Kultur

Mittwoch, 15. Januar 2020

Kunst ganz groß

In ihrer Ausstellung nimmt Julia Steiner Zeit und Raum in den Fokus

„Out of Horizon“ heißt die raumgreifende Arbeit von Julia Steiner. (Foto: David Aebi/zg)

„Am Saum des Raumes“ heißt die Ausstellung mit großformatigen Pinselzeichnungen, Skulpturen sowie Rauminstallationen von Julia Steiner im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), die vom 8. Februar bis 19. Juli zu sehen ist.
Ab 13. Januar arbeitet die Schweizer Künstlerin über einen Zeitraum für rund drei Wochen direkt auf Wände und Decken von Eingangshalle und Treppenhaus des Museums und lässt so vor Ort eine Raumzeichnung im unmittelbaren Sinne des Wortes entstehen. Am Entstehungsprozess Interessierte sind eingeladen, die Arbeit der Künstlerin vor Ort zu beobachten.
Eröffnet wird diese ungewöhnliche Ausstellung am Freitag, 7. Februar, um 19 Uhr, mit einem Podiumsgespräch, an dem neben der Künstlerin Dr. Thomas Köllhofer, Leiter der Graphischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim, Dr. Britta E. Buhlmann, Direktorin des mpk, und Dr. Svenja Kriebel, Kuratorin der Ausstellung, teilnehmen.
Es sind Werke der Gegensätzlichkeit. Julia Steiners Arbeiten – mit dem Pinsel gezeichnet – haben mitunter eine monumentale Größe und strahlen dennoch etwas flüchtig Zartes aus. Rahmenlos wuchern sie über das Papier hinweg und besetzen den Raum. Für den Moment eingefrorene Prozesse – wie Wind, der durch Wolken fegt, die Nacht durchdringendes Licht oder auseinanderberstende Erde – verschaffen sich auf energische Weise Raum. Doch wer ein Motiv erkannt zu haben meint, verliert es alsbald in der dann doch abstrakten malerischen Zeichnung, ihren zarten Grautönen sowie dem scharfen Kontrast von Schwarz und Weiß und sucht aufs Neue.
Es wundert daher kaum, als thematische Schwerpunkte Steiners „Raum und Zeit“, „Bewegung und Vergänglichkeit“ auszumachen. Es sind abstrakte Inhalte, die über die körperliche Wahrnehmung in Gefühl übergeleitet werden. Ihre Werke sprechen schon allein aufgrund ihrer Größe (Zeichnungen von mehreren Metern Länge und Höhe) unmittelbar das Körpergefühl an, machen es bewusst und verbinden es mit dem Sehen, der Bewegung und jeweils individueller Erinnerung: Raum und Zeit werden als wichtige Wahrnehmungsparameter bewusst und damit zugleich befragbar.
Für die Besucherinnen und Besucher beginnen Erfahrungen schon im ersten Moment, indem sie das Museum betreten. In der sechs Meter hohen Eingangshalle und dem Treppenhaus erwarten sie Zeichnungen auf allen Wänden und auch auf den Decken. Somit treten sie mitten in die Bildwelt ein und sind von ihr umgeben.
Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.mpk.de

Redakteur:  zg

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