Kultur

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Hirte, Engelscher un Woihnachtsesel

Buch mit adventlichen Texten in Pfälzer Mundart erscheint am 18. Oktober

Titel des 96 Seiten umfassenden Buches „Vun Hirte, Engelscher un vum Woihnachtsesel“. Foto: Pilgerverlag Speyer

„Wer hätt des gedenkt: En Esel als de allererscht Aposchtel! Un wann ich mer heit so unser ufriedlich Welt aguck, saach ich mer: Was wär des fer en Seesche, wanns bloß noch Esel uff dere Welt gewwe det.“ Nachdenklich und humorig sind sie, die Texte von Thomas Kiefer. Geschrieben in Pfälzer Mundart, denn der in Neustadt-Gimmeldingen lebende Autor ist durch und durch Pfälzer.

Seit mehr als 20 Jahren verfasst er jedes Jahr Adventliches und Weihnachtliches im Dialekt seiner Heimat. Eine Woche vor Weihnachten werden seine Gedanken vom bekannten „Mundart-Original“ Christel Klohr aus Neustadt-Mußbach, die eine Mundart-Theatergruppe leitet, in einer Kirche an der Weinstraße vorgetragen.

Die Texte der vergangenen fünf bis sechs Jahre hat der Theologe und Pädagoge nun in einem Büchlein mit dem Titel „Vun Hirte, Engelscher un vum Woihnachtsesel“ zusammengefasst, das am 18. Oktober auf den Markt kommt. Dabei verbindet Kiefer, der im Bischöflichen Ordinariat in Speyer die Abteilung „Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen“ leitet, unterschiedliche Facetten des Lebens mit Bibelstellen, die er ebenfalls ins Pfälzische übersetzt. Denn der christliche Glaube, so die Überzeugung des Mundart-Fans, könne Deutungshilfen für alle möglichen Lebenssituationen geben – von Momenten des Glücks, der Freude, der Angst oder der Hoffnungslosigkeit. So wie Leben und Tod zusammengehörten, ließen sich Krippe und Kreuz nicht voneinander trennen. Aber eines sei ihm dabei immer wichtig: „Dass mit allen Kapiteln am Ende immer die Weihnachtsfreude verbunden ist“.

Mundart bedeutet für Kiefer Heimatverbundenheit und Authentizität. „Denn Lebensthemen, die ans Herz gehen und die Existenz berühren, kann ich besser und farbiger im Dialekt ausdrücken.“ Wenn es um den eigenen christlichen Glauben gehe, gelte das noch mehr. So sind Kiefers Gedanken, die er zu Papier bringt, nicht nur ganz bewusst religiös, sondern sie haben auch einen Bezug zu seinem ganz persönliches Leben. „Beim Übersetzen biblischer Themen in meine Muttersprache werde ich genötigt, mich mit meinem Glauben auseinanderzusetzen und zu überprüfen, ob er mit meinem Leben etwas zu tun hat“, erläutert der Pastoralreferent und hofft, „dass ich durch meine persönlichen Glaubensbotschaften überzeugend rüberkomme, denn mir als Theologe geht es auch um Verkündigung“. Dabei sei er zudem herausgefordert, sich verständlich auszudrücken.

Kiefer möchte zum Nachdenken anregen, aber auch unterhalten. Und so zaubert die eine oder andere Geschichte dem Leser ein Lächeln auf das Gesicht, etwa wenn ein Esel in Mußbach als Missionar wirkt und den trinkfreudigen Pfälzern den Glauben nahebringt. Doch das ist noch nicht alles. Der Autor erzählt von der Weihnachtsbotschaft anhand von Gemälden aus dem 14. und 15. Jahrhundert, vom Kind in der Krippe, den Hirten mit ihren Schafen, von der Gottesmutter Maria und dem Lob der Engelschar.

Die Ideen für seine Texte liefert Kiefer das Leben selbst. „Häufig schon im Frühjahr kommt mir ein erster Einfall in den Sinn. Zwischendurch gibt es dann immer wieder den ein oder anderen Gedanken, den ich festhalte“, schildert er den Entstehungsprozess seiner Werke. „Im Herbst nehme ich mir seit Jahren eine Woche Urlaub, in der ich nichts anderes tue als zu meditieren, Pfeife zu rauchen und zu schreiben.“ Diese Zeit sei für ihn so etwas wie sein ganz persönlicher „Vor-Advent“.  

Eigentlich habe er nie ein Buch schreiben wollen, bekennt der Theologe. Aber im Anschluss an die Lesungen vor Weihnachten sei er immer wieder gefragt worden, ob er die Texte zur Verfügung stellen könne, etwa für eine Adventsfeier. Und so sind bereits zwei Bücher entstanden, „die ich überarbeiten musste, da sie auf Gehör geschrieben wurden“. Das gilt auch für sein neuestes Werk „Vun Hirte, Engelscher un vum Woihnachtsesel“, das der Pilgerverlag unter dem Dach der Peregrinus GmbH in Speyer herausgibt.

Anja Eisfeld, die den Pilgerverlag und damit die Entstehung des Buches hauptsächlich verantwortet, freut sich über die Neuerscheinung. Froh ist sie vor allem darüber, „dass es gelungen ist, die farbigen und künstlerisch-ansprechenden Illustrationen von Ulrike Möltgen aus dem im Fischer-Verlag erschienenen Buch ,Die Weihnachtsgeschichte‘ zu verwenden“. Das sei kein leichtes Unterfangen gewesen, „da die Zeichnungen bei uns im Haus bearbeitet wurden“. (pede)

Das 96 Seiten umfassende Buch
„Vun Hirte, Engelscher un vum Woihnachtsesel“
(ISBN: 978-3-946777-02-1)
gibt es für 14,80 Euro im Buchhandel
oder direkt beim
Pilgerverlag Speyer,
Telefon 06232/31830,
Telefax 06232/318399,
E-Mail: info@pilger-speyer.de

Hinweis:
In der Adventszeit finden an folgenden Terminen Signierstunden mit Thomas Kiefer statt:
01. Dezember (13 bis 16 Uhr), Buchhandlung Thalia, Rheingalerie, Ludwigshafen;
08. Dezember (11 bis 13 Uhr), Buchhandlung Osiander, Neustadt;
15. Dezember (11 bis 14 Uhr), Buchhandlung Osiander, Speyer.

Redakteur:  Petra Derst

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