Aus dem Bistum

Freitag, 21. Juni 2019

Der Heimatpfarrer war sein Vorbild

Regens Markus Magin wurde vor 25 Jahren zum Priester geweiht

Regens Markus Magin (Mitte) mit den Konzelebranten während des Festgottesdienstes. Foto: Wilke-Zech/is

„Es ist schon lange her, aber ich habe nicht den Eindruck, als wären es 25 Jahre.“ Wenn Markus Magin auf sein Leben und seelsorgliches Wirken zurückblickt, dann kommen ihm viele prägende Erfahrungen in den Sinn. Am vergangenen Sonntag feierte der Regens des Speyerer Priesterseminars St. German mit Verwandten, Freunden und Weggefährten sein silbernes Priesterjubiläum.

Bereits im Alter von etwa fünf Jahren dachte Magin daran, Priester zu werden. „Unser Pfarrer Ansgar Müller in meinem Heimatort Mutterstadt war eine kantige, aber auch faszinierende Priestergestalt“, erinnert sich der 54-Jährige. Er sei ein authentischer Seelsorger gewesen, der fest im Glaube gestanden habe, aber auch zupacken konnte – ein echtes Vorbild.  

Im katholischen Elternhaus wurde der Glaube des Seelsorgers grundgelegt. Die Pfarrei trug dazu bei, dass er weiter wachsen konnte. Magin engagierte sich unter anderem als Organist, Messdiener, Pfarrjugendleiter und als Dirigent bei der Blaskapelle Mutterstadt. Nach der Mittleren Reife absolvierte er zunächst eine Lehre. In der BASF in Ludwigshafen ließ er sich zum Feinmechaniker ausbilden, bevor er im Speyer-Kolleg in der Domstadt Abitur machte. Die Erfahrungen in der Arbeitswelt möchte Magin nicht missen. Sie halfen ihm auch bei der Klärung der Frage, wohin ihn sein Lebensweg führt. „Und später in der Pfarrei habe ich gemerkt, dass mich die Menschen mehr akzeptierten, weil ich in diesen Bereich hineingeschnuppert habe.“ Noch heute mache er gerne Betriebsbesichtigungen, um Einblicke in das Innenleben eines Unternehmens zu erhalten.

Die Entscheidung, Priester zu werden, reifte im Lauf der Jahre. Schon während der Zeit des Abiturs nahm Magin an Treffen für sogenannte Spätberufene im Priesterseminar teil. Das Studium für Theologie und Philosphie absolvierte er in Eichstätt, München und Innsbruck. Nach der Priesterweihe am 18. Juni 1994 folgten Kaplansjahre in Blieskastel-Lautzkirchen und Landau-St. Maria. Am 1. August 1999 wurde Magin Pfarrer von Geinsheim, Lachen-Speyerdorf und Duttweiler. „Das war zu einem Zeitpunkt, als die Akten von Paul Josef Nardini vor dem Hintergrund seiner Seligsprechung nach Rom geschickt wurden“, erinnert sich der Seelsorger. Das Leben und Wirken des Pfarrers, der zwei Jahre lang in Geinsheim tätig war, faszinieren Magin bis heute. In den zehn Jahren seiner Tätigkeit in dem Weindorf brachte er den Sozialreformer und Gründer des Ordens der Mallersdorfer Schwestern ins Bewusstsein der Gläubigen. „Viele Veranstaltungen haben wir durchgeführt, unter anderem ein Singspiel über den Seligen“, erläutert Magin. Der Lebensweg schien vorgezeichnet: als Seelsorger in der Pfarrei für die Menschen tätig zu sein.

Doch es sollte anders kommen. Am 18. Juni 2009, dem 15. Jahrestag seiner Priesterweihe, fragte ihn Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, ob er Regens des Speyerer Priesterseminars werden möchte. „Ich habe zwar gemerkt, dass mich die Aufgabe reizt. Denn auszubilden ist eine schöne Sache, wenn auch herausfordernd. Aber das bedeutete auch, den Weg als Pfarrer aufzugeben“, beschreibt Magin seine damaligen Überlegungen. In dieser Phase des sich Klarwerdends sei Nardini ein wichtiger Impulsgeber und ein Vorbild gewesen, neue Herausforderungen anzunehmen.

Am 1. September sind es zehn Jahre her, seit Markus Magin das Amt an der Spitze des Priesterseminars antrat – „eine dichte und ausgefüllte Zeit“, in die auch der Umbau des Priesterseminars fiel. Entspannung findet der Regens in der Stille, meistens morgens zwischen 6 und 7 Uhr oder tagsüber in der Nardini-Kapelle des Priesterseminars. Kraft gibt ihm auch die eucharistische Anbetung oder das Lesen in der Bibel. Ebenso am Herzen liegen ihm Begegnungen mit vertrauten Menschen. „Mir ist es wichtig, ein soziales Gefüge zu haben, aber ich kann auch gut alleine sein.“ In der Freizeit spielt er gerne Orgel und hört Musik, liest historische Romane oder gönnt sich den ein oder anderen Theaterbesuch.

(pede)

Redakteur:  Redaktion

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