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Aus dem Bistum

Mittwoch, 16. September 2020

Leuchtturm im Bistum Speyer

Hundert Jahre Caritasverband – Leitmotto: Menschen helfen, Gesellschaft gestalten – Jubiläumsfeier am 20. September im Dom

Die Caritaszentrale in Speyer. (Foto: Landry)

Wir schreiben das Jahr 1920: Der Erste Weltkrieg ist erst zwei Jahre vorbei, das Land leidet unter harten Reparationen, die Währung verfällt, es herrscht Not. Da ist es kein Zufall, dass gerade in dieser Zeit, am 28. Dezember 1920, der Caritasverband für die Diözese Speyer gegründet wird. Im „Christlichen Pilger“ vom 9. Januar 1921 finden wir folgenden Bericht über die Gründungsversammlung: „ Unter Vorsitz des H.H. Bischofs Dr. Ludwig Sebastian tagte am 28. Dezember im katholischen Vereinshause zu Neustadt an der Haardt eine Versammlung von Geistlichen und Laien, welche die Errichtung eines Diözesancaritasverbandes für das Bistum Speyer beschlossen. Der Zweck des Verbandes ist: Die Sammlung aller auf dem Gebiete der Caritas tätigen Kräfte und die gemeinsame Förderung aller karitativer Bestrebungen im Bistum Speyer.“ – Die Corona-Pandemie verhindert viele Veranstaltungen des Jubiläumsjahres. Der Festgottesdienst zum Jubiläum im Speyerer Dom findet jedoch statt: am Sonntag, 20. September (siehe Titelseite).
Zu den ersten Einrichtungen in Trägerschaft des Diözesan-Caritas-Verbands gehörten das Marthaheim in Speyer, die „Kinderheilstätte“ Villa Donnersberg sowie die Schlossmühle in Altleiningen. Der Caritasverband nahm sich auch der „Gefängnisfürsorge“ an, der „Trinkerfürsorge“, der Stellenvermittlung und der Berufsberatung. Die allgemeine „Armenfürsorge“ lag bei den Elisabethen- und Müttervereinen in den Pfarreien.

Vom Sekretariat zur Zentrale
Das erste Diözesan-Sekretariat des Caritasverbands im Bistum Speyer wurde 1921 im Marienheim in Speyer eröffnet; 1924 erfolgte der Umzug ins Studentenheim St. Josef, das größere Räumlichkeiten bot. Nach einer Zwischenlösung in den sechziger und siebziger Jahren (im Bistumshaus in der Webergasse) fand seit 1978 die Caritaszentrale wieder im Bistumshaus St. Josef ihren Standort. Im Jahr 2017 wurde ein neues Gebäude in der Speyerer Nikolaus-von-Weis-Straße bezogen.
Mit Prälat Otto Brauner berief Bischof Sebastian 1924 erstmals einen hauptamtlichen Caritasdirektor. Ihm folgten Domvikar Ewald Becker (ab 1932), der spätere Speyerer Bischof Dr. Joseph Wendel (ab 1934), Domkapitular Karl Eisner (von 1946 bis 1965), Dr. Ludwig Staufer (von 1965 bis 1989)und Prälat Alfons Henrich. Bis 1974 waren die jeweiligen Diözesanbischöfe auch die Vorsitzenden des Diözesan-Caritas-Verbandes; das änderte sich danach, und so war zum Beispiel ab Mai 1995 Weihbischof Otto Georgens Vorsitzender des Caritasverbands für die Diözese Speyer. Im Februar 2009 wurde der Speyerer Dompfarrer, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, als Bischöflicher Beauftragter für die Caritas im Bistum Speyer und Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes berufen. Im April 2009 wurde Vinzenz du Bellier, bis zu diesem Zeitpunkt Vorstand der Herxheimer Jacob Friedrich Bussereau Stiftung, neuer Caritasdirektor. Hundemer und du Bellier bilden gemeinsam den Vorstand des Caritasverbandes für die Diözese Speyer e.V. und fungieren als Geschäftsführung der Caritas Betriebsträgergesellschaft mbH Speyer (CBS).

