Aus dem Bistum

Dienstag, 21. Mai 2019

72 Stunden bei SWR 3 und SR 1

Christine Wilke-Zech und Sarah Engels unterstützen die Aktionsgruppen des Bistums beim Rundfunk

Christine Wilke-Zech mit Stoppi, dem Maskottchen für die 72-Stunden-Aktion. Foto: BDKJ

Das Warten hat ein Ende. An diesem Wochenende ist es soweit: Am 23. Mai um 17.07 Uhr fällt der Startschuss für die 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und seiner Verbände, bei der sich deutschlandweit viele tausend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sozial engagieren. Auch das Bistum Speyer ist mit von der Partie (wir berichteten). Mehr als 3 200 Aktive in 109 Ortsgruppen beteiligen sich an der Sozialaktion, die unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ steht, um in genau 72 Stunden eine gemeinnützige, soziale, politische, ökologische und/oder interkulturelle Aufgabe zu lösen.

Dabei werden die Gruppen von Medienpartnern unterstützt: im rheinland-pfälzischen Teil der Diözese vom Radiosender SWR3 und im Saarpfalz-Dekanat von SR 1.

Christine Wilke-Zech ist nicht nur hautnah mit dabei, sie hat auch einen wichtigen Job. Die Mitarbeiterin in der Bischöflichen Pressestelle in Speyer sitzt während des gesamten Zeitraums in der Aktionszentrale beim SWR in Baden-Baden und hält Verbindung zur diözesanen Aktionszentrale in Speyer. Ihre Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass Gruppen aus dem heimischen Bistum im Radio so oft es geht vorkommen. Im Fokus stehen dabei Highlight-Projekte und Geschichten, die im Lauf der Aktion entstehen und für den Rundfunk besonders interessant sein könnten. „Möglichst emotional, außergewöhnlich, spektakulär sollten sie sein“, weiß die 60-Jährige, die als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim BDKJ bei drei 72-Stunden-Aktionen in der Aktionszentrale in Speyer mitwirkte und so jede Menge Erfahrungen sammeln konnte. Auch Hilferufe für Gruppen, die Unterstützung, etwa in Form von Material oder Gerätschaften benötigen, werden über den Sender an die Hörer weitergegeben.

Fünf Bistümer bei SWR3
Christine Wilke-Zech ist sich bewusst, dass das nicht einfach wird, denn sie ist nicht die einzige Vertreterin eines Bistum beim SWR. Auch aus Mainz, Freiburg, Rottenburg-Stuttgart und Trier reisen Vertreter nach Baden-Baden, um ihre Aktionsgruppen ins Radio zu bringen.

Dienstbeginn im Sender ist für sie alle am 25. Mai um 14 Uhr. Ansonsten fangen die Arbeitstage um 8 Uhr an und enden um 20 Uhr. Am 26. Mai, um 17.07 Uhr, ist alles vorbei. Den Startschuss der Aktion übernimmt ein SWR-Moderator, der den Countdown herunterzählt. Während der Sozialaktion kommt der sogenannte „SWR3-News-Checker“ mindestens vier Mal am Tag zu kurzen Konferenzen in die Redaktionszentrale, um sich von den einzelnen Bistümern über aktuelle Highlights, die fürs Radio interessant sein könnten, unterrichten zu lassen. Gleich zu Beginn der Aktion hält er nach spektakulären Auftaktveranstaltungen Ausschau.

Sieben Reporter-Teams mit Sitz in Mainz, Mannheim, Stuttgart und Baden-Baden sind unterwegs, um über herausragende Projekte zu berichten. Zudem gibt es regelmäßige Zusammenfassungen mit kleineren und größeren Geschichten aus den beteiligten Gruppen. Auf seiner Webseite richtet SWR3 eine so genannte „Social Wall“ ein, auf der Bilder aus den sozialen Netzwerken landen, die von Menschen vor Ort gepostet werden. Und nicht zuletzt erfüllt der Sender Musikwünsche der Aktionsgruppen.

