Aus dem Bistum

Mittwoch, 08. Januar 2020

90 Tage für das Frei-Sein

Landau: Spirituelles Kurs-Angebot für Männer startet am 16. Januar

Werner Vorreiter (Foto: van Schie)

Werner Vorreiter und Kaplan Christoph Herr bieten in Landau erstmals eine „spirituelle Übung für Männer“ unter dem Titel „Exodus 90“ an. Darüber haben wir uns mit dem Geistlichen Begleiter Werner Vorreiter (67) unterhalten.


Herr Vorreiter, was ist unter dem Kurs- und Gesprächsangebot zu verstehen?

Es ist eine Zeit der spirituellen Übung mit täglichen Gebetszeiten, Denkanstößen, und wöchentlichen Treffen in kleiner Gruppe. Hier wird zum Beispiel in die Meditation eingeführt. Wichtig auch: „Exodus 90“ findet im Alltag statt. Die Idee dazu stammt aus Amerika, aber es wurde auch schon in der Pfalz angeboten.

Warum der (biblische) Name Exodus? Und was hat es mit der Zahl „90“ auf sich?

„Exodus“ verweist auf den befreienden Auszug des Volks Israels aus Ägypten. Das Ziel dieser spirituellen Übung ist es, frei werden von allem, was den Einzelnen daran hindert, Gott und den Nächsten mehr zu lieben.
90, das bezieht sich auf die Dauer. Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse, dass man mindestens 90 Tage braucht, um alte Angewohnheiten abzulegen und sich neue Verhaltensmuster anzueignen. Die alten Angewohnheiten – das kann der Konsum von zu viel Alkohol sein oder eine ausufernde Nutzung von Medien wie TV oder Internet. Da hat ja jeder seine eigenen Themen. Um die soll es dann ganz individuell gehen.
Bei „Exodus 90“ geht es zentral um das Sprichtwort: „Weniger ist mehr“. Das Glück ist im „Weniger“ zu finden, nicht im „Mehr“. Dem wollen wir gemeinsam auf die Spur kommen.

In der Beschreibung des Projekts ist von „Askese“ und „Verzicht“ die Rede. Sie selbst haben sich für die Zeit von Advent, Weihnachten und Jahreswechsel ja ebenso etwas Verzichtsreiches vorgenommen. Was versprechen Sie sich davon?

Bevor unser Angebot am 16. Januar startet, werde ich für vier Wochen von Lissabon über Fatima nach Santiago de Compostela pilgern. Es wird eine Herausforderung, die ich bewusst in diese (vor-) weihnachtliche, winterliche Zeit lege. So möchte ich mir die Herbergssuche von Maria und Josef zu Eigen machen, indem ich auf eine vorherige Buchung von Unterkünften verzichte. Es ist mir wichtig, zum eigentlichen, zum ursprünglichen Pilgern in seiner existenziellen Bedeutung zu kommen. Zugrunde liegt hier die Erfahrung, dass Änderungen möglich sind, wenn wir uns aus der Komfortzone begeben und persönliche wie geistliche Prozesse zulassen können. Es ist sicher eine Herausforderung in der Abenteuerzone, aber darauf freue ich mich sehr.


„Exodus 90“ ist eine reine Männergruppe...
...ja, das will es ganz bewusst sein. Das ist ein größerer Sprachfreiraum: Männer unter sich sprechen anders, vielfach offener, als in gemischten Gruppen. Außerdem soll die Gruppe als ein Netzwerk dienen, das Männer darin stärken soll, sich gegenseitig zu unterstützen und Rückhalt zu geben. Es ist wie eine „Bruderschaft“, man ist gemeinsam unterwegs, tauscht Erfahrungen miteinander aus. Wir teilen miteinander Kraft und Hoffnung.

Wie können Interessierte nun bei „Exodus 90“ teilzunehmen, welche Voraussetzungen gibt es?
Die Männer sollten christlich interessiert sein, aufgeschlossen für unseren Glauben. Die Konfession spielt keine Rolle. Wichtig wäre die Möglichkeit, den täglichen Newsletter mit Gedanken und Infos zu erhalten. Es braucht dazu ein Smartphone oder Internetzugang. Und ganz wesentlich ist es, zu Hause einen „heiligen Ruheraum“ zu haben, in den man sich zurückziehen und hier wirklich ungestört mit sich und mit Gott sein kann.
Das Angebot gilt Berufstätigen und nicht Berufstätigen. Wichtig ist es, eine bewusste Alltagsstruktur zu haben und die 90 Tage vollständig mit dabei zu sein. Dazu gehören regelmäßig 20 bis 60 Minuten am Morgen zu Besinnung und Andacht, um in Hoffnung und Kraft für den Tag zu kommen und sich Gott zu öffnen.
„Exodus 90“ beginnt dann für alle, die mit dabei sein möchten, direkt mit dem zweiten Infoabend und dauert bis Ostersonntag, 12. April.

Näheres zu „Exodus 90“: Infoabend am Donnerstag, 16. Januar, 19.30 Uhr, im Pfarrheim St. Maria in Landau (Marienring). Anmeldung dazu an Kaplan Christoph Herr, Telefon 06341/96898130, oder per E-Mail an: christoph.herr@bistum-speyer.de

Redakteur:  Fragen: hm

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