Blick auf schwierige Zeiten

Eine große Bewährungsprobe für den Speyerer Caritasverband brachten die Jahre des Nationalsozialismus. Die Möglichkeit, Sammlungen durchzuführen, wurde erheblich erschwert, die Sammlungen selbst von der Gestapo überwacht. Neueinrichtungen von Kindergärten waren ab 1935 kirchlichen Trägern untersagt; 1941/42 folgte die Übernahme der kirchlichen Kindergärten durch die NS-Volkswohlfahrt. Auch die Arbeitsvermittlung des Caritasverbands wurde verboten (1935).
Neue Herausforderungen brachten die schweren Nachkriegsjahre. Dringlichste Aufgabe: die Versorgung vor allem von alten Menschen und Kindern. Suppenküchen wurden eingerichtet; 1946 waren es insgesamt zehn Küchen, die täglich Hunderte von Essen ausgaben. Der „pilger“ berichtete 1946 über die Arbeit des Caritasverbands und nennt die Schwerpunkte: Durchführung von Kindererholungs-Aktionen, Betreuung von vier Waisenhäusern mit 580 Kindern, neun Altenheimen und acht katholischen Krankenhäusern unter schwierigsten Umständen. Hinzu kamen neue Aufgaben: Ausgebombten und Heimatlosen musste geholfen werden, die Bahnhofsmission wurde wieder neu eröffnet, in Kriegsgefangenen-Lagern wurde geholfen, Wärme- und Nähstuben wurden eingerichtet, die Menschen mit dem Lebensnotwendigen versorgt.
Ein besonderes Arbeitsfeld für die Caritas war zu Beginn die Stadt Ludwigshafen. Hier wurde bereits im Jahr 1919 – vor der Gründung des Diözesan-Caritasverbands – ein Caritassekretariat eingerichtet. Hauptanliegen war die Soforthilfe für notleidende und kranke Menschen, zum Beispiel für die vielen Tuberkulosekranken in den Hunger-Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Ludwigshafen wieder ein Brennpunkt der Caritasarbeit. Achtzig Prozent des Stadtgebiets waren zerstört, ein Großteil der Bevölkerung war ohne Wohnung. Die Caritas organisierte unbürokratische Hilfe für die notleidenden Menschen. Nach den Notjahren begann in Ludwigshafen und im Bistum Speyer insgesamt der Auf- und Ausbau der heutigen Caritaseinrichtungen.

Helfer und Anwalt
Der Caritasverband für die Diözese Speyer mit seinen vielfältigen Angeboten und Einrichtungen ist auch heute Helfer und Anwalt für Menschen in Not. Mit seinen acht Caritas-Zentren ist er im ganzen Bistum Speyer nahe bei den Menschen. Als der katholische Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege setzt sich der Caritasverband gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit für gerechte und soziale Lebensbedingungen ein. Aus der Praxis heraus entwickelt er Vorschläge, wie das System der sozialen Sicherung verbessert werden kann und nimmt Stellung zu staatlichen sozialpolitischen Entscheidungen.

Mehr als 3 400 Beschäftige
Allein ein Blick auf die Homepage des Caritasverbandes für das Bistum Speyer zeigt eindrucksvoll, wie breit und umfangreich das Arbeitsfeld ist. Aufgeführt wird allein unter dem Stichwort „Hilfe und Beratung“ eine große Zahl von Angeboten und Einrichtungen. Sie reichen von der Allgemeinen Sozialberatung über Angebote für alte Menschen, für Kinder und Jugendliche bis zu Hilfen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Insgesamt ist der Speyerer Caritasverband Träger von rund 35 sozialen Einrichtungen – und seiner acht regionalen Zentren. Mehr als 3 400 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben den Hilfeangeboten des Caritasverbandes ein Gesicht und setzen sich mit ihren menschlichen und beruflichen Fähigkeiten täglich dafür ein, dass Menschen in Not die Hilfe erfahren, die sie benötigen.
Erste Anlaufstelle für viele tausend Menschen in jedem Jahr sind die acht  Caritas-Zentren in der Diözese (in Speyer, Germersheim und Wörth, Homburg/Saar und St. Ingbert, Kaiserslautern, Landau, Ludwigshafen, Neustadt, Pirmasens und Zweibrücken). Fachleute bieten hier Informationen, Beratung, Unterstützung und Begleitung in einer ganzen Reihe von Bereichen: Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatung; Schwangerschaftsberatung; Allgemeine Sozialberatung; Kinderschutzdienst; Suchtberatung; Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst; Migration- und Integration; Gemeindecaritas; Bürgerschaftliches Engagement. Es gibt persönliche Beratung für Einzelpersonen, Eltern, Paare, Familien, Jugendliche und Kinder sowie die Möglichkeit einer online-Beratung.

