Aus dem Bistum

Mittwoch, 25. März 2020

Die Wirtschaftlichkeit sichern

Leiter Tobias Zimmermann will das Pesch Haus in eine solide Zukunft führen

(Foto:Heinrich Pesch Haus)

Seit einem halben Jahr lenkt er die Geschicke des Heinrich Pesch Hauses (HPH) in Ludwigshafen: Jesuiten-Pater Tobias Zimmermann. Zuvor leitete er acht Jahre lang die ordenseigene Schule Canisius-Kolleg im Herzen Berlins.
Bereits vor seinem Amtsantritt war dem 53-Jährigen das Heinrich Pesch Haus bestens vertraut. Denn seit der Gründung des Zentrums für Ignatianische Pädagogik (ZIP) durch seinen Vorgänger, Pater Johann Spermann, im Jahr 2013 nahm er regelmäßig an den Angeboten des Zentrums teil. Das ZIP ist eines der Säulen des Hauses und steht nun unter der Leitung von Pater Zimmermann. Es unterstützt die drei ordenseigenen Kollegien in Deutschland sowie weitere christlich geprägte Schulen, ihre hohen Qualitätsmaßstäbe zu sichern und christliche Werte im Alltag zu verwirklichen. Es geht um die Persönlichkeitsbildung der Heranwachsenden. Zu diesem Zweck hat das ZIP ein Weiterbildungskonzept für pädagogische Fachkräfte entwickelt.
Für Pater Zimmermann ist das ZIP eine wichtige schulübergreifende Fortbildungs- und Vernetzungsplattform, um die Tradition der ignatianischen Pädagogik, die auf den Gründer des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola (1491 bis 1556), zurückgeht, zu wahren und zu leben. Vielleicht ist dies ja ein Grund, warum dem Philosophen und Kunstpädagogen der Umzug von der Spree an den Rhein nicht schwer gefallen ist. „Ich habe mich gefreut, hierher zu kommen“, bekennt der Ordensmann und fügt hinzu: „Jesuit wird man, um zu wechseln.“

Sich am Markt behaupten
Dass er mit dem HPH ein saniertes Haus übernommen hat, empfindet Zimmermann als großes Glück. „Natürlich heißt das nicht, dass wir uns nun ausruhen können.“ Ziel sei es, die christliche Einrichtung mit ihren drei Säulen Hotel, Tagungsbereich und Bildung in eine solide Zukunft zu führen. „Wir müssen uns am Markt behaupten und das bei fairer Bezahlung der rund 60 Mitarbeiter“, nennt Zimmermann eine der zentralen Herausforderungen. In Zeiten schwindender Kirchenmitglieder alles andere als einfach.
2019 war der Hotelbereich des HPH zu rund 60 Prozent ausgelastet. Das entspricht etwa 18 540 Übernachtungen. Im gleichen Zeitraum nahmen circa 49 800 Personen an 1 300 zum Teil mehrtägigen Veranstaltungen teil. Pro Jahr erhält die von Jesuitenpatres geführte Akademie des Bistums Speyer von der Diözese einen Zuschuss in Höhe von 700 000 Euro. Ende 2021 läuft der Vertrag, der die Höhe der finanziellen Zuwendungen regelt, aus. „Wir stehen über eine Fortschreibung mit dem Bistum in Verhandlungen“, bekräftigt Pater Zimmermann. Aber schon jetzt zeichne sich eine Einigung beider Partner ab, so der 53-Jährige.
Das bestätigt auch Generalvikar Andreas Sturm auf „pilger“-Anfrage. „Wir haben ein großes Interesse, dass die Jesuiten weiter im Bistum tätig sind.“ Dazu brauche es eine solide finanzielle Basis. Deshalb werde der Zuschuss in ähnlicher Höhe beibehalten. Trotz dieser positiven Aussichten ist sich Pater Zimmermann darüber im Klaren, dass die Zuschüsse in absehbarer Zeit weniger werden, „weil auch die Kirche mit sinkenden Einnahmen rechnen muss“. Deshalb sei es notwendig, zu schauen, „wie wir möglichst auf soliden eigenen Füßen stehen“.
 
Profil des Hauses stärken
Im Haus gäbe es bereits viele Ideen. „Dabei tue ich gut daran, sie mir genau anzuschauen und mit meinem Team, das das Knowhow mitbringt, zu entwickeln.“ Ziel sei, das Profil der Akademie zu stärken, damit der ignatianische Geist des Hauses spürbar wird. „Da sind wir dabei.“ Zimmermann sieht die Gefahr von Bildungseinrichtungen darin, dass sie um sich selbst kreisen. Kirche müsse rausgehen, um auch Fernstehende zu erreichen. „Denn sie haben uns etwas zu sagen, nicht nur wir ihnen.“ Mit den Themenangeboten des HPH wie das ZIP, die Familienbildung, aber auch die geplante Heinrich Pesch Siedlung, ein Wohnprojekt mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, sei es möglich, mit ihnen in den Dialog zu treten.
Träger des Heinrich Pesch Hauses ist ein Trägerverein,  dem das Bistum Speyer, der Jesuitenorden und die katholischen Gesamtkirchengemeinden Ludwigshafen und Mannheim angehören. Unterstützung erhält die im Jahr 1974 eröffnete Einrichtung seit 2007 von einem Förderverein und seit 2013 von einer Stiftung.
Wegen des Corona-Virus ist das Heinrich Pesch Haus seit dem 18. März vorübergehend geschlossen.

Redakteur:  pede

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