Kultur

Donnerstag, 10. Januar 2019

Ein Hauch von Orient mit bayerischer Note

In Altötting gibt es seit kurzem einen Weihrauchladen mit Museum

Weihrauch war eines der kostbarsten Geschenke, die die Sterndeuter dem Kind in der Krippe von Bethlehem machen konnten. Foto: Adobe Stock

singer wieder für die gute Sache. Mit dabei haben sie wie einst die Heiligen Drei Könige natürlich Weihrauch. Ein neues Museum in Altötting gibt Einblick in diesen Mythos.

Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten die Sterndeuter dem Kind in der Krippe von Bethlehem. Für die damalige Zeit galten diese Dinge als das Kostbarste, was es zu verschenken gab. Nur bedeutende Herrscher aus Asien, Afrika und Arabien, für die sinnbildlich die Heiligen Drei Könige stehen, konnten es sich leisten, dass ihre Paläste von angenehmen Düften durchzogen waren. Denn guten Weihrauch zu gewinnen, braucht Zeit und Wissen; auch gibt es nur gewisse klimatische Breiten, wo jene Bäume wachsen, aus deren Harzen qualitätsvoller Weihrauch entsteht.

Wer mit allen Sinnen eintauchen will in die Geschichte des Weihrauchs, kann das nun in Altötting. Nahe des Kapellplatzes hat Eva Kilwing einen kleinen Laden samt Museum aufgemacht. Sie betreibt in dem oberbayerischen Wallfahrtsort seit Jahrzehnten einen Großhandel für Weihrauch. In dem kleinen Museum in Altötting umfangen den Besucher die verschiedensten Düfte. Unmittelbar kann er mit der Nase die vielen Sorten erschnuppern und lernen, wie mühsam und aufwendig es ist, Weihrauch zu gewinnen. Im Laden sind verschiedene Sorten in Schälchen zu sehen, mal größere Brocken wie das Benzoeharz aus Sumatra oder Feineres wie Dammar aus Malaysia. Schiffsmodelle und allerlei nautische Geräte als Deko erinnern zudem daran, dass es sich um eine wertvolle Handelsware von weit her handelt. Ein Schilderbaum mit Wegweisern führt die Länder auf, in denen Weihrauch gewonnen wird: In Somalia, Oman, Äthiopien, Indien, Jemen, und Eritrea wachsen Bäume aus der Gattung Boswellia, von denen das wohlriechende Harz stammt. Im Frühjahr wird die Rinde zum ersten Mal angeritzt, so dass der Saft heraustropfen kann. Gut 14 Tage muss danach gewartet werden, bis der Vorgang wiederholt wird.

„Meist ist es der vierte oder fünfte Saft, der so klar und weiß ist, dass von gutem Weihrauch gesprochen werden kann“, erläutert Kilwing. Ganz besondere Qualität werde zumeist im Hochsommer erzielt. Denn wenn in den Herkunftsländern Temperaturen um die 40 Grad herrschen, hält der Baum konzentriert seine innere Flüssigkeit zusammen, um alle Zweige und Blätter versorgen zu können.

Der Weihrauch wird von Kilwing in der Manufaktur aufbereitet und veredelt zu Mischungen aus unterschiedlichen Sorten. So entstehen Kompositionen mit Duftharzen anderer Bäume oder mit Heilkräutern und Blüten. Bei der Sorte „Schutzengel“ etwa kommen Fenchel, Rosen- und Sonnenblumenblüten sowie Lavendel dazu. Die Mischung beruhige und baue Ängste ab, erläutert die Fachfrau.

Andere Sorten heißen „Glaube Liebe Hoffnung“ oder „Raunacht“. Auch ein für den Wallfahrtsort hergestellter „Altöttinger Weihrauch“ darf nicht fehlen. Diesen und einen speziell für die jüngste Sternsingeraussendung kreierten Weihrauch haben sich jetzt so einige kleine Königinnen und Könige mitgenommen – so dass wohl in den nächsten Tagen in manche Haushalte ein Hauch Orient mit bayerischer Note einziehen wird. (kna)

Der Weihrauchladen samt Museum befindet sich am Kapellplatz 2 in Altötting. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 15 Uhr. Vom 1. Mai bis 31. Oktober auch sonntags und feiertags von 10 bis 15 Uhr.

Redakteur:  Redaktion

aktuelle Nachrichten

17. Januar 2019

Geschickte Heiratspolitik

Vor 500 Jahren starb Kaiser Maximilian I. – Der „letzte Ritter“ und „Bürgermeister von Augsburg“


17. Januar 2019

Zeichen der Solidarität

Im Heiligen Land: Internationale Bischofsdelegation besucht Christen in den Palästinensergebieten


17. Januar 2019

Asketen gegen Schlaumeier

Durch Disziplin und Sorgfalt der Gefahr im Internet entgegenwirken


Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren