Aus dem Bistum

Mittwoch, 15. Januar 2020

Es geht um die Zukunft

Heilsbach: Stiftungsratsvorsitzender und Geschäftsführer haben große Pläne

Geschäftsführer Christian Federlein (links) und Professor Erich Schlick freuen sich, dass die Baumaßnahmen für die rollstuhl- und rollatorgerechten Zimmer vorangehen. (Foto: pede/Pilger)

Die Herausforderungen sind groß, die Pläne sind es auch. Es geht um nicht weniger als die Zukunft der Heilsbach. Professor Erich Schlick, seit Frühjahr 2019 Vorsitzender des Stiftungsrates der Heilsbach (wir berichteten), und Geschäftsführer Christian Federlein arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die Bildungs- und Freizeitstätte in die Erfolgsspur zu führen.



Federlein, der sein Amt am 1. Oktober vergangenen Jahres angetreten hat und kurz vor dem Abschluss seines berufsbegleitenden Studiums des Sozialmanagements steht, und der Stiftungsratsvorsitzende sind gerade dabei, einen rund 40-seitigen Businessplan für die Jahre 2020 bis 2024 auszuarbeiten. Noch in diesem Monat wollen sie ihn Generalvikar Andreas Sturm vorlegen. Seit einigen Jahren schreibt die Einrichtung rote Zahlen. „Die finanzielle Abhängigkeit vom Bistum ist immens“, so Schlick. Das möchten die beiden Herren ändern.
„Wir haben die wirtschaftliche Situation der Jahre 2017 und 2018 in den Blick genommen und dabei sämtliche Kosten betrachtet“, erläutert Federlein. Probleme bereite vor allem die zu geringe Auslastung des Hauses mit Ausnahme der Sommermonate und der zu geringe Umsatz. Eine der Hauptgründe ist die Verteilung der Fläche. 76 Prozent entfallen auf die Veranstaltungsräume inklusive Sporthalle und lediglich 24 Prozent auf den Übernachtungsbereich. Der Anteil des Logiesektors müsste jedoch mindestens doppelt so hoch sein.
Um die Quote zu verbessern, wird gebaut. Derzeit entstehen im Obergeschoss des Gebäudes, in dem sich der Speisesaal befindet, aus bislang wegen fehlender Brandschutzmaßnahmen nicht nutzbaren Zimmern sieben Einzelzimmer mit Nasszellen. Davon werden fünf barrierefrei und zwei rollstuhlgerecht ausgestattet. Jeweils zwei Zimmer sind durch eine gemeinsame Zwischentür begehbar. Damit sollen optimale Bedingungen für den Aufenthalt von pflegenden Angehörigen geschaffen werden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Projekt mit 200 000 Euro. 370 000 Euro gibt es zusätzlich vom Bistum Speyer für den Brandschutz. Brandschutzmaßnahmen für die beiden anderen Häuser und die Sporthalle stehen noch aus. Diese sollen über Darlehen abgedeckt werden. In einem der beiden weiteren Gebäude entstehen in Eigenleistung ein Zimmer für Familien und eine Hochzeitssuite – zwei weitere wichtige „Bausteine“ zur Stärkung des Logiebereichs. Nach der Fertigstellung der Umbaumaßnahmen verfügt die Heilsbach über 141 Betten, verteilt auf Ein- bis Zwölf-Bett-Zimmer.
In diesem Monat wurde darüber hinaus eine neue Preisstruktur für den Übernachtungsbereich eingeführt: Künftig wird zwischen gemeinnützigen Organisationen, die 20 Prozent weniger zahlen, und nicht gemeinnützigen Organisationen unterschieden.
Parallel dazu haben Federlein, der vor seinem Wechsel zur Heilsbach in einer Werkstatt für beeinträchtigte Menschen der Heinrich-Kimmle-Stiftung in Höhfröschen in der Westpfalz tätig war, und Erich Schlick weitere Schritte eingeleitet und umgesetzt, um die Heilsbach voranzubringen: angefangen von einem neuen Logo, in dessen Zug auch das Facebook- und Instagram-Profil erneuert wurden, über WLAN-Anschluss, hauptsächlich in den Veranstaltungsräumen, der Neueinführung einer Buchungssoftware und eines EC-Terminals bis zu inhaltlichen Erweiterungen des hauseigenen Programms. So geht etwa Anfang August eine Sommerakademie für Jugendliche der zehnten und elften Klassen weiterführender kirchlicher Schulen der Diözese Speyer an den Start, die die biologische und spirituelle Seite der Natur zum Thema hat. Ein Aufbauseminar soll folgen. Ein fünftägiger Französisch-Intensivkurs ist für den Herbst in Planung.
Das Ziel von Professor Erich Schlick und Christian Federlein ist klar: Sie möchten die Arbeitsplätze der 19 Beschäftigten sichern und das kirchliche Haus rentabel machen. Und das mit möglichst sinkenden Zuschüssen von Seiten des Bistums Speyer. „Wir sind fest entschlossen zu erreichen, dass sich die Zuwendungen der Diözese pro Jahr um rund 50 000 Euro verringern“, unterstreicht Erich Schlick. Für 2020 sähen die Planungen einen Zuschuss von 180 000 Euro vor. „Wir wollen weiterhin Teil der Diözese sein, aber finanziell möglichst unabhängig werden“, bringt es Schlick auf den Punkt. Kirchliche Gruppen laden er und Christian Federlein dazu ein, die Einrichtung zu nutzen. Durch die neuen Kursangebote sollen aber auch weitere Gruppen angesprochen werden.
Von dem 80 000 Quadratmeter großen Gelände sind beide begeistert: „Wir arbeiten da, wo andere Urlaub machen.“

Redakteur:  pede

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