Im Gespräch

Freitag, 12. Juli 2019

Fahrplan für Reformdialog steht

Bischöfe und Laien wollen im Dezember erstes Signal für „synodalen Weg“ geben

Kardinal Reinhard Marx (links) und ZdK-Präsident Thomas Sternberg rufen die Katholiken in Deutschland auf, den Reformdialog zu unterstützen. Foto: KNA

Bonn. Bischöfe und Laien haben sich auf weitere Schritte für einen Dialog zu Reformen in der katholischen Kirche in Deutschland verständigt. Nach Möglichkeit wolle man zum Ersten Advent Anfang Dezember ein erstes Signal für den Start des „synodalen Weges“ geben, kündigte Kardinal Reinhard Marx am 5. Juli vor Journalisten in Bonn an. Das eigentliche Auftakttreffen könne dann im Frühjahr 2020 stattfinden, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz weiter.

Nach dem Papstbrief an die Katholiken in Deutschland vom 29. Juni laufen gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) verstärkte Vorbereitungen für den Prozess. Dabei soll es um die Themen Macht, kirchliche Sexualmoral, Lebensform der Priester und die Rolle der Frau gehen.

Die inhaltliche Vorbereitung übernehmen vier Foren unter der Leitung der Bischöfe Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Georg Bätzing (Limburg), Felix Genn (Münster) sowie Franz-Josef-Bode (Osnabrück). Das von Bode geleitete Forum „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ kam auf Beschluss der Gemeinsamen Konferenz von Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des ZdK neu hinzu. Katholische Frauenorganisationen hatten dies wiederholt gefordert.

Auf einem weiteren Treffen von Katholiken-Komitee und Bischofskonferenz Mitte September in Fulda sollen Inhalte und Regeln für den „synodalen Weg“ in Form eines Statuts näher erörtert werden. Die Vollversammlungen beider Gremien stimmen anschließend darüber ab. Der Dialog ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

ZdK-Präsident Sternberg betonte, der Dialog müsse konkrete Ergebnisse liefern und dürfe nicht nur ein „Redeprozess“ sein. Als eine der drängendsten Fragen nannte er die Stellung der Frau in der Kirche. Kardinal Marx sagte, er strebe Einmütigkeit an. Die Kirche in Deutschland werde nicht im Alleingang beispielsweise die Priesterweihe von Frauen einführen. Zudem könne kein Bischof zur Umsetzung der gefassten Beschlüsse gezwungen werden. „Aber natürlich ergibt sich eine gewisse Dynamik.“

Marx und Sternberg luden die Katholiken in Deutschland ein, den Prozess zu unterstützen „und mit uns über eine erneuerte Kirche nachzudenken, die ihren Beitrag zu einer humanen Gesellschaft leistet“.

Einen „verbindlichen synodalen Weg“ hatten die deutschen Bischöfe nach intensivem Ringen im Frühjahr auf ihrer Vollversammlung in Lingen beschlossen. Die Krise um die Fälle sexuellen Missbrauchs habe die Kirche erschüttert, betonte Marx am 5. Juli. Jetzt gehe es neben der weiteren Aufarbeitung um konkrete Schritte bei den mit der Missbrauchskrise identifizierten übergreifenden Themen.

Bereits zwischen 2011 und 2015 hatte es einen sogenannten Gesprächsprozess in der Kirche gegeben. Von einem „synodalen Weg“ versprechen sich Befürworter mehr konkrete Ergebnisse. Kritiker warnen dagegen vor einem deutschen Sonderweg in der Weltkirche und verweisen darauf, dass Fragen wie die Weihe von Frauen die Lehre betreffen und nicht national entschieden werden könnten.

(kna)

Redakteur:  Redaktion

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