Aus dem Bistum

Donnerstag, 08. August 2019

Zahl der Gemeinden verringert sich geringfügig

Künftig 360 statt bisher 376 Wahlbezirke – Drei Pfarreien lösen alle Gemeinden auf

Herxheim-Maria Himmelfahrt und Herxheimweyher-St. Anton bilden künftig eine Gemeinde. Hier die beiden Kirchen von Herxheim (links) und dem Ortsteil. Foto: hm/pilger

Die 70 Pfarreien des Bistums Speyer haben künftig noch 360 Gemeinden. Zur Vorbereitung der Pfarrgremienwahlen waren die Pfarreien aufgefordert, ihre Gemeindestruktur auf den Prüfstand zu stellen. Die Gemeinden sind für die Wahlen am 16. und 17. November als Wahlbezirke wichtig. Waren es bislang 376 Gemeinden, so verringert sich nun ihre Zahl geringfügig.

Wie Marius Wingerter, im Bischöflichen Ordinariat für die Wahlen zuständig, mitteilt, gibt es in elf Pfarreien Veränderungen der Gemeindestruktur. Besonders auffällig ist das in den Pfarreien Blieskastel und Lambrecht: In beiden gibt es künftig keine Gemeinden mehr. Dort macht das Beispiel der nordpfälzischen Pfarrei Feilbingert Schule, die von vorneherein, seit 2015, auf eine Gemeindestruktur verzichtet hatte. Insgesamt arbeiten nun drei Pfarreien im Bistum nach diesem Modell.

In Lambrecht habe man sich für die Erfahrungen aus Feilbingert interessiert, sagt Matthias Krauß, der Vorsitzende des Pfarreirates. „Wenn die das machen, muss es ja gehen.“ Im Pfarreirat wurde die Idee, „keine Gemeinde“ zu haben, forciert. Dahinter stand die Überzeugung, dass die bisherige Struktur – drei frühere Pfarreiengemeinschaften bilden jeweils eine neue Gemeinde –, den Weg des Zusammenwachsens eher behindern. „Ich glaube, diese Struktur hat das Verharren auf dem Bisherigen eher gefördert.“ Eine Reduktion auf nur zwei Gemeinden sei auch nicht sinnvoll gewesen. So war die Alternative, drei zu belassen oder die Gemeinden ganz aufzuheben. „Wir versuchen es jetzt einmal. Ich bin überzeugt, dass der Blick für das Ganze und das Zusammenwachsen so besser gelingt.“

Eine große Reduzierung der Gemeinden von neun auf sechs plant die Pfarrei Winnweiler. Eine Gemeinde mehr verzeichnet hingegen künftig die Pfarrei Annweiler. Die bisherige Gemeinde Annweiler-Wernersberg wird aufgehoben, und es gibt neu eine Gemeinde in Annweiler und eine in Wernersberg. Es sei eine „freundschaftliche Trennung“, sagt Pfarrer Eugen Ociepka lachend. „Man hat es seit 2015 gemeinsam versucht, obwohl es wenige Verbindungen gab.“ Gründe sieht Ociepka darin, dass die beiden Orte – obwohl recht nahe beieinander gelegen und zeitweise auch eine Pfarreiengemeinschaft – kirchlich nie wirklich etwas gemeinsam hatten. „Ich glaube, der Unterschied zwischen Dorf und Stadt spielt auch eine Rolle.“ Nach seinem Kenntnisstand haben sich in Wernersberg bereits Kandidaten für die Gremien gefunden. „Wir suchen weiter, sind aber froh über alle, die bereit sind.“

In den restlichen sieben Pfarreien besteht die Veränderung jeweils darin, dass sich zwei bisherige Gemeinden zu einer neuen zusammentun. Etwa in Trulben, wo Trulben selbst und der Ort Kröppen künftig eine Gemeinde bilden: „Trulben-St. Stephanus (Kröppen)“ soll sie heißen. Für einen Gemeindeauschuss Kröppen lassen sich keine Kandidaten finden, informiert Pfarrer Walter Augustin Stephan. „Wir haben dort Leute, die sich für ein Gemeindefest oder die Sternsingeraktion stark engagieren – aber in die Gremien will keiner. Es sind viele kleine Ortschaften hier, damit ist automatisch auch der Kreis der Engagierten kleiner.“ Pfarrer Stephan macht deutlich, dass seine Pfarrei in einer strukturschwachen Region und Wegzugsgegend liegt. „Vielleicht brauchen wir irgendwann keine Wahl zum Gemeindeausschuss mehr, weil sich in diesem Gremien ohnehin alle die treffen, die zum kirchlichen Leben vor Ort etwas beitragen.“ Die bisweilen sehr geringe Wahlbeteiligung lasse nach der Legitimation eines solchen Gremiums auf Ortsebene fragen. 

Ähnlich denkt Gemeindereferent Frank Klaproth von der Pfarrei Homburg-Heilig Kreuz: „In einer kleinen Gemeinde gehören in den Gemeindeausschuss alle rein, denen die Kirche vor Ort wichtig ist, aber ob es dafür eine Wahl braucht?“ Die schwierige Kandidatensuche war nicht der alleinige Grund, dass die Homburger Gemeinden St. Michael und St. Fronleichnam sich vereinigen. „Die Innenstadt, das Gebiet von St. Michael, blutet gewissermaßen aus. Es gibt keine Grundschule im Viertel und damit nur wenig Nachwuchs.“ Die wenigen Erstkommunionkinder gehen nach St. Fronleichnam zur gemeinsamen Feier. Dort, in der Vorstadt, leben junge Familien. Sie engagieren sich etwa in den Abenteuerlandgottesdiensten, aber auch in anderen Bereichen.
„Zusammenzugehen macht auch Sinn, weil die beiden Gemeinden bereits vieles gemeinsam auf die Beine stellen“, sagt Klaproth und nennt das gemeinsame Fest beider Gemeinden, dessen Veranstaltungsort wechselt. (hm)

Redakteur:  Hubert Mathes

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