Christine Wilke-Zech ist für ihre Aufgabe gerüstet. Eine Liste mit sämtlichen Projekten verschafft ihr einen guten Überblick. Aber sie muss sich auch mit der Aktionszentrale in Speyer abstimmen. Dabei kann sie über ihren Laptop auf die technischen Hilfsmittel des „newsroom 72“ des BDKJ in Speyer zurückgreifen, der zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit unter anderem die Social-Media-Kanäle Facebook, Instagram, Twitter und Youtube mit Inhalten bespielt. „Auf diese Weise erhalte ich Hinweise auf interessante Geschichten, die ich an den ,SWR3-News-Checker‘ weitergeben kann.“ Ob sie es dann ins Radio schaffen, liege dann allerdings im Ermessen der verantwortlichen Redakteure, stellt die gelernte Journalistin klar. Erfolgskriterien seien die Entwicklung eines Projekts und deren Umsetzung. Dabei könne es durchaus sein, „dass eine Aktion vermeintlich nicht so spektakulär erscheint, aber dann doch eine spannende Wendung nimmt“.

Viele profitieren von der Aktion
Christine Wilke-Zech findet es klasse, dass ein Radiosender sein gesamtes Programm für die 72-Stunden-Aktion umstellt und so die Möglichkeit schafft, die Welt in drei Tagen ein bisschen besser zu machen. Bei den vergangenen Sozialaktionen – 2013 fand das Großevent erstmals bundesweit statt – sei jede Menge angestoßen worden. „Unterstützung kam auch von Menschen, die gerne helfen, aber normalerweise nicht mit Kirche in Berührung kommen“, blickt die Expertin für Öffentlichkeitsarbeit zurück. Ebenso profitierten viele Projektpartner von den Aktionen, die häufig nachwirkten. Und nicht zuletzt zehrten die Gruppen, die mitmachen, noch lange vom Gemeinschaftserlebnis und dem Gefühl, etwas bewirkt zu haben. Deshalb gäbe es auch so viele Wiederholungstäter. „Viele von ihnen setzen sich später im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements fürs Gemeinwohl ein. Der Mehrwert für die Leute ist einfach toll.“

Christine Wilke-Zech freut sich auf die 72-Stunden-Aktion. „Ich bin gespannt auf diese andere Perspektive im Vergleich zu meinen Erfahrungen in der Vergangenheit in der Aktionszentrale in Speyer.“

Sarah Engels: BDKJ-Frau beim SR
Sarah Engels sitzt während der 72-Stunden-Aktion für das Bistum Speyer in der Aktionszentrale des Saarländischen Rundfunks auf dem Halberg in Saarbrücken. Für die 34-Jährige ist das Projekt ein Herzensanliegen. Von 2003 bis 2013 war die junge Frau aus Niederwürzbach Dekanatsvorsitzende des Saarpfalz-Dekanates und koordinierte  bei den 72-Stunden-Aktionen in den Jahren 2004, 2009 und 2013 die Zusammenarbeit zwischen dem BDKJ Speyer und dem SR. Dabei kam sie auf den Geschmack einer freien Mitarbeit bei dem Rundfunksender. Zwölf Jahre lang war sie fürs Radio tätig. „Ich kenne sowohl den Rundfunk als auch die Jugendarbeit, weiß also, wie beide Seiten ticken“, nennt Engels die Vorteile. In diesem Jahr will sie es noch einmal wissen und sich für ihr Heimatbistum engagieren.

Die Aktionszentrale beim SR teilt sich Sarah Engels mit drei Vertretern der Diözese Trier und einigen weiteren Ehrenamtlichen. Dabei gäbe es kein Konkurrenzdenken zwischen den Diözesen. Im Gegenteil. „Bei uns geht es familiär zu. Wir sind alle Saarländer. Uns geht es um die Sache, um das große Ganze“, wird Engels nicht müde zu betonen. „Deshalb arbeiten wir als Team zusammen, geben berichtenswerte Geschichten und Hilferufe an die Rundfunkmacher weiter.“ Da spiele es keine Rolle, ob es sich um Aktionsgruppen auf dem Gebiet des Bistums Trier oder des Bistums Speyer handele. „Und: Wir haben Expertenstatus, beraten die Rundfunkjournalisten, machen Vorschläge und überlegen, was passt.“

Informationen aus dem Bistum Speyer erhält Sarah Engels wie ihre Kollegin Christine Wilke-Zech in Baden-Baden über den „newsroom72“. Ab und an wird sie auch selbst zum Mikrofon greifen und berichten, was gerade läuft, wo Hilfe benötigt wird. (pede)

Redakteur:  Redaktion

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