Aus dem Bistum

Donnerstag, 07. Juni 2018

Nach der Arbeit hinaus in die Natur

23 Zwei- und Vierbeiner beim ersten After-work-Pilgern zum Rosenberg

Gelungene Premiere auf dem Rosenberg: Das After-work-Pilgern wurde für die Teilnehmer zu einer ganz neuen Erfahrung. Foto: Daum

Ein Tag, angefüllt mit Arbeit, liegt hinter den Menschen, die sich am 24. Mai an der Sporthalle in Waldfischbach-Burgalben treffen. Manche kommen von zu Hause, manche direkt vom Arbeitsplatz. Eine neue Erfahrung wollen sie machen – pilgern nach der Arbeit, modern ausgedrückt: After-work-Pilgern. Das Ziel, der Wallfahrtsort Maria Rosenberg, ist nicht weit entfernt.

Pfarrer Volker Sehy, der Direktor von Maria Rosenberg, erläutert den Teilnehmern, was Pilgern bedeutet: „Arbeit an sich selbst, Arbeit mit dem Herrn“. Die Idee zum ersten After-work-Pilgern im Rahmen des großen Wallfahrtsfestes hatten die Verantwortlichen für den Wallfahrtsort und der Wirtschaftsförderkreis der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burg­alben gemeinsam. Das After-work-Pilgern soll Menschen zusammenbringen und sie dabei sich und Gott näher bringen. „Vielleicht lassen wir uns ja, um im Jargon zu bleiben, das Copyright eintragen“, sagt Sehy schmunzelnd zu dieser Idee.
Nach einem gewittrigen Tag in der Südwestpfalz setzt sich die bunt gemischte Pilgergruppe bei strahlendem Sonnenschein in Bewegung. 23 Zwei- und zwei Vierbeiner. Gut eine Stunde entfernt liegt das Ziel. Das bedeutet eine Stunde Zeit zum Laufen, Nachdenken, Miteinander und mit Gott ins Gespräch zu kommen. Dazu setzen Sehy und Pastoralreferent Steffen Dully immer wieder Impulse. Den ersten kurz nach dem Start: Suchen sie sich einen Partner, am besten einen den sie nicht kennen, laufen sie gemeinsam und erzählen sie sich gegenseitig vom Höhepunkt ihres Tages. Pilgerpaare finden sich, tauschen sich miteinander aus. Und jeder hat an einem möglicherweise schwierigen Tag auch  Positives erlebt.

Vorbei am alten Schulhaus. Nächster Halt in der Mühlstraße, nächster Impuls. „Wie sieht mein Leben aktuell aus, was treibt mich an?“ Diese Fragen sollen sich die Rosenberg-Pilger auf den nächsten Metern durch den Kopf gehen lassen. „Bis wir das Ende des Dorfes erreichen, laufen wir in Stille“, sagt Sehy. Drei Frauen schließen sich der Pilgergruppe noch an.
Schweigend läuft die Gruppe los. „Das war der Moment, in dem ich wirklich loslassen konnte“, sagt Petra Lommel, die eine leitende Funktion im Bereich Erziehung hat. Sie pilgert zum ersten Mal und nimmt eine wichtige Erfahrung mit. Wenn sie im stressigen Alltag künftig eine Auszeit sucht, werde sie rausgehen, in Stille laufen.

Die Pilger lassen den Ort hinter sich. Über einen Rad- und Wanderweg geht es raus in die Natur. Steffen Dully beendet das Schweigen durch Litaneien. „Ich bin unterwegs mit dir“, wiederholen die Pilger immer wieder. Die größte läuferische Herausforderung auf der Strecke wartet: Der knackig ansteigende Berg hoch zum Wallfahrtsort. Den soll jeder im eigenen Tempo gehen, sich daran erinnern, dass jeder schon schier unmöglich scheinende Aufgaben in seinem Leben gemeistert hat. Vertrauen auf die eigene Stärke, Vertrauen auf Gott hilft auf dem steilen Weg durchs zunächst schattige Wäldchen, das einer sich weitenden Landschaft Platz macht und die Pilger dem Himmel Schritt für Schritt näher bringt. Heinz Burkhard aus Zweibrücken ist Mitglied der St.-Jakobus-Gesellschaft und erfahrener Pilger. Eine der wichtigsten Erfahrungen beim Pilgern ist für ihn: „Die Gastfreundschaft, die man erfährt und die man weitergibt“. Der Rosenberg kommt näher. Glockengeläut begleitet die Pilger auf ihren letzten Metern. Spiri­tueller Abschluss in der Kapelle. Für Frank Bodesohn, der schon mehrfach gepilgert ist, „hat es sich gelohnt, hier dabei zu sein“. Direkt von ihrem Arbeitsplatz kam Gepa Lorenz zum After-work-Pilgern. „Schon auf den ersten Metern konnte ich loslassen, als ich von den Höhepunkten meines Tages erzählte, sagt sie. Wiederholung? „Gerne“, sind sich die After-work-Pilger einig. Die wird es geben, sagt Sehy. (and)

Redakteur:  Andrea Daum

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