Kultur

Freitag, 13. April 2018

Hohe Beteiligung bei Passionsspielen

Über 1800 Oberammergauer wollen bei der Passion 2020 mitmachen

Die Passionsspiele prägen über viele Monate das Leben in Oberammergau. Foto: actionpress

Insgesamt 1830 Menschen aus Oberammergau wollen bei den weltweit berühmten Passionsspielen im Jahr 2020 mitwirken. Das teilte die Pressestelle der Passionsspiele mit. Die Anmeldefrist war am 31. März abgelaufen. Die Bekanntgabe der Hauptrollen für die 42. Passionsspiele unter der Regie von Christian Stückl ist für den 20. Oktober geplant. Neben den großen Figuren Jesus, Maria, Petrus, Judas, Pontius Pilatus und Kaiphas gibt es 120 größere und kleinere Sprechrollen, zudem Soldaten, Priester und das Volk von Jerusalem. Premiere ist am 16. Mai 2020.

Erstmals in der fast 400-jährigen Geschichte des Spiels vom Leiden und Sterben Jesu wollen laut Mitteilung genauso viele Frauen wie Männer teilnehmen. Im Vergleich zu den jüngsten Passionsspielen 2010 sei die Zahl der Anmeldungen auf „sehr hohen Niveau“ konstant geblieben. Für die Mitwirkung gelte ein „Spielrecht“. Nicht jeder der 5200 Einwohner des Orts dürfe mitmachen. Voraussetzung sei, in Oberammergau geboren und aufgewachsen zu sein oder seit mindestens 20 Jahren im Dorf zu wohnen. Es werde damit gerechnet, dass 2020 zusätzlich noch über 500 Kinder mitwirken werden, so dass wieder mehr als 2000 Menschen dabei sein werden.

Das Spielrecht für die Oberammergauer Passionsspiele, die alle zehn Jahre stattfinden und auf ein Gelübde in der Pestzeit von 1633 zurückgehen, habe sich immer wieder gewandelt, heißt es. So seien etwa bis 1984 verheiratete Frauen und Frauen über 35 Jahren von der Mitwirkung ausgeschlossen gewesen. Nach einer abgewiesenen Popularklage klagten drei Oberammergauerinnen 1988 erneut vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof, der 1990 entschied, dass es rechtswidrig war, Frauen das Mitwirkungsrecht zu verweigern.

Seit 2000 dürfen außerdem auch Konfessionslose und Angehörige anderer Religionsgemeinschaften mitmachen. Zuvor musste jeder Mitwirkende einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören. Mit dem Jungregisseur Abdullah Kenan Karaca wird nun erstmals auch ein Oberammergauer muslimischen Glaubens stellvertretender Spielleiter.

Stückl, der zum vierten Mal inszeniert, kündigte an, dass die Passion 2020 ein völlig neues Erscheinungsbild haben werde. Da die Spiele alle zehn Jahre stattfänden, müsse er den Text immer neu schreiben, die Geschichte neu erzählen. Es flössen Erkenntnisse mit ein, die er beim jüngsten Spiel gewonnen habe. Außerdem müsse das Spiel „auch die jeweilige Zeit und die politischen Umstände widerspiegeln“.

Erwartet werden zu den 103 Spieltagen rund 450000 Besucher.  Für die Kostüme und das Bühnenbild ist erneut Stefan Hageneier zuständig. Markus Zwink, der musikalische Leiter, bearbeitet die Musik und wird  in den nächsten Monaten die 120 Chormitglieder und das aus 70 Musikern bestehende Orchester besetzen. Die letzte Aufführung ist für den 4. Oktober 2020 geplant. (red)

Redakteur:  Redaktion

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