Aus dem Bistum

Donnerstag, 14. September 2017

Manches muss sich erst noch einspielen

Diözesanes Forum diskutiert Einrichtung eines neuen synodalen Gremiums

Abstimmung beim Diözesanen Forum im Heinrich Pesch Haus. Foto: Christine Wilke-Zech

Mit einem neuen Seelsorgekonzept und der Errichtung von 70 neuen Pfarreien hat das Bistum Speyer zu Beginn des Jahres 2016 eine deutliche Zäsur gesetzt. Wo stehen die Pfarreien heute? Wie kann der christliche Glaube auch an anderen Orten gestärkt werden? Und wie gelingt es, mit neuen Angeboten auf die Menschen zuzugehen? Um diese Fragen ging es beim achten Diözesanen Forum, das am 8. und 9. September im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen tagte. Die Diözesanen Foren wurden ins Leben gerufen, um den Erneuerungsprozess Gemeindepastoral 2015 zu begleiten. Seit ihrem Start im Jahr 2010 haben sie sich zu einem zentralen Ort bei der Neuausrichtung der pastoralen Arbeit des Bistums entwickelt, weil hier Bischof, die verschiedenen diözesanen Räte und Vertreter der Berufsgruppen, Priester und Laien, Haupt- und Ehrenamtliche vertrauensvoll und zukunftsorientiert zusammenarbeiten. „Die Beratungskultur früherer Diözesaner Foren trägt Früchte. Es hat sich erneut gezeigt, dass wir zu einem guten und konstruktiven Austausch in der Lage sind. Dabei ist viel Vertrauen gewachsen“, dankte Bischof Karl-Heinz Wiesemann den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Diözesanen Forums für ihr Engagement. Die Diskussion über ein synodales Nachfolgegremium, das auch die Funktion des bisherigen Pastoralrates übernehmen soll, war dann auch ein wichtiger Tagesordnungspunkt bei den Beratungen in Ludwigshafen. 
 
Ein Austausch über die Entwicklungen in den zurückliegeden Jahren machte vor allem eines deutlich: Viele Themen wurden im Bistum Speyer auf den Weg gebracht, „auch wenn sich jetzt vieles erst noch richtig einspielen muss“, so Generalvikar Jung. Er räumte ein, dass das Engagement der früheren Kirchenrechner vom Bistum unterschätzt worden sei und dass der Start der Regionalverwaltungen teilweise schwierig gewesen sei. Erfreut zeigte sich Jung darüber, dass fast alle Pfarreien damit begonnen haben, ihr pastorales Konzept zu entwickeln. Teilnehmer des Diözesanen Forums berichteten davon, dass in den Pfarreien  Ausdauer gefragt ist, damit alle in ihre neuen Rollen hineinfinden und die Gläubigen sich mit der neuen Pfarrei identifizieren.

Intensiv diskutierten die rund 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Bildung einer neuen „Diözesanversammlung“ als ein zentrales Beratungsgremium des Bischofs, das breite Partizipation ermöglichen soll. Das Gremium soll künftig auch die Funktion des Diözesanpastoralrats übernehmen, nicht jedoch die der anderen diözesanen Räte. Im Verlauf der Beratungen über einen vorliegenden Satzungsentwurf wurde deutlich, dass Funktion, Aufgabenfelder, Kompetenzen und Rechte des neuen Gremiums weiter präzisiert werden müssen. So bedarf zum Beispiel die Rolle seines Vorsitzenden bzw. seiner Vorsitzenden aus Sicht des Diözesanen Forums noch einer Klärung – etwa hinsichtlich der Abgabe von öffentlichen Stellungnahmen. In manchen Äußerungen schwangen da auch Ängste vor öffentlich  ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten mit. Auch wurde von der Versammlung diskutiert, welche Rechte die neu zu gründende Diözesanversammlung hinsichtlich des Haushaltsplans des Bistums hat. Thema der Diskussion war zudem die Zusammensetzung des Gremiums mit Blick auf die Zahl der Mitglieder in einem kirchlichen Dienstverhältnis.

Ein überarbeiteter Entwurf der Satzung wird in den Räten des Bistums bis zum nächsten Diözesanen Forum weiter beraten. Von März bis Mai des kommenden Jahres können Änderungsvorschläge dazu eingebracht werden. (rn/is)

Redakteur:  Redaktion

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