Caritas-Betriebsträgergesellschaft
Um die Arbeit noch weiter zu qualifizieren und den wachsenden, auch wirtschaftlichen und sozialpolitischen Herausforderungen besser gerecht werden zu können, wird 2014 die Caritas-Betriebsträgergesellschaft mbH Speyer (CBS) gegründet. Sie ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft des Caritasverbandes für die Diözese Speyer e.V. Die CBS ist Träger der 14 Caritas-Altenzentren, der sechs Caritas-Förderzentren für Menschen mit Behinderungen und psychischen Beeinträchtigungen und einer Jugendhilfeeinrichtung. Sie beschäftigt unter ihrem Dach den Hauptteil der Caritas-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter im Bistum Speyer.
Der Caritasverband selbst konzentriert sich seit der Neuausrichtung auf die Funktion als Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege. Zudem werden armutsorientierte Einrichtungen, die durch die Kirchensteuer und staatliche Zuschüsse finanziert werden, weiterhin unter dem Dach des Caritasverbandes geführt. Dazu zählen die Caritas-Zentren mit ihren vielfältigen Beratungsangeboten, die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und die Warenkorb-Sozialkaufhäuser. Auch die Fachschule für Altenpflege in Ludwigshafen ist beim Caritasverband geblieben. Die Geschäftsführung wird vom Vorsitzenden des Caritasverbandes, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, und Caritasdirektor Vinzenz du Bellier wahrgenommen.

Im Blick: Gemeindecaritas
Caritas gehört zum Grundauftrag, zu den Grundvollzügen der Kirche. Und dies an allen Orten kirchlichen Lebens, weil Caritasarbeit nicht einfach an einen Verband und Hauptamtliche „delegiert“ werden kann. An der Schnittstelle zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern/innen der verbandlichen Caritas und den für die Pastoral Verantwortlichen vor Ort in den Pfarreien koordiniert und vernetzt der Fachdienst „Gemeindecaritas“ die karitativen Aktivitäten im Bistum. Themen sind dabei unter anderem Unterstützung von Flüchtlingen, Begleitung von jungen Familien sowie Besuchsdienste für alte oder kranke Menschen. Innovative Ideen in diesen Bereich werden in jedem Jahr vom Caritasverband mit dem Nardini-Preis geehrt. Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren, gibt es nicht nur in Pfarreien, sondern auch bei Fachverbänden und Einrichtungen. Seit 2002 gibt es das „Forum Caritas-Ehrenamt für die Diözese Speyer“, das dieses ehrenamtliche Engagement fördert.

Ökumene und Caritas
An vielen Stellen geschieht karitative Arbeit im ökumenischen Miteinander. So wurden die Ökumenischen Sozialstationen in Rheinland-Pfalz „erfunden“. In den mehr als 30 Sozialstationen in der Pfalz und Saarpfalz  sind mehr als 2 300 Mitarbeitende beschäftigt.
Im Jahr 1968 gründeten der Caritasverband für die Diözese Speyer und die Evangelische Heimstiftung Pfalz das Ökumenische Gemeinschaftswerk Pfalz. Mit über 40 Arbeits-, Wohn-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten in der ganzen Pfalz ist das Gemeinschaftswerk für etwa 4 000 Menschen mit Beeinträchtigungen und ihre Familien da. Eine segensreiche Initiative ist auch die Ökumenische Hospizhilfe Pfalz/Saarpfalz, die sich als Teil der Hospizbewegung versteht und die zahlreichen Hospizgruppen in der Region unterstützt.

Redakteur:  rn

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