Aus dem Bistum

Mittwoch, 19. Februar 2020

Aufgeben ist für sie keine Option

Maria von Welser am 9. März im Pesch-Haus zu Gast

Maria von Welser ist am 9. März im Heinrich Pesch Haus zu Gast. (Foto: hph)

Die Diagnose trifft Maria von Welser mitten in ihrem so geordneten, aktiven Leben: ein Gehirntumor. Doch Aufgeben ist für sie keine Option. Sie beschließt, dass es ihr „nur noch gut geht“. Am Montag, 9. März (18 Uhr), hält die Publizistin und TV-Journalistin Im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen einen Vortrag zum Thema „Leben mit dem Tumor“. Im Vorfeld der Kooperationsveranstaltung äußerte sich Maria von Welser über ihre Krankheit und ihr Buch.

Frau Dr. von Welser, Ihr neues Buch heißt „Ich habe beschlossen, dass es mir nur noch gut geht“. – Ein sehr optimistischer Titel. Gelingt es Ihnen, diesen immer in die Tat umzusetzen?

Nein, das kann man sich noch so viel vornehmen, dass geht nicht. Aber unter dem Strich ist das Glas immer halb voll – was anderes hat ja auch keinen Sinn.

Sehen Sie sich als Mutmacherin?

Das war die Intention, dieses Buch überhaupt zu schreiben.Ich wollte anderen Menschen Mut machen. Sonst hätte ich nicht so gerne über mich selbst geschrieben.

Das ist meine nächste Frage: Als Journalistin schreibt man ja eigentlich über andere, nicht über sich selbst …

Immer lieber über andere, genau. Ich frage immer lieber andere Leute aus.

Wie war es für Sie, über sich selbst zu schreiben? Es geht ja um sehr persönliche Angelegenheiten.

Das Buch ist mir eigentlich ganz gut aus der Feder geflossen, ich habe mich nicht anstrengen müssen. Als ich dieses Buch geschrieben habe, habe ich aber auch zwischendurch ganz bewusst immer wieder den Stopp von drinnen nach draußen gemacht, habe geschaut, was in dieser Zeit draußen los ist: die Situation der Geflüchteten, der Brexit und was sonst alles so los war. Diese politische Beschreibung der Situation war mir ein Anliegen.

Sie beschreiben in Ihrem Buch die belastenden Zeiten des Wartens auf Diagnosen, die Zeiten der Ungewissheit. Wie sind Sie damit umgegangen?

Ich bin eine Weltmeisterin im Verdrängen. Ich schob es einfach weg.

Wie gehen Sie mit der Angst um, dass der Tumor wächst oder wiederkommt?

Er ist wiedergekommen. Ich weiß seit Oktober, dass ich einen neuen, dritten Tumor habe, der wächst. Die anderen beiden sind durch Bestrahlungen gestoppt worden. Ich habe letztes Jahr 32 Bestrahlungen bekommen, damit endet ja das Buch. Und dann haben wir im Oktober festgestellt, dass es einen dritten neuen Tumor gibt. Ja, so ist es. Jetzt schauen wir mal im März, wie es sich entwickelt. Vielleicht stoppt er ja, vielleicht will er ja auch gar nicht wachsen, ich weiß es nicht.

Sie versuchen, das Beste aus der Situation zu machen?

Ja, ich mache meine Arbeit, es hilft ja nichts. Ich bin am Sonntag wieder in Paderborn und halte eine Woche lang Vorlesungen für meine Studenten – über Frauen, Krieg, Gewalt. Dieses Mal über die Opferseite. Im ersten Teil des Semesters waren es die Täterinnen, die Frauen, die Krieg führen. Es geht um die mediale Darstellung des Themas. Dann gehe ich ein paar Tage Skifahren mit meinem großen Sohn, denn beim Skifahren ist es mir nicht schwindelig, was keiner erklären kann. Denn ich habe immer noch einen permanenten Gangschwindel. Er scheint durch die Fußsohlen im Gehirn anzukommen. Ich habe wohl eine sehr gerade Wirbelsäule, die das nicht stoppt.

Worauf können sich die Teilnehmenden bei Ihrem Vortrag am 9. März freuen?

Ich werde erzählen, was passiert ist, werde ein bisschen aus dem Buch vorlesen. Und dann werde ich gerne mit den Gästen und Gästinnen diskutieren.

Anmeldung aus organisatorischen Gründen unter Telefon 0621/5999-162, der per E-Mail: anmeldung@hph.kirche.org oder online. Der Eintritt ist frei.


Redakteur:  Anette Konrad

aktuelle Nachrichten

01. April 2020

Palmsonntag: Weg zum Leben

Welcher Kreuzweg in dieser schwierigen Zeit ist der unsere - Gedanken zum Matthäus-Evangelium 21,...


26. März 2020

Bistumszeitung derzeit als kostenlose Online-Ausgabe

In Zeiten der Corona-Krise Informationen auf der Pilger-Homepage abrufen


25. März 2020

Jesus lässt jeden Tag Auferweckung sein

Gedanken von Pastoralreferentin Luise Gründer zur Auferweckung des Lazarus (Sonntagslesung aus...


Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren