. Wie Katharina von Siena vor 650 Jahren hätten Frauen durch die Kirchengeschichte hinweg nicht aufgehört, sich in den Dienst der christlichen Gemeinschaft zu stellen. „Dieses zutiefst diakonale Handeln muss daher seinen Ausdruck in der sakramentalen Weihe finden“, ist Sturm überzeugt.
Der Generalvikar begründet seine Haltung mit dem Hinweis: „Ohne Frauen wäre unsere Kirche niemals so nah bei den Menschen, niemals so diakonisch, wie sie es tatsächlich ist.“ Und er verweist auf die Erfahrungen in den vergangenen Wochen: „Es waren und sind unzählige Frauen, die diakonische Dienste zum Beispiel in der Alten- und Krankenpflege, dem Bereich der Care-Arbeit, im Betreuen des Homeschoolings oder auch in der seelsorglichen Begleitung von Menschen aller Altersgruppen übernehmen.“

Forderungen von KDFB und kfd
Zum Tag der Diakonin am 29. April fordern die beiden Frauenverbände im Bistum Speyer, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) die Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen. Da die zentrale Veranstaltung zum Tag der Diakonin in München aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden musste, rufen sie dazu auf, sich an der Social Media Aktion der Verbände unter dem Hashtag #frauendiakonatjetzt zu beteiligen. Frauen und Männer sind eingeladen, sich auf Facebook, Twitter und Instagram mit ihrer Forderung zur Einführung des sakramentalen Diakonats zu äußern. Dazu stehen auf den Webseiten der Veranstalterinnen Informationen, Downloads und Anregungen zur Verfügung.
Die KDFB-Diözesanvorsitzenden Monika Keggenhoff erklärt dazu: „Gerade jetzt in der Corona-Krise wird, wie durch ein Brennglas betrachtet, so deutlich und offenkundig, dass Gesellschaft und Kirche ohne das diakonische Handeln von Frauen überhaupt nicht funktionieren würden. Frauen handeln diakonisch, wenn sie derzeit sich kreativ überlegen, wie sie alleinstehenden Senioren Grüße und Hoffnungszeichen überbringen können. Frauen nehmen sich Zeit für seelsorgliche Telefonate. Frauen gestalten Tisch- und Hausgottesdienste. Frauen sind für die Kirche mehr als systemrelevant. Sie tragen und stützen das System seit vielen Jahrhunderten auf ihren diakonischen Schultern.“
„Seit mehreren Jahren ist der Tag der Diakonin eine feste Größe im Jahresprogramm der Katholischen Frauengemeinschaft, der in einzelnen örtlichen Gemeinschaften begangen wird“, betont die Diözesan-Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd), Marina Hilzendegen. Im vergangenen Jahr habe die Bundesversammlung der kfd das Positionspapier „gleich und berechtigt – Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche“ verabschiedet und somit ihre Forderungen erneut bekräftigt. „Ich freue mich über die Präsenz dieses Themas, die Jahr für Jahr zunimmt.“ Es liege an uns und den vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern in den Verbänden und Gruppierungen, die Frauenfrage in der katholischen Kirche wach zu halten. „Die kfd ist der festen Überzeugung, dass eine wirkliche Erneuerung der Kirche Jesu Christi nur gelingt, wenn Frauen alle Dienste und Ämter in der Kirche offenstehen.“ 

BDKJ unterstützt Anliegen
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Speyer unterstützt die Forderungen der Frauenverbände. „Nach über 20 Jahren Einsatz für das Diakonat der Frau ist die Geduld vieler Frauen und Männer in dieser Frage nahezu erschöpft“, unterstreicht Andreas Rubel, Geistliche Verbandsleitung des BDKJ Speyer. „Wir wollen sie – nicht nur heute – stark machen und uns für eine glaubwürdige Kirche einsetzen.“

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